Dank einer robusten Nachfrage wird der Markt für das Edelmetall auch in diesem Jahr unterversorgt sein. Das kann dem Preis nach der Konsolidierung wieder Rückenwind verleihen 

Die Korrektur bei den Edelmetallen ging auch an Platin nicht spurlos ­vorüber. Noch im Januar kostete eine Unze knapp 2.700 Dollar. Seit diesem Rekordhoch hat das silbrige Edelmetall deutlich verloren. Den starken Anstieg zuvor haben Investoren wohl zum Anlass genommen, Gewinne mitzunehmen. Zudem bauen Investoren angesichts der Nervosität an den Aktienmärkten und einer drohenden Energiekrise Liquidität auf. Nur so bleibt man flexibel und kann bei Kursrückgängen günstig nachkaufen.

Das könnte sich gerade bei Platin als clevere Idee erweisen, wie eine neue Studie zeigt. Der World Platinum Invest­ment Council (WPIC) hat in seinem aktuellen Quartalsbericht neue Prognosen zum Markt veröffentlicht. Demnach wird es auch 2026 ein Angebotsdefizit geben. Das wäre dann bereits das vierte Jahr in Folge. Im November ging der WPIC noch von einem leichten Angebotsüberschuss aus. Zudem wurde das Angebotsdefizit von 2025 auf 1,08 Millionen Unzen nach oben revidiert, ein neuer Rekordwert. Das größere Defizit im vergangenen Jahr und die für dieses Jahr erwartete Unterversorgung sind jeweils auf eine stärkere Investmentnachfrage zurückzuführen. Und die wird auch im neuen Jahr wirken. Der Branchenverband unterstellt eine starke Nachfrage nach Barren und Münzen.

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Konsolidierung Dem Allzeithoch im Januar bei 2.771 Dollar pro Unze folgte ein starker Abverkauf bis auf 1.900 Dollar. Hier könnte sich eine Unterstützung bilden.

Industrielle Anwendungen treiben die Nachfrage

Platin ist nicht nur bei Anlegern gefragt. Rund 40 Prozent des Primärangebots wird von der Automobilindustrie abgerufen. Die stabile Nachfrage nach Hybridfahrzeugen und Verbrennern in den USA stützt den Verbrauch. In Kombination mit anderen Anwendungen in der Glas- und Chemiebranche sowie dem Schmuck­sektor in China trifft ein breites Nachfrage­profil auf ein unflexibles Angebot.

Beim Angebot revidierte der WPIC die Prognose sogar etwas nach unten, weil die Minenproduktion in Südafrika weniger zulegen werde und in Russland mit einem Rückgang gerechnet wird. Die ­politischen Unwägbarkeiten sorgen für ­geringere ­Investitionen der Minenbetreiber. Anstatt in teure Großprojekte zu investieren, ­fokussiert sich die Branche auf die Effizienz bestehender Kapazitäten. Das begrenzt das globale Angebot und sorgt für ein strukturelles Ungleichgewicht.

Fazit

Dass der Markt trotz des hohen erreichten Preisniveaus weiter unterversorgt bleiben soll, sollte den Preis stützen. Sehr risikobereite Anleger, die an möglichen Preissteigerungen verdienen möchten, können das Potenzial mit Knock-out-Calls (siehe Tabelle) hebeln. Der Hebel zeigt an, um wie viel stärker der Call zulegt. Das heißt, je höher der Hebel umso größer das Gewinnpotenzial, sollte der Basiswert Platin steigen. Dem steht das Verlustrisiko gegenüber, wenn die Notierungen fallen. Deshalb setzen Anleger unbedingt individuelle Stop-Loss-Marken.

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Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe von BÖRSE ONLINE

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