So startet der DAX in die neue Woche und das bewegt den deutschen Leitindex. Im Fokus stehen folgende Themen: Nagarro, Allianz, SK Hynix, Samsung, Bitcoin, Baidu, Mag7 und Mercedes.

Nach der schwächeren Vorwoche zeichnet sich für den Dax am Montag ein soliderer Start ab. Der X-Dax als früher Indikator für den deutschen Leitindex legte knapp eine Stunde vor dem Handelsbeginn um ein halbes Prozent zu auf 24.798 Zähler.

Die jüngste Hängepartie des Börsenbarometers an der 25.000er Marke setzt sich damit fort. "An den Aktienmärkten kommen immer wieder Sorgen wegen der hohen Bewertungen im Technologiesektor auf und in der Folge kommt der Dax per saldo nicht vom Fleck", schrieb die Landesbank Helaba in einem Marktkommentar. Es bleibe abzuwarten, in welche Richtung der nächste Impuls die Kurse bewegt.

Der Nahost-Krieg bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Die USA und der Iran wollen ihre gegenseitigen Angriffe im Streit um die Straße von Hormus US-Angaben zufolge vorerst einstellen und weiter verhandeln. "Beide Seiten werden vorerst von weiteren Maßnahmen absehen", erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen in Washington. Schiffe könnten frei verkehren, während die technischen Gespräche zur Umsetzung des Rahmenabkommens fortgesetzt werden sollen.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten aus Deutschland

Jefferies hebt Mercedes-Benz auf 'Buy' - Ziel runter auf 52 Euro

Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für Mercedes-Benz von 60 auf 52 Euro gesenkt, aber die Aktien von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Die Aktien der Stuttgarter seien der jüngsten Gewinnwarnung von BMW gefolgt, dabei erschienen ihre Jahresziele "safe", schrieb Philippe Houchois am Sonntag. Die Signale auf einer Investorenkonferenz am Dienstag seien recht zuversichtlich gewesen. Der träge Marktkonsens müsse allerdings noch korrigieren.

Berenberg belässt Allianz auf 'Buy' - Ziel 684 Euro

Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für Allianz nach einer Investorenveranstaltung mit einem Kursziel von 684 Euro auf "Buy" belassen. Die Präsentationen hätten sich vorwiegend auf den deutschen Markt konzentriert, schrieb Michael Huttner am Samstag. Der Experte geht aber davon aus, dass sich die Erkenntnisse über ein beschleunigtes Wachstum auch stark auf die übrigen Geschäftsbereiche des Versicherers übertragen lassen. Die Bewertung der Aktien sei vielversprechend.

Nagarro bei Tradegate knapp unter Gebot von Persistent

Nach einem Übernahmeangebot haben sich die Aktien von Nagarro am Montag vorbörslich fast verdoppelt. Auf der Handelsplattform Tradegate stiegen die Papiere des IT-Dienstleisters bis auf 79,30 Euro, blieben damit aber leicht unter der Persistent-Offerte aus Indien in Höhe von 81 Euro je Aktie.

Der Konkurrent Persistent ist damit bereit, etwas mehr als eine Milliarde Euro zu zahlen. Persistent selbst geriet im indischen Handel unter Druck und kommt noch auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet gut sechs Milliarden Euro.

Persistent will mindestens die Hälfte der Anteile erwerben. Rund 20 Prozent der Anteile hat sich das indische Unternehmen von der Gründerfamilie gesichert und damit bereits einen großen Schritt in Richtung der 50 Prozent geschafft.

Internationale Nachrichten

BIS warnt vor Stablecoin-Risiken – Binance verliert EU-Lizenz

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnte in ihrem Jahresbericht, dass der auf rund 316 Milliarden Dollar angewachsene Stablecoin-Markt das globale Währungssystem fragmentieren und die geldpolitische Kontrolle der Zentralbanken untergraben könnte. Gleichzeitig verzeichnete Binance in der Woche vor Ablauf der EU-MiCA-Übergangsfrist am 1. Juli Nettoabflüsse von über 400 Millionen Dollar, nachdem die Börse ihre Lizenzantragsrücknahme in Griechenland bekanntgegeben hatte. Ab Juli wird Binance das Onboarding neuer EU-Nutzer und bestimmte Dienste einschränken.

Südkorea kündigt 651-Milliarden-Dollar-Investitionspaket für KI und Chips an

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung will ein nationales KI-Großprojekt mit Investitionen von über 1.000 Billionen Won ankündigen, das einen neuen Halbleiter-Hub im Südwesten des Landes umfasst. Samsung und SK Hynix sollen dabei kombinierte Investitionen von bis zu 1,3 Billionen Dollar über ein Jahrzehnt ankündigen – trotzdem fielen die Aktien beider Unternehmen um 4 bis 6 Prozent, was Analysten auf Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresanstieg zurückführen. Das Paket umfasst auch massive staatliche Unterstützung für Infrastruktur, Ausbildung und Wohnungsbau rund um die geplanten Industriestandorte.

Apollo: Magnificent 7 verliert Free-Cashflow-Vorteil gegenüber dem breiten Markt

Apollo-Chefvolkswirt Torsten Slok warnt, dass der Bewertungsvorsprung der sieben größten Tech-Aktien schwindet, da explodierende KI-Investitionsausgaben den freien Cashflow der Hyperscaler stark belasten – der Anteil der Investitionsausgaben am operativen Cashflow ist bei Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle stark gestiegen. Gleichzeitig konvergiert das Gewinnwachstum der Mag-7 mit dem Rest des S&P 500: Für 2026 werden 20 Prozent Wachstum erwartet, für 2027 nur noch 15 Prozent – nahezu identisch mit den übrigen 493 S&P-Mitgliedern. BCA Research erhöhte dennoch sein S&P-500-Jahresendziel auf 8.100 Punkte.

Google rationiert KI-Kapazitäten für Meta – Infrastrukturengpass verschärft sich

Google hat laut Financial Times die Nutzung seiner Gemini-KI-Modelle für Meta eingeschränkt, da die globale KI-Rechenkapazität mit der explodierenden Nachfrage nicht Schritt halten kann. Meta hatte Gemini unter anderem für Inhaltsmoderation und Betrugserkennung eingesetzt, entwickelt nun verstärkt eigene Modelle und ruft Mitarbeiter zur effizienteren KI-Nutzung auf. Der Vorfall verdeutlicht, dass selbst direkte Konkurrenten im KI-Markt gleichzeitig Kunden voneinander sind – und dass Kontrolle über Rechenzentren und Infrastruktur zunehmend zum strategischen Wettbewerbsvorteil wird.

Baidus KI-Chipsparte Kunlunxin plant Hongkonger Börsengang mit 50-Milliarden-Dollar-Bewertung

Baidus KI-Chip-Tochter Kunlunxin strebt einen Börsengang in Hongkong mit einer Zielwertung von rund 50 Milliarden Dollar an und fordert von potenziellen Investoren, Chips im Wert des Drei- bis Siebenfachen ihrer geplanten IPO-Zeichnungssumme zu kaufen. Neben Baidu selbst zählen Tencent und ByteDance zu den Abnehmern der Kunlunxin-Chips, was auf eine wachsende externe Kundenbasis hindeutet. Baidus Aktie legte nach den Berichten rund 7 Prozent zu.

Weiterführende Links

Enthält Material von dpa-AFX

Häufig gestellte Fragen

Warum kommt der DAX an der 25.000-Punkte-Marke nicht voran?

Immer wieder aufkommende Sorgen über hohe Bewertungen im Technologiesektor verhindern einen nachhaltigen Ausbruch nach oben, wie die Helaba in ihrem Marktkommentar schreibt. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit rund um den Nahost-Konflikt, auch wenn die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe vorerst eingestellt haben und die Verhandlungen zur Umsetzung des Rahmenabkommens weiterlaufen. In welche Richtung der nächste entscheidende Impuls die Kurse bewegt, bleibt offen.

Was bedeutet Apollos Warnung über die Magnificent 7 für Anleger?

Apollo-Chefvolkswirt Torsten Slok warnt, dass der Bewertungsvorsprung der sieben größten Tech-Aktien schwindet, da explodierende KI-Investitionsausgaben den freien Cashflow der Hyperscaler wie Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta stark belasten. Gleichzeitig konvergiert das Gewinnwachstum der Gruppe mit dem Rest des S&P 500: Für 2027 werden nur noch 15 Prozent Wachstum erwartet – nahezu identisch mit den übrigen 493 S&P-Mitgliedern. Anleger sollten diese Entwicklung im Blick behalten, da sie die Rechtfertigung für Bewertungsaufschläge bei Tech-Schwergewichten zunehmend infrage stellt.

Was steckt hinter dem Übernahmegebot für Nagarro und was bedeutet es für Aktionäre?

Der indische IT-Dienstleister Persistent hat ein Übernahmeangebot von 81 Euro je Aktie für Nagarro vorgelegt, was einer Gesamtbewertung von etwas mehr als einer Milliarde Euro entspricht. Persistent hat sich bereits rund 20 Prozent der Anteile von der Gründerfamilie gesichert und will mindestens 50 Prozent erwerben. Die Nagarro-Aktie verdoppelte sich daraufhin vorbörslich fast, blieb aber knapp unter dem Angebotspreis – ein typisches Zeichen dafür, dass der Markt die Abschlusswahrscheinlichkeit noch nicht als vollständig gesichert einpreist.