Die Digitalisirung und Personalisieung von Tickets ist im öffentlichen Nachverkehr weltweit ein Riesenthema. Ein deutscher Anbieter surft auf der Welle ganz vorne mit. Großaufträge und steigende Margen machen die Aktie attraktiv.

Von der Planung über Flotten­management bis hin zu Ticketing und Fahrgastinformation: Init deckt mit seinem Hard- und Softwareangebot die komplette Prozesskette für den öffentlichen Nahverkehr ab. Mehr als 1.400 Kunden in über 40 Ländern untermauern diese starke Marktposition.

Der globale Dekarbonisierungstrend und die politisch gewollte Verlagerung vom Auto auf Bus und Bahn sorgen für eine verstärkte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Gleichzeitig nimmt die Komplexität zu. Vom klassischen Busverkehr über On-Demand-Shuttles bis hin zu Sharing-Diensten ist das Angebot vielfältiger geworden. Init profitiert hiervon doppelt: Bestehende Kunden weiten ihre Systeme aus, während neue Ausschreibungen häufig bei etablierten Anbietern wie Init landen — eigenen Angaben nach der weltweit einzige Anbieter, der alle betrieblichen Aufgabenstellungen für Verkehrsunternehmen innerhalb eines Unternehmens abdeckt. 

Hinzu kommt ein attraktiver Projektmix. Großaufträge wie die Einführung eines Ticketingsystems in der Metropolregion Atlanta vor der Fußball-WM 2026 sorgen für hohe Visibilität und internationale Referenzen, der laufende Betrieb beschert planbare Einnahmen. Installiert wurden in Atlanta über 1.800 Validatoren in Fahrzeugen und an Haltestellen, rund 275 barrierefreie Ticketautomaten der nächsten Generation sowie mehr als 500 neue Zugangssperren. Damit ist es das bislang größte Ticketingprojekt des Unternehmens. In London modernisiert Init derzeit das gesamte Flottenmanagement- und Fahrgastinformationssystem. 

Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe winken

Parallel arbeitet das Unternehmen an mehreren weiteren Ausschreibungen im dreistelligen Millionenbereich. Langer Vorlauf, hohe Kundenbindung und die öffentliche Finanzierung von ÖPNV-Projekten führen dazu, dass die Auftragseingänge und Umsätze besser planbar sind. Technologisch sieht sich Init der Konkurrenz voraus. In den vergangenen Jahren wurde massiv in eine neue Softwaregeneration investiert, die nun weitgehend ausgerollt ist und höhere Skaleneffekte ermöglicht. 

Nach einem Umsatzsprung von 24 Prozent und einem Sprung beim operativen Ergebnis von 33 Prozent im vergangenen Jahr peilt Init für 2026 erneut ein starkes Wachstum an. Das Unternehmen rechnet mit einem Anstieg der Erlöse um 15 bis 24 Prozent auf 380 bis 410 Millionen Euro sowie ­einer Steigerung beim operativen Ergebnis von 17 bis 30 Prozent. Mittelfristig stellt das Management ein jährliches Wachstum von über zehn Prozent in Aussicht, während die Ebit-Marge von derzeit zehn in Richtung 13 Prozent und darüber hinaus steigen soll.

Fazit

Aus Bewertungssicht ist Init trotz des Kursanstiegs weiterhin attraktiv. Die ­Kombination aus attraktivem Projektgeschäft, technologischem Vorsprung und langfristigen ÖPNV-Trends macht die Aktie zu einem spannenden Wachstumswert. Das bisherige Kursziel der Redaktion wurde inzwischen erreicht. Angesichts der intakten strukturellen Wachstums­treiber, der gut gefüllten Pipeline und der Aussicht auf weiter steigende Margen hebt die ­Redaktion das Kursziel an und sieht auch auf dem aktuellen Niveau weiteres Potenzial.

Dieer Artikel stammt aus BÖRSE ONLINE 20/2026

Wenn Sie das neue Kursziel der Redaktion und den dazugehörigen Stoppkurs erfahren wollen, könen Sie die E-Paper-Ausgabe über diesen Link heute noch kaufen.

 

Weiterführende Links