Die Folgen der Gewinnwarnung durch BMW reißen nicht ab. Der gesamte europäische Autosektor verliert an den Märkten. Die Mercedes-Aktie erreicht am Donnerstag den tiefsten Wert seit sechs Jahren.
Der Automobilsektor verliert am Donnerstag erneut an den Märkten. Die Prognosesenkung von BMW betrifft die gesamte Branche. Analyst Jose Asumendi von JPMorgan bezeichnete die Gewinnwarnung als "Weckruf". Nachdem BMW am Mittwoch bereits Verluste verzeichnete, fiel die Mercedes-Aktie einen Tag später ebenfalls. Ein Minus von über vier Prozent sorgt für den tiefsten Wert seit 2020.
BMW-Gewinnwarnung belastet Mercedes-Aktie und den Sektor
Die Aktie von Mercedes-Benz verlor in den vergangenen sechs Monaten fast 25 Prozent. Bei BMW sind es rund 34 Prozent und Volkswagen meldet ein Minus von 18,4 Prozent im selben Zeitraum. Die Prognoseanpassung von BMW bewegt die europäischen Autowerte deutlich. Am Donnerstagmittag verzeichnen die Aktien folgende Werte:
• Mercedes-Benz: -4,43 Prozent (44,78 Euro)
• BMW: -3,37 Prozent (60,20 Euro)
• Volkswagen: -2,31 Prozent (84,60 Euro)
• Stellantis: -1,34 Prozent (5,60 Euro)
• Porsche: -0,97 Prozent (48,22 Euro)
Die beiden Titel mit den größten Verlusten zeigen einen klaren Abwärtstrend seit den Erfolgen Ende 2025. Die Stellantis- und Mercedes-Aktien erreichten zudem die tiefsten Werte seit sechs Jahren. Bereits seit März agiert die Mercedes-Aktie unterhalb der 200-Tage-Linie. Auch die 50-Tage-Linie rückt in weite Ferne. Eine Erholung ist ebenfalls nicht zu erwarten. Volkswagen bewegt sich erneut auf die Unterstützung bei 84 Euro zu, könnte diese jedoch ebenfalls in Kürze durchbrechen. Doch vor allem BMW rutschte bereits am Mittwoch deutlich ab und kann den Kursrutsch auch am Donnerstag nicht ausbremsen. Mittlerweile haben auch Analysten ihre Prognosen angepasst.
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Analystenmeinungen zu BMW, Mercedes und Volkswagen
Der allgemeine Analystenkonsens im europäischen Automobil-Sektor war lange Zeit positiv. Auch einige Expertenmeinungen kamen auf. Henning Cosman von Barclays hatte bereits einen Tag zuvor auf die negative Signalwirkung der Margenwarnung gerade auch für Mercedes hingewiesen. JPMorgan-Experte Asumendi hält momentan alle europäischen Premiumhersteller in China preislich nicht für konkurrenzfähig. Als Grund nannten die Experten die Krise am chinesischen Automarkt und die Folgen des Iran-Kriegs. Der Absatzmarkt in Asien ist für europäische Autobauer elementar, kann aktuell jedoch nicht die erhofften Gewinne erzielen.
Christian Frenes von Goldman Sachs ist etwas anderer Meinung. Der Experte hält die Kursreaktion auf BMW-Papiere für übertrieben und sagt, ihre Nettoliquidität liege inzwischen über ihrem Marktwert. Trotz der fallenden Kurse bleiben die meisten Analysten positiv gestimmt und beharren auf ihrer Kauf- oder Halteempfehlung. Auch bei den Analystenkonsens gab es kaum Änderungen. Für Mercedes besteht dieser weiterhin bei 62 Euro. Für VW betrachten die Analysten ein durchschnittliches Kursziel in Höhe von 8,43 Euro als realistisch. Ähnlich ist es auch bei BÖRSE ONLINE. In Heft 20/26 (auch als E-Paper erhältlich) finden Anleger eine Pro- und Contra-Analyse zur Mercedes-Aktie, sowie weitere Empfehlungen und Tipps.
Die Titel der europäischen Autobauer versinken aktuell im Chaos und dennoch sollten Anleger vorerst Ruhe bewahren. Eine zyklische Wende ist nicht auszuschließen - vor allem dann, wenn der chinesische Automarkt wieder zulegt. Bereits im vergangenen Jahr war der Sommer für die Autobauer schwierig. Im Winter folgte dann jedoch die Rally.
Häufig gestellte Fragen
Warum reagieren Autoaktien so heftig auf eine Gewinnwarnung?
Weil Anleger solche Meldungen oft als Warnsignal für die ganze Branche sehen. Wenn ein großer Hersteller wie BMW die Prognose senkt, fragen sich viele sofort, ob es bei den anderen auch bald Probleme gibt.
Warum ist der chinesische Markt für Mercedes, BMW und VW so wichtig?
Weil die deutschen Autobauer dort sehr viel Geschäfte machen - vor allem im Premiumbereich. Läuft es in China schwächer, drückt das schnell auf Umsatz, Marge und Stimmung an der Börse.
Sind schwache Kurse bei Autoaktien jetzt eine Kaufchance?
Nicht automatisch. Günstige Kurse können zwar attraktiv wirken, aber oft steckt auch echter Gegenwind dahinter. Etwa bei schwächerer Nachfrage, Preisdruck oder Probleme bei der Gewinnentwicklung.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.