US-Banken scheffeln Milliarden
· Börse Online Redaktion
Wells Fargo konnte ihren Gewinn sogar um ein Drittel auf 5,45 Milliarden Dollar erhöhen. Doch die Sorgen vor einem Konjunktureinbruch werden nicht zuletzt wegen der Handelsstreitigkeiten größer. Die Wirtschaft sei zwar stark, doch "überall fliegen uns die geopolitische Unsicherheiten um die Ohren", sagte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon. Sorgen bereitet ihm zudem die Inflation.
Die US-Notenbank Fed hat zum Missfallen von US-Präsident Donald Trump den Leitzins 2018 schon drei Mal angehoben, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern und die Teuerung im Griff zu halten. Aktuell liegt der Leitzins in den USA auf dem Niveau von 2,00 bis 2,25 Prozent. Dank des anhaltenden Wirtschaftswachstums und der niedrigen Arbeitslosigkeit, die zuletzt auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten gefallen ist, bleibt die Nachfrage nach Darlehen hoch. Der Zinsüberschuss der Banken steigt, die Belastungen durch faule Kredite sinken. Zudem profitieren die Institute von Trumps Steuerreform, durch die die Körperschaftssteuer zu Jahresbeginn auf 21 Prozent von 35 Prozent gesunken ist.
Von den Zahlen der US-Konkurrenz können viele europäische Geldhäuser nur träumen, die gegenüber den Wall-Street-Häusern immer weiter ins Hintertreffen geraten. Bei der krisengebeutelten Deutschen Bank erwarten Analysten im Schnitt für das dritte Quartal einen Nettogewinn von rund 150 Millionen Euro.
Die Citigroup nannte ebenfalls Quartalszahlen. Sie hatte ihren Gewinnanstieg fast nur den niedrigeren Steuern und gesunkenen Kosten zu verdanken. Die Erträge stagnierten bei 18,4 Milliarden Dollar, nachdem Verkäufe der drittgrößten US-Bank ihr im Vorjahresquartal Sondererlöse beschert hatten. Bei JP Morgan kletterten die Erträge dagegen um 5,2 Prozent auf 27,8 Milliarden.
Ein durchwachsenes Bild zeigte sich im Handelsgeschäft. Während die Citigroup ihre Erträge im Anleihenhandel um neun Prozent steigern konnte, fielen sie bei JP Morgan um zehn Prozent. Im Aktienhandel konnte JP Morgan dagegen die Erträge um 17 Prozent steigern.
Die drei Großbanken eröffneten den Bilanzreigen der US-Geldhäuser. Am Montag will die Bank of America ihre Zahlen vorlegen, am Dienstag folgen Morgan Stanley und Goldman Sachs.
rtr
Buchtipp: Magier der Märkte: Die nächste Generation
Die legendäre „Market Wizards“-Reihe kehrt zurück und richtet den Fokus auf eine neue Generation von Ausnahme-Tradern. Jack D. Schwager, die Legende in Sachen Trading-Interviews, entschlüsselt zusammen mit seinem Co-Autor George Coyle die Geheimnisse der Akteure, die in den komplexen Märkten der Gegenwart astronomische Renditen erzielen. Vom ehemaligen Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, der 5.000 Dollar in über 100 Millionen verwandelte, bis hin zu algorithmischen Strategen – dieses Buch zeigt, dass Erfolg an der Börse kein Zufall, sondern das Ergebnis von Methode und mentaler Stärke ist. Es liefert tiefe Einblicke in individuelle Handelsstrategien, hocheffizientes Risikomanagement und die unverzichtbare psychologische Disziplin. Genau das Richtige für alle, die das Handwerk des Tradings von den Besten der Welt lernen wollen.
Autoren: Schwager, Jack D.
Coyle, George F.
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 17.09.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-118-5