Nach dem Börsenbeben: Dax grenzt Verluste ein
· Börse Online Redaktion
Am Montag war der US-Standardwerteindex Dow Jones um 4,6 Prozent auf 24.346 Zähler eingebrochen, der schwärzeste Tag seit sechseinhalb Jahren. Das Barometer verlor zeitweise 1.600 Punkte - so viel wie noch nie. Beim breit gefassten S&P500 löste sich eine Billion US-Dollar Marktkapitalisierung innerhalb eines Tages in Luft auf. Zum Vergleich: In einem Quartal erwirtschaftet Deutschland nicht so viel.
Grund für den Kursrutsch war die Sorge, dass die Zeit des billigen Geldes bald vorbei sein könnte. Am Markt ging die Annahme um, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs schneller erhöhen könnte. Deshalb schichten Anleger verstärkt in Anleihen um, die bei in diesem Fall wieder mehr Rendite abwerfen dürften. Aktien sind grundsätzlich bei steigenden Anleiherenditen weniger attraktiv. In einem sich selbstverstärkenden Prozess hatten dann die Kurse immer weiter nachgegeben: Durch den Fall wichtiger charttechnischer Unterstützungen wurden verstärkt automatisierte Verkaufsorders ausgelöst.
Im Tagesverlauf verringerte der Dax seine Verluste etwas. Am Nachmittag stieg der Leitindex auf ein Tageshoch von minus 1,35 Prozent bei 12.515,92 Punkten. Die Erholung der US-Börsen besänftigte die Anleger am deutschen Aktienmarkt.
Die Wallstreet startete zunächst schwächer in den Handel. Der Dow Jones fiel zur Eröffnung unter die Marke von 24.000 Punkten. Nach einiger Zeit erholten sich die Börsen etwas. Zur Stunde steht bei dem Leitindex ein moderates Minus von 0,6 Prozent.
Auch die anderen deutschen Indizes standen unter Druck. Der Nebenwerteindex MDax schloss 1,9 Prozent im Minus bei 25.238,79 Punkten. Für den Technologieindex TecDax ging es um 2,9 Prozent auf 2.479,93 Zähler nach unten. Der Kleinwerteindex SDax fiel um 2,0 Prozent auf 11.646,05 Punkte.
Die Turbulenzen an den Aktienbörsen gingen auch am Devisenmarkt nicht spurlos vorüber. Der Kurs des Euro geriet unter Druck und fiel bis auf 1,2322 Dollar.
Auf Unternehmensseite stand die Munich Re im Fokus. Der Rückversicherer enttäuschte die Anleger mit den vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr und die unveränderte Dividende. Die Aktie brach um zeitweise 6,3 Prozent auf ein Viereinhalb-Monats-Tief von 178,45 Euro ein. "Die Geschäftszahlen von Münchener Rück waren nicht prickelnd", sagte ein Händler. "In einem so schwachen Marktumfeld wie heute, kann sich der Abwärtsstrudel auch leicht verstärken."
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