Die geopolitische Lage treibt Europas Verteidigungsindustrie an – und Rheinmetall zählt zu den größten Profiteuren. Der Düsseldorfer Konzern baut seine Munitionsproduktion massiv aus und reagiert damit auf den enorm gestiegenen Bedarf westlicher Armeen. Anleger verfolgen die Expansion aufmerksam - doch charttechnisch bleibt die Lage brisant.

Rheinmetall baut seine Produktion massiv aus und setzt auch auf Drohnenboote

Der Rüstungskonzern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Akteur der europäischen Wiederbewaffnung entwickelt. Der Bedarf an Munition ist durch die aktuellen Konflikte massiv gestiegen. Rheinmetall reagiert darauf mit einer umfangreichen Erweiterung seiner Produktionskapazitäten. Insgesamt plant das Unternehmen den Bau von 13 neuen Werken in Europa sowie die Erweiterung bestehender Anlagen.

Dabei sticht auch heraus, dass Rheinmetall die Produktion unbemannter Boote am Standort Hamburg deutlich ausbauen wird. Diese Systeme, die häufig auch als Drohnenboote bezeichnet werden, sollen künftig in der von Rheinmetall übernommene Werft von Blohm + Voss in größeren Stückzahlen hergestellt werden. Entsprechende Pläne stellte am Montag der Rheinmetall-Manager Tim Wagner vor, der im Konzern die Division Naval Systems verantwortet.

Zunächst ist eine Kleinserie vorgesehen: „Wir fangen mit einer relativ kleinen Anzahl von 15 Booten an, um das ganze Thema in Fahrt zu bringen“, sagte Wagner. Perspektivisch solle die Fertigung jedoch ganz andere Dimensionen erreichen: Rheinmetall strebt eine Produktion von um die 200 Booten pro Jahr an, langfristig könnte die Kapazität sogar bis zu 1.000 Boote jährlich betragen!

Ein weiteres wichtiges Projekt ist das neue Werk im niedersächsischen Unterlüß. Dort soll die Produktion von 155-Millimeter-Artilleriegeschossen stark ausgebaut werden: von zuletzt rund 25.000 Einheiten im Jahr 2025 auf etwa 140.000 im laufenden und perspektivisch sogar 350.000 Geschosse jährlich ab 2027. Diese Kapazitätssteigerung soll die Versorgung der europäischen Streitkräfte langfristig sichern.

Volle Auftragsbücher treiben Wachstum – Analysten zuversichtlich

Die steigende Nachfrage schlägt sich bereits deutlich in den Zahlen nieder. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres erzielte das Rüstungsgeschäft einen operativen Gewinn von rund 825 Millionen Euro. Gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand auf gut 60 Milliarden Euro – ein außergewöhnlich hoher Wert, der auf mehrere Jahre für eine hohe Auslastung sorgt.

Analysten sehen weiterhin großes Wachstumspotenzial für Rheinmetall, da zahlreiche Staaten ihr Militär modernisieren und Munitionslager wieder auffüllen müssen.

Risiken in den Lieferketten

Trotz der glänzenden Perspektiven ist die Expansion nicht frei von Risiken. Eine zentrale Herausforderung liegt in der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen und Komponenten. Besonders kritisch ist für Rheinmetall die Verfügbarkeit von Härtungsmitteln wie Antimon, die für die Herstellung von Munition benötigt werden. Diese Problematik kann Rheinmetall nicht selbst vollständig kontrollieren. Die globale Versorgungslage zunehmend angespannt, weil China,. das rund 60 Prozent der weltweiten Fördermenge beherrscht, strikte Exportbeschränkungen für das Halbmetall erlassen hat. Sollten hier Engpässe entstehen, könnten Ausbaupläne und Produktionsziele unter Druck geraten. 

Dennoch überwiegt derzeit am Markt die Zuversicht: Angesichts der geopolitischen Lage und der vollen Auftragsbücher bleibt Rheinmetall für viele Investoren ein zentraler Baustein der europäischen Verteidigungsindustrie.

Charttechnik beachten!

Aktuell notiert Rheinmetall bei 1647 Euro und damit recht deutlich über den nächsten Unterstützungslinien. Vor allem die Unterstützung im Bereich von rund 1.480 Euro sollten Anleger im Auge behalten. Sollten nacheinander zwei Schlusskurse unter 1.450 Euro eintreten, droht ein Abverkauf (vgl. blaue Linie in untenstehender Darstellung).

Chart Rheinmetall-Aktie
https://www.tradingview.com/chart/?symbol=XETR%3ARHM
Chart Rheinmetall-Aktie

Zudem wird der Weg nach oben für die Rheinmetall-Aktie aus charttechnischer Sicht erst frei, sobal der Widerstand im Bereich von 1.950 Euro signifikat überwunden wird. Dies läge vor, sobald mindestens zwei Schlusskurse über 2.000 Euro gegeben sind.

Fazit

Rheinmettal ist und bleibt ein interessanter Wert für DAX-Anleger. Neue Kursgewinne setzen aber weitere Erfolgsmeldungen des Rüstungsunternehmens voraus. Solange sollten Anleger die Charttechnik dringend im Auge behalten.

Häufige Fragen zur Rheinmetall-Aktie:

Zu welchem KGV notiert die Rheinmetall-Aktie derzeit?
Aktuell beträgt das KGV dieser DAX-Aktie 87.

Empfehlen Analysten die Aktie zum Kauf?

Ja, das aktuelle Konsensvotum lautet "Kaufen" mit einem Kursziel von 2.180 Euro.

Wann kommen die nächsten Geschäftszahlen von Rheinmetall?
Rheinmetall wird die Ergebnisse für 2025 am 11. März 2026 vorlegen.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Stabile Werte Index» glücklicher.

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