Der Star-Investor Warren Buffett schwört auf Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen – sogenannten Burggräben. Was Anleger dazu wissen sollten.

Eigentlich ist es ein eher mittelalterlicher Begriff: Burggraben (englisch: moat). Der Star-Investor Warren Buffett hat ihn aber in der Finanzwelt populär gemacht. Dabei geht es um den nachhaltigen Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens, der es vor der Konkurrenz schützt und seine Gewinne garantieren soll.

Burggraben: Nachhaltige Wettbewerbsvorteile für Unternehmen

Der Burggraben kann beispielsweise durch eine starke Marke, Kostenvorteile oder eine überlegene Infrastruktur entstehen. So ein Unternehmen hat dann hohe Chancen auf langfristige Erfolge und ist dem Konzept zufolge für Anleger sehr interessant. Seit einigen Jahren gibt es dafür auch spezielle ETFs, die gezielt auf Moat-Aktien setzen.

Das Problem dabei ist: Wie identifiziere ich eigentlich ein Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen? Denn die Beständigkeit von Marken oder Kostenvorteilen ist angesichts des laufenden technologischen Wandels und Disruptionen schwer vorherzusagen.

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Burggraben: Ansatz funktioniert nur mit wenigen Papieren

Das zeigen auch Studien, nach denen über einem Zeitraum von 90 Jahren nur vier Prozent der Aktien global betrachtet dafür verantwortlich waren, den gesamten Nettogewinn des Aktienmarktes (gegenüber kurzfristigen Staatsanleihen) zu erwirtschaften. Die restlichen 96 Prozent lieferten langfristig eine eher enttäuschende Performance.

Der Ansatz funktioniert also nur mit wenigen Papieren, die sich langfristig als Kurstreiber der Weltbörsen erwiesen haben. Einige davon hat die Redaktion von BÖRSE ONLINE im Aktien für die Ewigkeit Index zusammengefasst.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf Herstellern von Produkten, die immer wieder gekauft werden müssen, etwa Procter & Gamble (Waschpulver, Rasierklingen und Windeln), L’Oréal (Shampoo und Haarspray) oder Nestlé (Nahrungsmittel). Einen weiteren Schwerpunkt bilden Lieferanten von Grund- und Rohstoffen, Gesundheitswesen, Luxus, und Technologie. Neben einem krisenfesten Geschäftsmodell und einer dominanten Marktstellung waren eine positive Fünf- und Zehnjahresperformance Voraussetzung für die Indexaufnahme.

Häufige Fragen

Was ist ein Burggraben bei Aktien?

Ein Burggraben (englisch: Moat) bezeichnet den nachhaltigen Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens, der es langfristig vor der Konkurrenz schützt und Gewinne stabilisiert. Er kann durch eine starke Marke, Kostenvorteile oder eine überlegene Infrastruktur entstehen – und macht das Unternehmen laut Warren Buffett besonders attraktiv für Anleger.

Welche Aktien gelten als Burggraben-Aktien?

Zu den klassischen Burggraben-Aktien zählen Unternehmen mit dominanter Marktstellung und krisenfestem Geschäftsmodell. Entscheidend ist, dass ihre Produkte immer wieder gekauft werden und das Unternehmen langfristig stabile Gewinne erwirtschaftet.

Was ist das Risiko?

Die Beständigkeit von Marken und Vorteilen bei Kosten und Infrastruktur von Unternehmen ist angesichts des laufenden technologischen Wandels und Disruptionen schwer vorherzusagen. Ein Burggraben kann sich daher auch schnell mal auflösen - und die Aktie an Wert verlieren.

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