Ein Lithium-Explorer aus Australien hat seine Aktionäre schon viele Nerven gekostet. Jetzt steigt Siemens beim wichsigsten Projekt des Unternehmens als Technologiepartner ein. Bringt das mehr Glaubwürdigkeit – oder bleibt es wieder nur ein kurzer News-Push?

Der australische Lithium-Explorer Vulcan Energy Resources hat seinen Aktionären schon viel versprochen. Vor allem in Deutschland geriet die Aktie immer wieder ins Visier von Spekulationen, weil Vulcan Energy auf deutschem Gebiet im Oberrheingraben aus geothermischen Tiefenwasser Lithium herausfiltern will. Doch bis auf ein paar Tests und Laborproben fehlte bislang der Beweis, dass das Projekt wirklich Traktion gewinnen könnte.

Umso überraschender kommt heute die Meldung, dass Siemens mit Vulcan Energy kooperieren wird, um eine „nachhaltige Lithiumversorgung in Europa“ aufzubauen, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt. Das weckt bei vielen Privatanlegern sofort die Fantasie: Dass mit so einem bekannten Partner Lithium „made in Germany“ doch noch möglich sein könnte.

Laut Siemens geht es in der Partnerschaft tatsächlich um Vulcans „Lionheart“-Projekt im Oberrheingraben und darum, den Newcomer beim Aufbau einer nachhaltigen Lithium-Wertschöpfungskette zu unterstützen. Dazu wird Siemens unter anderem mit Technik und Lösungen aus den Bereichen Planung, Automatisierung, Telekommunikation und Gebäudetechnik helfen. Besser gesagt: Vulcan hat die Münchener damit beauftragt.

Worum geht es bei der Kooperation?

Vulcan will Lithium aus heißer Tiefensole gewinnen und zugleich Geothermie nutzen. Siemens soll dafür sorgen, dass die Anlage mit professioneller Technik effizient läuft, stabil produziert und sich gut steuern lässt. Siemens hat jahrzehntelange Erfahrung mit Geothermie-Kraftwerken.

Vulcan Energy Resources (WKN: A2PV3A)

Blick auf die Aktie

Gemessen an dem großen Namen des Partners fiel die Börsenreaktion erstaunlich verhalten aus: Die Vulcan-Energy-Aktie gewann bis 11 Uhr nur ein Prozent. Allerdings war der Kurs seit Ende März bereist stetig angestiegen: Von knapp 1,77 Euro bis auf 2,13 Euro am Freitag. Beobachter begründeten das bisher mit der Suche nach alternativen Energieerzeugungskapazitäten infolge der gestiegenen Ölpreise.

Vulcan-Aktionäre sind Kummer gewöhnt: Die Aktie war im Dezember um ein Drittel eingebrochen, nachdem Vulcan Energy eine Kapitalerhöhung um 710 Millionen australische Dollar angekündigt hatte (damals rund 400 Millionen Euro), um eine Produktionsanlage für das Lionheart-Projekt zu finanzieren. Ein Teil dieses Auftrags geht nun offenbar an Siemens.

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