Sanofi-Aktie stürzt ab - Chef-Debatte und Schwäche im Diabetes-Geschäft belasten Pharmariesen
· Börse Online Redaktion
Viehbacher steht trotz der Erfolge des von ihm verantworteten Konzernumbaus unter Druck. Einem Medienbericht zufolge kämpft er um seinen Posten, nachdem ihm zu Ohren gekommen sei, dass der Verwaltungsratratsvorsitzende nach einem Nachfolger für ihn suche. Der Konzernchef wollte sich dazu nicht äußern. In einer Telefonkonferenz sagte er lediglich, er konzentriere sich auf seinen Job. Der Top-Manager verwies zugleich auf eine Erklärung des Verwaltungsrates, wonach die Nachfolgefrage nicht auf der Tagesordnung der Sitzung am Montag stand.
Viehbacher hatte Sanofi internationaler ausgerichtet. Um Patentausläufe bei Kassenschlagern wie den Blutverdünnern Plavix und Lovenox auszugleichen, konzentrierte sich das Unternehmen stärker auf - schwerer zu kopierende - Biotech-Präparate, verschreibungsfreie Mittel und die Tiermedizin. An der Börse kam der seit 2008 amtierende Viehbacher damit gut an, aber in Frankreich wurde auch Kritik laut. Der Abbau von Arbeitsplätzen erregte bei Gewerkschaften Unmut. Zudem löste der Umzug des Sanofi-Chefs von Paris nach Boston Ärger aus. Hinzu kommen Befürchtungen, dass Viehbacher Geschäftsteile mit älteren Medikamenten verkaufen könnte. Davon wären vor allem Standorte in Frankreich betroffen.
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PROGNOSE ENTTÄUSCHT
Im dritten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz um gut fünf Prozent auf 8,78 Milliarden Euro. Das war allerdings etwas weniger als von Branchenexperten erwartet. Nach einem Gewinnplus von mehr als neun Prozent auf 1,9 Milliarden Euro bekräftigte die Konzernleitung ihre Prognose für das Gesamtjahr.
Während die Umsätze in der Sparte Genzyme, die auf seltene Krankheiten spezialisiert ist, und im Impfstoff-Geschäft kräftig anzogen, zeigte die Diabetes-Sparte Schwäche. Das Wachstum verlangsamte sich deutlich auf eine prozentual einstellige Rate. Das gilt auch für Lantus, das weltweit am häufigsten verschriebene Insulin und Sanofis Verkaufsschlager. Für kommendes Jahr stellte das Management nur noch "weitgehend stabile" Erlöse im Diabetes-Geschäft voraus. Die Analysten der Berenberg-Bank sprachen von einer enttäuschenden Prognose.
Reuters
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