Deutsche Bank Kapitalmarktausblick: Viel Optimismus für 2015
· Börse Online Redaktion
Es ist genau die Mischung an Nachrichten, über die Anleger sich freuen. Bester Indikator: der DAX. Nach seinem Einbruch Mitte Oktober hat sich der wichtigste deutsche Aktienindex gut erholt. Allein in der vergangenen Woche legte er um fast fünf Prozent zu und kratzt wieder an der 10.000-Punkte-Marke - einem Niveau, das er zuletzt im Juli dieses Jahres durchbrochen hatte.
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Laut Konjunkturausblick der Deutschen Bank ist das noch längst
nicht das Ende der Fahnenstange: "Deutschland wird deutlich outperformen", sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege des führenden deutschen Kreditinstituts. Bis Ende 2015 rechnet er damit, dass der DAX bei 11 500 Punkten stehen könnte. "Im Vergleich zu anderen großen Aktienmärkten ist der DAX bezogen auf das KGV günstiger bewertet." Anleger können darauf etwa mit ETFs setzen. Dass die Konjunkturzahlen zuletzt auch für Deutschland eher durchwachsen waren, hemme die Kursentwicklung nicht. Die meisten DAX-Titel sind stark exportorientiert, sodass sie eher von der Weltkonjunktur abhängen als vom heimischen Markt. Die Deutsche Bank erwartet darum vor allem bei Zyklikern wie Chemie-, Auto- und Bautiteln eine überproportionale Wertentwicklung.
Begünstigt wird die Exportindustrie vom schwachen Euro. Dieser verbilligt die ausgeführten Güter auf dem Weltmarkt und fördert auf diese Weise den Absatz. Die anhaltend lockere Geldpolitik der EZB wird die europäische Gemeinschaftswährung im kommenden Jahr vermutlich weiter schwächen. Auch der niedrige Ölpreis ist für die rohstoffabhängige deutsche Industrie förderlich: Nicht nur die Produktion verbilligt sich, der Transport von Waren kostet mit sinkenden Benzin- und Kerosinpreisen ebenfalls weniger. Zwar glaubt die Deutsche Bank, dass die Notierungen am Rohölmarkt wieder steigen werden, jedoch nicht dramatisch.
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US-Aktien ins Depot
Grund dafür ist unter anderem die verstärkte Erschließung von Ölvorkommen in Schiefergestein in den USA. "Das Land ist das einzige, für das im kommenden Jahr ungebremster Optimismus gilt", sagt Chefvolkswirt Stefan Schneider. Sein Kollege pflichtet ihm bei: "Ich würde in jedem Fall einen nennenswerten Betrag meines Portfolios in den USA anlegen - in Aktien, aber auch in Unternehmensanleihen", sagt Stephan.
Schwellenländer seien ebenfalls ein Investitionsthema, mit dem sich Privatanleger auseinandersetzen sollten - allerdings differenziert: "Finger weg von Lateinamerika!", warnen die Deutschbanker. Bevölkerungsreiche Länder wie Indien, Indonesien oder China hingegen bieten lukrative Chancen - auch im Anleihebereich für risikofreudigere Anleger.
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