Die Nachricht schlägt am Montagmorgen, dem 16. Februar 2026, hohe Wellen in der Finanzwelt: Die Gabler Group, ein hochspezialisierter Hidden Champion aus Lübeck, plant den Gang auf das Frankfurter Parkett. In Zeiten global steigender Verteidigungsausgaben und der Bedrohung kritischer Infrastruktur unter Wasser trifft der Börsenkandidat den aktuellen Zeitgeist punktgenau.
Gabler ist kein Neuling, sondern seit über 60 Jahren eine Institution in der Marinetechnik. Das Unternehmen gilt als führender europäischer und einer der zwei weltweit größten Anbieter von ausfahrbaren Mastsystemen für konventionelle U-Boote.
- Das Herzstück: Ohne die Masten für Kommunikation, Sensorik und Optik aus Lübeck wären U-Boote faktisch „blind“.
- Der Kundenstamm: Über 25 Marinen weltweit (darunter Deutschland, Indien und Südkorea) sowie insgesamt mehr als 250 Kunden setzen auf die Technik der Norddeutschen.
- Rüstungsfokus: Rund 75 % des Umsatzes entfallen auf den Verteidigungssektor.
Finanzielles Profil: Profitabilität trifft Auftragsschwemme
Die Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 unterstreichen die starke Marktposition des Unternehmens:
- Nettoumsatz: 61,7 Millionen Euro (Pro-forma).
- EBIT-Marge: Beeindruckende 28,2 % (bereinigt).
- Auftragsbestand: Zum Jahresende 2025 liegen Aufträge im Wert von 359 Millionen Euro vor – das entspricht dem Sechsfachen des aktuellen Jahresumsatzes und sorgt für enorme Planungssicherheit.
Das Management um CEO David Schirm peilt mittelfristig eine Umsatzsteigerung auf 100 Millionen Euro an.
Strategie: Schutz kritischer Infrastruktur
Neben dem Kerngeschäft mit U-Booten hat sich Gabler durch Zukäufe wie develogic und SubCtech für die Zukunft positioniert. Der Fokus liegt hierbei auf der Unterwasserüberwachung zum Schutz von Offshore-Windparks, Pipelines und Seekabeln – ein Markt, der durch die geopolitischen Spannungen der letzten Jahre massiv an Bedeutung gewonnen hat.
Die IPO-Eckdaten im Überblick
Mit dem Börsengang will Gabler die nächste Wachstumsphase finanzieren:
- Segment: Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse.
- Zeitplan: Die Erstnotiz ist für Anfang März 2026 geplant.
- Kapitalerhöhung: Das Unternehmen strebt Nettoerlöse von rund 40 Millionen Euro an.
- Eigentümerstruktur: Die Lübecker Possehl-Gruppe veräußert Teile ihrer Anteile, will aber langfristig als Minderheitsaktionär an Bord bleiben.
- Begleitung: Cantor Fitzgerald koordiniert den IPO als Sole Global Coordinator; das Bankhaus Metzler fungiert als Joint Bookrunner.
Fazit: Ein Rüstungs-IPO mit Substanz
Der Börsengang der Gabler Group wirkt aufgrund der hohen Margen und des vollen Orderbuchs äußerst vielversprechend. Während Anleger noch auf die Veröffentlichung des konkreten Angebotspreises warten, ist das Interesse an dem Lübecker Spezialisten bereits jetzt enorm.
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