Der Pharmagigant Bayer AG ist jedem Anleger ein Begriff – dennoch lohnen sich oft Blicke über den Tellerrand hinaus, ob allenfalls noch ein anderer Branchenkonkurrent das bessere Investment wäre. Ein Vergleich mit der Pfizer Inc. drängt sicher daher auf.

Kurzvergleich des Pharma-Giganten Bayer AG mit der Pfizer Inc.

Zwischen den beiden grossen Pharmaunternehmen bestehen sowohl Überschneidungen wie auch Differenzen:

Gemeinsamkeiten:
Die Bayer AG (ISIN: DE000BAY0017) und Pfizer Inc. (ISIN: US7170811035) gehören beide zu den Schwergewichten der internationalen Pharmaindustrie. Beide Konzerne entwickeln Medikamente in zentralen Therapiefeldern wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Onkologie und Immunologie. Forschung und Entwicklung sind für beide Unternehmen der wichtigste Wachstumstreiber. Zudem sind sie global präsent und profitieren von der robusten Nachfrage nach Gesundheitslösungen, die weitgehend unabhängig von Konjunkturschwankungen ist.

Unterschiede:
Pfizer ist ein reines Pharmaunternehmen und konzentriert sich vollständig auf verschreibungspflichtige Medikamente und Impfstoffe. Bekannt wurde der Konzern vor allem durch den COVID-19-Impfstoff Comirnaty. Nach dem Umsatzhoch der Pandemie steht Pfizer nun vor der Herausforderung, den Rückgang auszugleichen. Mit Übernahmen wie Seagen Inc. zum Preis von rund 43 Mrd. USD stärkte der Konzern gezielt seine Onkologie-Pipeline und investiert in Biotechnologie, um langfristig wieder zu wachsen.
Bayer hingegen ist ein breit aufgestellter Life-Science-Konzern mit den Sparten Pharma, Consumer Health und Crop Science. Diese Diversifizierung bietet Stabilität, birgt aber auch Risiken: Insbesondere die Monsanto-Übernahme belastet das Unternehmen durch milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten und hohe Schulden. Zudem laufen wichtige Patente aus, etwa beim Gerinnungshemmer Xarelto.
Auch in der Bewertung klafft eine deutliche Lücke: Während Pfizer aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 150 Milliarden US-Dollar kommt, liegt Bayer bei etwa 28 Milliarden Euro. Damit verfügt Pfizer über deutlich mehr finanzielle Schlagkraft, während Bayer verstärkt mit Restrukturierung und Risikomanagement beschäftigt ist.
Zudem klafft bei den Dividendenzahlungen eine grosse Lücke zwischen den beiden: Während Anleger mit Aktien der Pfizer Inc. gemäss Tradingview.com (https://de.tradingview.com) in den letzten beiden Jahren jährlich eine Dividendenrendite von 5.7, bzw. 6.3% erzielt hatten, lag die Dividendenrendite für Aktionäre der Bayer AG bei mickrigen 0.3, bzw. 0.6%.
Und auch bei der Nettogewinnmarge hatte gemäss Tradingview.com (https://de.tradingview.com) die Pfizer Inc. mit 12.6% gegenüber der Bayer AG mit -5.5% deutlich die Nase vorne.

Das sagen die Analysten zur Bayer AG-Konkurrentin

Die Analystenmeinungen sehen zusammengefasst die Aktie der Pfizer Inc. als derzeit mit rund 10% unterbewertet an, mithin das durchschnittliche Kursziel auf 12 Monate bei 28.50 USD liegt; dem entsprechend stuften in den letzten drei Monaten von 20 Analysten 7 die Pfizer Inc.-Aktie mit «starkem Kauf», zwei mit «Kauf», 16 mit «Halten»  ein. Nur ein Analyst rät derzeit zum (starken) Verkauf der Pfizer-Aktie.

Bei der Bayer AG sehen die Analysten auf 12 Monate im Grunde kein Potential – die Konsenschätzung der Analysten liegt bei 28.60 Euro. In den letzten drei Monaten stuften von ebenfalls 21 Analysten 12 die Aktie als «Halteposition» und ein Analyst rät derzeit zum Verkauf der Bayer-Aktie.
Die Pfizer-Aktie ist somit aus Sicht der Analysten derzeit die bessere Wahl.

Welcher Pharmagigant hat in (chart-)technischer Hinsicht die Nase vorne?

Aus technischer Sicht gibt es jedoch derzeit keine überzeugenden Argumente für die Pfizer Inc.-Aktie; etwas besser sieht die Aktie der Bayer AG aus. Anleger sollten primär darauf achten, dass der zaghaft begonnenen Aufwärtstrend (violette Linie) nicht nach unten durchbrochen wird.

Chart Bayer AG
https://de.tradingview.com
Chart Bayer AG

Lesen Sie auch:

MDAX-Aktie im Krisenmodus: Gewinnwarnung, De-Listing-Gerüchte – und dennoch 40%-Kurschance?

Tagesgeld-Falle! So verschenken Deutsche Sparer & Anleger bis zu 47% Rendite in den nächsten 25 Jahren!

Krankenkassen-Hammer: Nach Beitragserhöhungen plötzlich Milliarden-Überschuss

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer, Pfizer.