Noch vor einem Jahr war Novo Nordisk der Shootingstar in der Pharma-Branche. Jetzt kämpft die Aktie um das Vertrauen der Anleger – und um ein zweistelliges Comeback. Das könnte durchaus gelingen.
Noch kürzlich war Novo Nordisk das wertvollste börsennotierte Unternehmen in Europa. Unter anderem der Hype um Abnehmmedikamente wie Wegovy hatte den Konzern auf den ersten Platz gehoben. Von besagtem Hype ist derzeit aber nicht mehr viel übrig. Durch ernüchternde Studienergebnisse bei neuen Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion wie CagriSema befindet sich die Novo Nordisk-Aktie im Sinkflug.
Am Montag markierte die Aktie mit 462,90 Dänischen Kronen zwischenzeitlich ein neues 52-Wochen-Tief. Der Titel des wertvollsten Unternehmens ist Novo damit schon länger los. Sollten sich Anleger jetzt lieber von Ihren Papieren trennen?
UBS rät weiter zum Kauf von Novo Nordisk
So schwer die Lage bei Novo derzeit ist, die positiven Stimmen zu der Aktie sind nicht verstummt. Zuletzt bekräftigte die Schweizer Großbank UBS die Kaufempfehlung für Novo Nordisk mit einem Kursziel von 750 Dänischen Kronen, was mittelfristig einem Upside von um die 60 Prozent entsprechen würde.
UBS-Analyst Jo Walton verwies in einer am Montag vorliegenden Studie auf aktuelle Verschreibungstrends in den USA für den Wirkstoff GLP-1, der Appetit-Gefühle unterdrücken soll.
Novo Nordisk ist mehr als Wegovy
Anleger scheinen sich aber generell etwas zu stark auf den Abnehm-Hype zu fokussieren. Der ist zwar nach wie vor ein wichtiger Kurstreiber, Novo Nordisk hat aber weit mehr in der Pipeline. Aktuell stehen die vollständigen Spätphasenergebnisse der SOUL-Studie im Mittelpunkt. Die haben unter anderem gezeigt, dass das orale Semaglutid (Wirkstoff in Wegovy) Rybelus das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes signifikant reduziert.
Der Fokus bei Novo Nordisk liegt weiter auf der Behandlung von Diabetes und Adipositas, Anleger unterschätzten aber das Potenzial von angrenzenden Forschungsfeldern. Dementsprechend scheint die momentane Abwertung von Novo Nordisk etwas übertrieben. Der Titel ist schon lange keine „alles-oder-nichts-Aktie“ mehr. Ein Comeback ist schon bald durchaus realistisch.
Enthält Material von dpa-AFX
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.