Mit einer neuen Plattform und neuer Batterietechnologie sollen die Kosten bei BMW sinken - und die Margen wieder steigen. Zum Zusatzturbo an der Börse könnte die Zusammenlegung von Stamm- und Vorzugsaktie werden.
Nach einer schwachen Performance in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 gab die Aktie von BMW im weiteren Jahresverlauf kräftig Gas. Am Ende fuhren die Münchner gar ein zweistelliges Kursplus ein und ließen den anderen Premiumhersteller aus Stuttgart deutlich hinter sich. Trotz dieser starken Kursentwicklung wird die Aktie aktuell mit einer attraktiven Dividendenrendite von 4,1 Prozent gesehen und zählt damit zu den interessantesten Dividendentiteln auf dem deutschen Kurszettel. Dabei geht BÖRSE ONLINE bereits von einer Kürzung der Dividende von 4,30 Euro auf 3,82 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr aus. Für das laufende Geschäftsjahr könnte wieder eine leichte Dividendenerhöhung winken.
Prognosen für 2026 wird das Management frühestens bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2025 Mitte März veröffentlichen. Analysten wie Jose Asumendi von JP Morgan rechnen für 2026 zwar mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr, ihr Fokus liegt jedoch vor allem auf der Gewinnmarge. Asumendi geht davon aus, dass das Ebit stabil bleibt und die Ebit-Marge somit steigt.
Steigt die Marge, steigt der Kurs
Auf dem Kapitalmarkttag im Juli hat Finanzvorstand Walter Mertl betont, mittelfristig wieder eine Gewinnmarge von acht bis zehn Prozent anzusteuern. Dabei setzt das Management auf eine Stabilisierung des China-Geschäfts, Kostensenkungen und eine Reduzierung der Investitionen. Der iX3 ist das erste Modell der Neue-Klasse-Plattform. Dieses Modell wird 2026 nicht nur in Europa, sondern im Jahresverlauf auch in abgewandelter Form in China auf die Straße kommen. Der iX3 ist der Start einer globalen Modelloffensive. Bis 2027 sollen allein in China über 20 neue Modelle vom Band fahren. Einer der größten Kostenblöcke bei E-Fahrzeugen sind die Batterien. Bis 2028 wird die Markteinführung der Batterietechnologie der 6. Generation angestrebt. Dies ermöglicht nach eigenen Angaben eine Kostenreduzierung von 40 Prozent gegenüber der 5. Generation. In den zurückliegenden Jahren sind hohe Milliardenbeträge in die Entwicklung der Neue-Klasse-Plattform geflossen. Mit der Markteinführung des ersten Modells iX3 dürften die Entwicklungskosten in den kommenden Jahren voraussichtlich sinken und damit für eine Margenverbesserung sorgen.
Vorzüge und Stämme werden eins
Eine positive Gewinnentwicklung 2026 dürfte der entscheidende Katalysator für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der Aktie sein. Der Plan des Managements, die beiden Aktiengattungen zusammenzulegen, wurde derweil positiv aufgenommen. Eine Entscheidung erfolgt auf der nächsten Hauptversammlung. Dann wird auch Milan Nedeljković das Steuer von Konzernchef Oliver Zipse übernehmen. Die Entwicklung der Aktie signalisiert, dass Investoren Vertrauen in den neuen Chef haben. Gelingt der Ausbruch über 98 Euro, hat sie freie Fahrt bis 115 Euro und im weiteren Verlauf bis 130 Euro.
Der aktuelle Kurs der BMW-Vorzüge
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