Für Siemens ist das unrentable Projekt der letzte Bau aus der Zusammenarbeit mit dem französischen Areva-Konzern, der bei dem Konsortium in Finnland die Federführung hat. Der Münchner Technologiekonzern hat sich nach der Havarie im japanischen Fukushima aus dem Atom-Geschäft zurückgezogen. Siemens verdient an dem Bau des Druckwasser-Reaktors nichts mehr und musste bereits dreistellige Millionenbeträge auf das Projekt abschreiben.
Die neuerlichen Verzögerungen schlagen sich allerdings zunächst nicht weiter in den Zahlen von Siemens nieder. Die Risikovorsorge berücksichtige bereits Unsicherheiten im Terminplan, erklärte ein Konzernsprecher. Die Arbeiten im konventionellen Kraftwerksabschnitt seien praktisch vollständig abgeschlossen. Siemens warte auf seinen Konsortialpartner Areva, um mit der Inbetriebnahme des Gesamtkomplexes an der finnischen Ostseeküste beginnen zu können. Areva kümmert sich um die eigentliche Atomtechnologie, während Siemens Komponenten wie Turbinen und Generatoren liefert.
Reuters