Wirecard-Aktie: Kurssturz ruft Börsenaufsicht auf den Plan
· Börse Online Redaktion
Wirecard hatte die Beschuldigungen scharf zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien "falsch und kompletter Schwachsinn", sagte ein Sprecher. Es sei offensichtlich, dass es sich um "kriminelle Machenschaften" handele. Man habe daher rechtliche Schritte eingeleitet.
Der Report von Zatarra Research wirft tatsächlich viele Fragen auf. Ein Autor wird nicht genannt. Auch andere branchenübliche Angaben, etwa zum Unternehmen, dessen Sitz, seiner Historie oder zu möglichen Ansprechpartnern fehlen. Die Webseite des Unternehmens wurde erst am 17. Februar registriert. Wirecard ist bislang das einzige Unternehmen, zu dem Zatarra eine Studie veröffentlicht hat.
In einem Disclaimer zu dem Report ("Umfassende Korruption und Betrug: 0,00€ pro Aktie") räumt Zatarra offen ein, man habe "zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eigene Positionen (in Wirecard, Anm. d. Red.), ob in Form von Aktien, CFDs, (...) Optionen, Futures (...), die von einer Bewegung des Aktienkurses profitieren" könnten.
Für Analysten liegt der Betrugsverdacht auf der Hand. Es spreche "sehr viel" dafür, dass Wirecard Opfer einer Kursmanipulation geworden sei, sagte ein Analyst.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht leitet pro Jahr rund 550 Voruntersuchungen wegen des Anfangsverdachts der Marktmanipulation ein. Nach Paragraph 38 Wertpapierhandelsgesetz (Wphg) können entsprechende Verstöße mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft werden.
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