Star-Investor Jeremy Grantham warnt davor, dass sich der US-Markt in der gefährlichsten Spekulationsblase aller Zeiten befindet – angetrieben von KI-Euphorie.
Starinvestor Jeremy Grantham hat bereits die Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 vorhergesagt. Nun bereitet dem 87-jährigen Mitgründer der Vermögensverwaltung GMO die KI-Euphorie an den Märkten Sorgen – immer wieder macht er auf einen möglichen Crash an den US-Börsen aufmerksam.
Star-Investor Jeremy Grantham warnt vor “größter Blase der amerikanischen Geschichte"
Seiner Einschätzung nach befindet sich der amerikanische Aktienmarkt in der „größten Blase der amerikanischen Geschichte", wie Grantham in Steven Bartletts Podcast “The Diary of a CEO” sagte.
Anders als bei früheren geplatzten Blasen – etwa der Eisenbahn-Euphorie des 19. Jahrhunderts oder dem Dotcom-Boom der Jahrtausendwende – sei der gesellschaftliche Nutzen der jeweiligen Technologie damals wenigstens klar und greifbar gewesen. Heute dagegen herrsche blinde KI-Euphorie.
„Die Zeichen eines irren Überschwangs sind überall", meint Grantham – und nannte als Beispiel Elon Musks Raketen- und KI-Unternehmen SpaceX, das zuletzt einen Rekord-Börsengang hingelegt hatte. „SpaceX definiert seinen adressierbaren Markt als ein Viertel des globalen Bruttoinlandsprodukts. Das ist eine fabelhafte Märchenstory: Asteroidenabbau, der vermeintlich gigantische Erfolg der KI. Das ist das klassische Bild eines Marktgipfels – genau das, wonach man an der Spitze einer gewaltigen Blase Ausschau hält."
Treiber der Blase seien die sogenannten „KI-Highflyer" – jene Unternehmen, deren Bewertungen in astronomische Höhen geschossen sind. Einen Kursrückgang von 70 Prozent hält Grantham für denkbar und warnt davor, dass darauf folgende Massenentlassungen und Arbeitslosigkeit die Wirtschaft unter Druck setzen werden. “Blickt man auf das Platzen großer Blasen in der Vergangenheit, folgen darauf stets sehr harte Zeiten."
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Kommt bald der große KI-Crash? Was Anleger laut Grantham tun sollten
Anleger sollten sich laut Grantham deshalb besser aus dem US-Markt zurückziehen: „Regel Nummer eins lautet: breit diversifizieren. Legen Sie 60 Prozent Ihres Kapitals in einen breit aufgestellten Index außerhalb der USA an. Diese Märkte sind deutlich günstiger bewertet und haben US-Aktien seit Anfang vergangenen Jahres klar outperformt.”
Weitere fünf bis zehn Prozent sollten laut dem bekannten Investor in Edelmetalle wie Gold und Silber fließen. “Immobilien können eine sinnvolle Beimischung sein – sofern das praktikabel ist –, aber sie sind historisch gesehen recht teuer. Den Rest würde ich in Anleihen investieren", so Grantham.
Wichtig zu wissen für Anleger ist auch: Grantham hat zwar den japanischen Börsencrash von 1989 sowie die US-Krisen von 2000 und 2007 vorausgesagt. Allerdings gilt er auch als notorischer Pessimist, der auch in den vergangenen Jahren unablässig vor dem großen Einbruch warnt – während die US-Märkte stattdessen von Höchststand zu Höchststand eilten. Kritiker spotten deshalb laut Medienberichten über ihn, dass er "zehn der letzten drei Krisen vorhergesagt" habe.
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Häufige Fragen
Was ist eine Spekulationsblase und woran erkennt man sie?
Eine Spekulationsblase entsteht, wenn die Kurse von Vermögenswerten – etwa Aktien – weit über ihren fundamentalen Wert hinaus steigen, getrieben von Euphorie und Herdenverhalten. Typische Warnsignale sind überzogene Bewertungen, irrationale Kurssprünge ohne Gewinnbasis sowie ein verbreitetes „Diesmal ist alles anders"-Denken unter Anlegern.
Wer ist Jeremy Grantham?
Jeremy Grantham ist ein bekannter britischer Investor, Philanthrop und Mitbegründer der Investmentgesellschaft GMO (Grantham, Mayo & van Otterloo) mit Sitz in Boston. Er gilt als pessimistischer Börsenstratege, der häufig vor Spekulationsblasen warnt.
Wie verlässlich sind Prognosen von Star-Investoren wie Jeremy Grantham?
Selbst erfahrene Investoren mit nachgewiesener Erfolgsbilanz liegen regelmäßig falsch – oder richtig, aber zur falschen Zeit. Grantham sagte mehrere Crashs korrekt voraus, warnte aber auch über Jahre vor Einbrüchen, die ausblieben. Prognosen sollten daher als eine von vielen Informationsquellen betrachtet werden, nicht als verlässliche Handlungsanweisung.
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