Der KI-Boom treibt nicht nur Chipkonzerne – vor allem Cloudanbieter profitieren. Ein wichtiger Akteur baut seine Dominanz mit milliardenschweren Investitionen weiter aus.

Während Anleger vor allem auf Nvidia & Co. schauen, entwickelt sich im Hintergrund ein noch größerer Profiteur: die Cloud-Infrastruktur. Ohne sie funktioniert keine KI-Anwendung. Besonders Amazon baut seine Stellung in diesem Milliardenmarkt konsequent aus – und schultert dafür massive Investitionssummen.

Cloud-Infrastruktur als Fundament der KI-Revolution

Der KI-Boom entfaltet seine größte Wirkung derzeit nicht bei den Anwendungen, sondern in der zugrunde liegenden Infrastruktur. Laut aktuellen Marktdaten stiegen die weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastruktur im vierten Quartal 2025 um 29 Prozent auf 110,9 Milliarden Dollar – das sechste Quartal in Folge mit über 20 Prozent Wachstum. Treiber warem vor allem die wachsenden Workloads der KI-Modelle, die enorme Rechenleistung, Speicher und Netzwerke erfordern.

Mit einem Marktanteil von 32 Prozent ist Amazon Web Services (AWS) in diesem Segment klarer Spitzenreiter. Im vierten Quartal legte das Geschäft um 24 Prozent zu, während der Auftragsbestand auf 244 Milliarden Dollar kletterte – ein deutlicher Hinweis auf eine anhaltend hohe Nachfrage. Wettbewerber wie Microsoft Azure (22 Prozent Marktanteil, +39 Prozent) und Google Cloud (12 Prozent, +50 Prozent) wachsen zwar schneller, liegen aber weiter zurück.

Amazon investiert Milliarden in die KI-Zukunft

Um diese Nachfrage zu bedienen, fährt Amazon seine Investitionen erneut hoch. Für 2026 plant der Konzern Ausgaben von rund 200 Milliarden Dollar für Rechenzentren, Chips und Infrastruktur. Parallel baut AWS seine globale Präsenz aus, unter anderem mit zusätzlichen Milliardeninvestitionen in neue Rechenzentrumsregionen in Europa.

Auch technologisch positioniert sich Amazon klar: Mit eigenen KI-Chips wie Trainium, Plattformen wie Bedrock und neuen Partnerschaften stärkt der Konzern seine Rolle als zentraler Infrastruktur-Anbieter für generative KI. AWS plant zudem, künftig mehr als eine Million Hochleistungs-GPUs einzusetzen, um den steigenden Bedarf zu decken.

Langfristig ist das Potenzial erheblich: Konzernchef Andy Jassy hält AWS-Umsätze von bis zu 600 Milliarden Dollar im Jahr für möglich – getrieben durch KI-Anwendungen.

Hohe Nachfrage – aber auch steigende Risiken

Der Boom hat jedoch seinen Preis. Die enormen Investitionen belasten kurzfristig die Margen und sorgen für Skepsis am Markt. Anleger reagierten zuletzt sensibel auf die Anküdigung noch höherer Ausgaben.

Gleichzeitig steigen auch die Kosten auf der Kundenseite: Unternehmen investieren hohe Summen in Cloud-Dienste, während eine oft noch ineffiziente Nutzung der Rechenkapazitäten teilweise zu steigender Verschwendung führt. Dennoch ist der Trend eindeutig: KI-Anwendungen benötigen skalierbare Infrastruktur – und genau da liegt die Stärke von AWS.

Fazit

Für Anleger steht am Ende der klare Befund: Nicht nur Chipdesigner, sondern vor allem Cloudanbieter wie Amazon sind die zentralen Profiteure der KI-Ära – mit langfristig enormem Wachstumspotenzial. Anleger sollten die Amazon.com-Aktie (ISIN: US0231351067) daher unbedingt auf ihre Watchlist nehmen und – sobald sich wieder ein Aufwärtstrend im Chart einstellt – ihrem Risikoprofil entsprechend zuschlagen.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Tech-Giganten Index» glücklicher.

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Häufige Fragen zur Amazon.com-Aktie:

Zahlt Amazon.com regelmässig Dividenden?
Nein, wie viele US-Unternehmen schüttet dieser Tech-Gigant keine Dividenden an seine Aktionäre aus.

Wie hoch ist derzeit das KGV der Amazon.com-Aktie?
Es beträgt derzeit relativ moderate 29,52.

Was sagen die Analysten aktuell zu Amazon.com?
Das Konsensvotum von 74 Analystenbeurteilungen der letzten drei Monate lautet "starker Kauf" mit einem Kursziel von stattlichen 281,42 US-Dollar, was beim aktuellen Kurs von gut 207 US-Dollar einem Kurspotential von 35,6 Prozent entspricht.

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