Während einige Traditionsunternehmen für immer ihre Tore schließen müssen, vollziehen andere einen Wandel. Bei einem SDAX-Unternehmen scheint dieser nun endlich Früchte zu tragen: Die Aktie legte am Mittwoch um mehr als vier Prozent zu.

Heidelberger Druck ist einer dieser Konzerne, der aufgrund der zunehmenden Digitalisierung mit Verlusten zu kämpfen hat. Folgerichtig entschloss sich das Traditionsunternehmen sein Geschäftsfeld zu erweitern und bietet nun unter anderem Wallboxen für E-Autos an. Ein Vorstoß in die Rüstungsindustrie soll das Portfolio nun ergänzen. Das Unternehmen teilte zudem am Mittwoch mit, dass es seine operative Marge im Geschäftsjahr 2026/2027 deutlich verbessern will. Das kam auf den Märkten gut an und stützt die Heidelberger-Druck-Aktie im SDAX.

Heidelberger Druck will Profitabilität steigern

Zum Handelsstart legte die im SDAX notierte Aktie von Heidelberger Druck um mehr als vier Prozent zu. Aktuell notieren die Papiere bei 1,40 Euro, was einem Plus von 1,82 Prozent gegenüber dem Schlusskurs entspricht (Stand: 10. Juni, 11:53 Uhr). Dem gegenüber steht ein Verlust von rund 26 Prozent seit Jahresbeginn. Einer der Hauptgründe für den deutlichen Kurseinbruch liegt in der schwächelnden Profitabilität. Wie bei vielen Unternehmen ist die sinkende Investitionsbereitschaft, die der Iran-Krieg auslöste, ein großes Problem. Doch auch vorgezogene Aufwendungen, ein schlechter Produktmix und negative Währungseinflüsse belasten das Ergebnis.

Die operative Marge sank im abgelaufenen Geschäftsjahr von 7,1 auf 6,6 Prozent. Damit diese nun wieder steigt und Heidelberger Druck wieder profitabler wird, setrzt das Unternehmen nicht nur auf neue Geschäftsfelder. Der Konzern verfolgt ein Sparprogramm, das unter anderem vorsieht, die Produktion teilweise in günstigere Auslandsstandorte zu verlagern. Während das Unternehmen neue Standorte in China und Nordmazedonien gründet, kommt es dadurch in Deutschland zu einem Personalabbau. Der Stellenabbau trage zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei, hieß es in einer Mitteilung von Heidelberger Druck.

KI statt Druckmaschinen

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Heidelberger Druck-Aktie: Lohnt sich jetzt der Einstieg?

Das Unternehmen hat eine klare Vision. Vor allem der Vorstoß in die Rüstungsbranche könnte Heidelberger Druck neues Umsatzpotenzial eröffnen und der Drohnen-Boom zum Kurs-Treiber avancieren. Erst im März verkündete der Konzern die Gründung eines Joint Ventures mit dem US-amerikanisch-israelischen Verteidigungssystem-Hersteller Ondas Autonomous Systems. Aus der Zusammenarbeit sollen Systeme zur Drohnenabwehr entstehen. In der kommenden Woche werden die Heidelberger, Berichten zufolge, zudem eine Absichtserklärung für eine Kooperation mit einem ukrainischen Unternehmen aus dem Drohnenumfeld veröffentlichen.

Entscheidend ist, dass diese Kooperationen Früchet tragen. Gelingt Heidelberger Druck die Ausweitung seines Geschäftsfelds, könnte das deutlichen Rückenwind für die Aktie bedeuten. Doch es gibt noch viele offene Fragen. Entscheidend ist, dass der Konzern seine Outsourcing-Pläne vorantreibt und der Sparplan erste Erfolge zeigt. Endet der Iran-Krieg, könnte gerade die Drohnen-Idee schneller an Wirkung verlieren, als es Heidelberger Druck lieb ist.

Heidelberger Druck (WKN: 731400)

In Saisonalität investieren

Während die Aktie von Heidelberger Druck noch deutlich Raum für Spekulationen lässt, können Anleger im Aktienreport "Aktien für den Drohnen-Boom" mehr über Werte erfahren, die bereits vom Drohnen-Hype profitieren.

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Häufig gestellte Fragen

Was macht Heidelberger Druck eigentlich heute?

Heidelberger Druck ist längst nicht mehr nur ein klassischer Druckmaschinenhersteller. Das Unternehmen arbeitet inzwischen auch in Bereichen wie Wallboxen, Digitalisierung und nun sogar an Projekten mit Sicherheits- und Rüstungsbezug.

Warum reagieren Anleger so sensibel auf Veränderungen der operativen Marge?

Die operative Marge zeigt, wie effizient ein Unternehmen arbeitet und wie viel vom Umsatz am Ende tatsächlich als Gewinn übrig bleibt. Steigt dei Marge, signalisiert das oft bessere Kontrolle über Kosten und eine stärkere Ertragskraft.

Was ist ein Joint Venture und warum ist es für Heidelberger Druck wichtig?

Ein Joint Venture ist eine gemeinsame Firma oder Kooperation zwischen zwei Unternehmen, um ein Projekt zusammen umzusetzen. Für Heidelberger Druck kann das wichtig sein, weil so neue Märkte, Technologien und Umsatzquellen schneller erschlossen werden können.

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