Zinsen, Zölle, hohe Bewertungen: Werthstein mahnt Anleger zur Vorsicht
· Börse Online Redaktion
Hierin sieht auch Robert Halver, Mitglied des Werthstein Instituts, das größte Risiko: "Meine Sorge sind höhere Zölle, nicht Zinsen oder Inflation. Höhere Zölle können die Weltkonjunktur schädigen. Meine Hoffnung ist, dass Protektionismus für Trump vor allem ein Wahlkampfthema ist, das nicht langfristig durchgehalten wird."
Stefan Keitel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deka Investment, stimmt in die allgemeine Vorsicht mit ein. "Der Cocktail aus Italien, Brexit und Trump, dazu Zins- und Inflationssorgen, das macht die Märkte nervös und kurzfristig sehr anfällig. Wir erwarten mehr Volatilität und haben unsere Liquidität deshalb erhöht." Auf längere Sicht gesehen bleibt die Fondsgesellschaft der Sparkassen aber grundsätzlich optimistisch. Stefan Keitel: "Wir sehen auskömmliche bis starke Wachstumsraten weltweit und ein moderates Inflationsbild. Mittel- bis langfristig dürfte das ‚Goldilocks-Szenario‘ also durchaus weiter Bestand haben."
Signalisieren die Kurseinbrüche an den Märkten Chancen für Neuinvestments? Valérie Plagnol, Mitglied des Werthstein Instituts, ist skeptisch: "Die Konjunktur in Europa und China könnte Anfang des Jahres auf dem Hochpunkt angelangt sein. Das heißt nicht, dass wir nun auf eine Rezession zusteuern, aber es bedeutet, dass die derzeitigen Kurse überzogene Erwartungen an die Erträge der Unternehmen wiederspiegeln könnten."
Trotz der Kurserholung in den vergangenen zwei Wochen bleibt der Werthstein Index im März unverändert bei 4,0 Punkten. Der Index drückt die durchschnittliche Einschätzung der Mitglieder des Werthstein Instituts über die Entwicklung der globalen Aktienmärkte für die kommenden drei Monate aus. Mögliche Wertungen liegen zwischen "1" (extrem negativ) und 10 (extrem positiv).
Mehr Informationen und das aktuelle Video zum Werthstein Index finden Sie hier.
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