Die Ära der unangefochtenen Dominanz der Tech-Giganten scheint im Februar 2026 Risse zu bekommen. Während Anleger jahrelang blind den „Magnificent 7“ folgten, schlägt Goldman Sachs nun einen radikalen Kurswechsel vor. Die Investmentbank sieht den großen Gewinner des Jahres nicht mehr im Silicon Valley, sondern in der breiten Masse des Marktes.
Die nackten Zahlen seit Jahresbeginn sprechen eine deutliche Sprache und markieren eine historische Trendwende. Während der klassische, marktkapitalisierungsgewichtete S&P 500 stagniert, hat sich ein Favoritenwechsel vollzogen:
- Equal-Weight S&P 500 (RSP): +6,0 Prozent
- Magnificent 7 ETF (MAGS): -7,0 Prozent
Mike Washington, Equity Sales Trader bei Goldman Sachs, beobachtet eine wachsende Skepsis gegenüber der „KI-Goldgräberstimmung“. Das Problem: Die gigantischen Investitionen in Künstliche Intelligenz belasten zunehmend die Bilanzen. Dass Schwergewichte wie Microsoft oder Nvidia nun verstärkt den Schuldenmarkt anzapfen müssen, um ihre Rechenzentren zu finanzieren, sorgt bei Investoren für Stirnrunzeln.
Der „Trockene-Pulver“-Schock
Ein wesentlicher Grund für die aktuelle Underperformance der Tech-Elite ist laut Washington schlichtweg Erschöpfung. Die Positionierung in Werten wie Apple, Amazon und Meta befindet sich auf einem Allzeithoch.
„Das deutet darauf hin, dass der inkrementelle Käufer kaum noch trockenes Pulver übrig hat“, warnt Washington.
Einfach ausgedrückt: Fast jeder, der diese Aktien kaufen wollte, besitzt sie bereits. Ohne frisches Kapital von der Seitenlinie fehlt den Kursen der Treibstoff für weitere Rekordsprünge.
Wo das „smarte Geld“ jetzt hinfließt
Anstatt auf die überhitzten KI-Versprechen zu setzen, treibt wirtschaftlicher Optimismus die Anleger zurück in die Realwirtschaft. Wer von der beschleunigten Wachstumsphase im ersten Halbjahr 2026 profitieren will, schichtet laut Goldman Sachs in Sektoren um, die bisher im Schatten der Tech-Riesen standen:
- Industrie
- Finanzen
- Konsumwerte
Das Fazit der Experten ist eindeutig: Der gleichgewichtete S&P 500 bietet 2026 das bessere Chance-Risiko-Verhältnis. Während die „Magnificent 7“ mit ihren eigenen Erwartungen kämpfen, schlägt die Stunde der „vergessenen“ 493 Unternehmen.
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