US-Ökonom Peter Schiff warnt immer wieder, dass die USA bald die nächste Finanzkrise ereilen könnte – nun hat er sogar konkrete Zahlen genannt.

Warnungen vor dem nächsten Crash gibt es viele - doch nur wenige liefern konkrete Zahlen. Anders ist es bei den Berechnungen des renommierten US-Ökonomen Peter Schiff. Diesen treiben vor allem die immensen Staatsschulden der USA um. 

Zahlen zeigen die immense Staatsverschuldung der USA

Aktuelle Zahlen untermauern seine Befürchtung: Die US-Staatsverschuldung liegt laut einer Untersuchung von KfW Research bei fast 130 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die Prognose der Analysten: „Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Schuldenquote in den kommenden zehn Jahren auf 150 Prozent bis 170 Prozent des BIP ansteigen."

Die USA geben mittlerweile mehr als 1 Billion US-Dollar pro Jahr für die Zinszahlungen ihrer Staatsschulden aus, berichtet das US-Magazin Fortune – das sind durchschnittlich mehr als 88 Milliarden Dollar im Monat. Dabei seien die Zinsausgaben in der ersten Hälfte des Haushaltsjahres in etwa so hoch gewesen wie die kombinierten Ausgaben für Verteidigung und Bildung. Das zeigt: Die immense Schuldenlast wirkt sich schon auf den Haushaltsspielraum der USA aus.

Wenn Sie auf der Suche nach sicheren Aktien sind, dann sollten Sie unbedingt einen Blick auf den BÖRSE ONLINE Stabile Werte Index werfen. 

Weiterführende Links

Finanzkrise in den USA? Ein Faktor kann Stein ins Rollen bringen

Doch wann ist der Kipppunkt erreicht, an dem die Schulden zu einer Finanzkrise führen könnten? Schiff nennt laut Wallstreet Online eine konkrete Zahl: jährliche Zinszahlungen von zwei Billionen US-Dollar. Ab dieser Schwelle verliere der US-Dollar seine Stabilität, so der Ökonom. Die Folge: eine große Staatsschulden- und Währungskrise, die durch einen nicht mehr durch den Staat kontrollierbaren psychologischen und wirtschaftlichen Teufelskreis in Gang gesetzt wird.

Das Problem wird immer drängender: Denn ein Faktor könnte die Staatsverschuldung in noch astronomischere Höhen schrauben, als sie jetzt schon ist. Aktuell laufen kurzfristige Anleihen, die der US-Staat während der Niedrigzinsphase aufgenommen hat, aus. Und diese müssen nun mit viel höheren Zinsen umgeschuldet werden. 

Droht ein Zusammenbruch? 2027 könnte Grenze überschritten werden

Peter Schiff warnt in diesem Zuge, dass der Anteil der US-Steuereinnahmen, der rein für die Bedienung der Zinslast aufgewendet werden muss, bis zum nächsten Jahr auf 40 Prozent steigen wird. Da im Fiskaljahr 2025 die gesamten Bundeseinnahmen der USA rund 5,23 Billionen US-Dollar betrugen, ergibt sich laut Wallstreet Online bei einem Anstieg auf 40 Prozent eine jährliche Zinslast von exakt 2,092 Billionen US-Dollar.

Damit wäre die von Schiff skizzierte Grenze überschritten - und laut Schiff droht den Vereinigten Staaten dann ein "Complete Meltdown" – ein “kompletter Zusammenbruch” des Finanzsystems. Internationale Anleger könnten sich zurückziehen, die Inflation würde durch die Decke gehen und der US-Dollar seine Stabilität verlieren.

Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.

Häufige Fragen

Wer ist Peter Schiff?

Peter Schiff ist ein US-amerikanischer Ökonom, Autor und Börsenmakler, der als CEO von Euro Pacific Capital Inc. tätig ist. Er wurde vor allem durch seine Vorhersage der Finanzkrise 2008 sowie für seine Pro-Gold-Haltung und seine anhaltende Skepsis gegenüber der US-Geldpolitik bekannt.

Wie hoch ist die US-Staatsverschuldung?

Die Staatsverschuldung der USA hat die Marke von 39 Billionen US-Dollar erreicht. Dies entspricht einer Schuldenquote von etwa 125 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Sie liegt damit laut einer Untersuchung von KfW Research bei fast 130 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Warum ist eine hohe Staatsverschuldung schlecht?

Staatsschulden sind problematisch, weil sie den finanziellen Handlungsspielraum der Regierung durch hohe Zinszahlungen einschränken, die Inflation anheizen und privates Kapital verdrängen können. Zudem belasten sie künftige Generationen und bergen bei unkontrolliertem Anstieg das Risiko einer Staatspleite.


Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.