Die europäische Automobilindustrie kann sich nicht wirklich erholen. Seit einigen Wochen verzeichnen Mercedes, VW, BMW und Stellantis immer wieder Verluste. Porsche stellt sich jedoch gegen diesen Trend und legte in den vergangenen zwölf Monaten sogar zu.

Während die Mercedes-Aktie seit Jahresbeginn rund 25 Prozent verlor, liegt der Verlust bei BMW schon bei mehr als 30 Prozent. Im selben Zeitraum legte die Porsche-Aktie um 4,4 Prozent zu. Auf der Hauptversammlung am Dienstag bestätigte das Zuffenhausener Unternehmen zudem seine Jahresziele. Dennoch sollten Anleger diese Meldung mit Vorsicht genießen.

Porsche ist ein "Scherbenhaufen"

Nach einem tieferen Start am Dienstagmorgen drehte die Porsche-Aktie zeitweise ins Plus und verzeichnete einen Zuwachs von über einem Prozent. Der erhoffte Rückenwind blieb dennoch aus: Aktuell notieren die Papiere im Xetra-Handel bei 47,44 Euro, was einem Verlust von 1,04 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht (Stand: 23. Juni 2026, 14:42 Uhr). Dennoch kann das Unternehmen auf ein Plus von über vier Prozent in den vergangenen sechs Monaten zurückblicken. Hier zeigen sich andere Autohersteller deutlich schwächer.

Zur Hauptversammlung am Dienstag rechneten die Aktionäre dennoch mit Porsche ab. Der Grund: Die Aktie hat seit ihrem Börsengang vor drei Jahren über 56 Prozent verloren. "Wir Aktionäre blicken heute auf Porsche und sehen einen Scherbenhaufen", sagt Ingo Speich von Deka. Bereits Mitte 2024 zeichnete sich eine negative Kursbewegung ab, die im Krisenjahr 2025 mündete, in dem der Porsche-Überschuss um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro einbrach. Ursachen hierfür lagen im schwächelnden China-Geschäft, der US-Zollpolitik und der geringeren Nachfrage nach E-Modellen - sowie der Milliardeninvestition, um wieder mehr Verbrenner herzustellen. Auch jetzt spricht Porsche-CEO Michael Leiters von einer "herausfordernden" Lage, in der sich der Automobilhersteller befindet.

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Porsche-Aktie: Gegen den Trend und trotzdem der große Verlierer?

Erst in der vergangenen Woche bescherte eine Gewinnwarnung von BMW auch anderen Automobilherstellern wie Mercedes oder Stellantis deutliche Verluste. Auch die Porsche-Aktie konnte das 52-Wochen-Hoch bei 50,66 Euro nicht halten. Heute bahnte sich kurzzeitig eine Erholung an, allerdings kann auch Porsche dem Sog nicht entkommen, den der Automobilsektor aktuell erlebt, wodurch die Aktie nach der Mittagszeit erneut ins Minus drehte.

Dennoch findet die Porsche-Aktie nach einem katastrophalen 2025 langsam wieder in die Spur. Seit März zeigen die Papiere einen Aufwärtstrend, den es nun fortzusetzen gilt. Der nächste wichtige Termin für Anleger folgt am 29. Juli, wenn Porsche den Halbjahresbericht vorlegt.

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Häufig gestellte Fragen

Ist die Porsche-Aktie trotz der Schwäche im Automobilsektor ein Kauf?

Das hängt stark davon ab, ob Anleger auf eine operative Stabilisierung und eine mögliche Trendwende setzen. Kurzfristig bleibt die Aktie allerdings volatil.

Warum ist die Porsche-Aktie trotz Kursgewinnen noch unter Druck?

Weil die jüngsten Erholungen nach einem sehr schwachen Verlauf nur einen Teil der Verluste ausgleichen. Viele Anleger schauen deshalb weniger auf einzelne Handelstage als auf die Entwicklung seit dem Börsengang.

Welche Rolle spielt der Halbjahresbericht am 29. Juli?

Der Halbjahresbericht kann neue Hinweise auf Margen, Absatztrends und die operative Stabilität liefern. Gerade bei Porsche könnte er zum nächsten wichtigen Impuls für die Aktie werden.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.

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