Henkel-Aktie schmiert ab - Konzern setzt trotz Sorgen der Anleger auf China-Geschäft
· Börse Online Redaktion
Henkel fährt in China rund neun Prozent seines Umsatzes ein, das Land ist der drittgrößte Einzelmarkt für die Düsseldorfer. Im Kosmetik-Geschäft weist Henkel dort zweistellige Zuwachsraten auf, das Geschäft mit der Industrie lahmt indes, räumte Rorsted ein. Dies sei aber kein hausgemachtes Problem, Henkel verliere keine Marktanteile. Vielmehr sei das eine allgemeine Entwicklung, unterstrich er: "Das Wachstum Chinas ist offenbar kein Selbstläufer mehr." Jüngste Zahlen des Statistikamtes belegen, dass sich etwa das Wachstum der Industrieproduktion in dem Riesenreich im Juli verlangsamt hatte. Henkel steht in China aber nicht allein - auch Konkurrent Beiersdorf ist dort ebenso wie zahlreiche andere Konkurrenten engagiert.
Henkel bekam dies auch in der Klebstoffsparte zu spüren, die etwa die Computer- oder Autoindustrie beliefert. Auch bei Verpackungsklebstoffen lief es nicht rund. Ohne Währungseffekte und Zukäufe legte der Umsatz der mit Abstand größten Sparte um 1,7 Prozent zu und blieb damit "unter unseren Erwartungen", räumte Rorsted ein. Für das Gesamtjahr hat er ein organisches Umsatzwachstum der Sparte zwischen drei und fünf Prozent in Aussicht gestellt.
Insgesamt erzielte Henkel aber ein deutliches Umsatz- und Gewinnplus. Vor allem die Waschmittelsparte konnte im zweiten Quartal deutlich zulegen. Und auch im lange krisengeschüttelten Südeuropa konnten die Rheinländer wieder wachsen. "In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld verzeichnete Henkel im zweiten Quartal eine insgesamt gute Geschäftsentwicklung", bilanzierte der gebürtige Däne. Der Umsatz kletterte um 13,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Dabei halfen die Zukäufe aus dem vergangenen Jahr und der starke US-Dollar, denn der Konzern produziert auch in Nordamerika.
Der bereinigte operative Ertrag (Ebit) legte um 14 Prozent auf 768 Millionen Euro zu. Seine Jahresziele bekräftigte Rorsted - auch wenn er weiter von einem "schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" ausgehe. Zudem könne Henkel das Ziel, bis Ende 2016 einen Umsatz von 20 Milliarden Umsatz zu erreichen, aus eigener Kraft und ohne große Übernahmen schaffen. Zukäufe seien aber auch möglich. Dafür könne das Unternehmen fünf Milliarden Euro ausgeben, ohne sein Rating zu gefährden.
In einem wichtigen Übernahmepoker hatte Henkel aber jüngst eine Schlappe hinnehmen müssen. Im Rennen um den Haarpflegehersteller Wella zogen die Düsseldorfer den Kürzeren, der US-Parfümhersteller Coty erhielt den Zuschlag für die Tochter des US-Branchenprimus Procter&Gamble.
Reuters
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