Ganz schlechte Nachricht für die Weltbörsen: Der Iran hat die Gespräche mit den USA über einen Friedensvertrag abgebrochen – jetzt steht wieder alles auf dem Spiel.
Die Mullahs zeigen Donald Trump einmal mehr, dass sie ebenfalls harte Verhandler sind: Während die Welt sehnsüchtig auf eine Annäherung oder gar Lösung im iran-Konflikt wartet, zieht Teheran den Stecker: Der Iran werde den Austausch von Nachrichten und „den Austausch von Dokumenten über Vermittler“ mit den USA aus Protest gegen die Eskalation Israels im Libanon einstellen, berichtet die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine Erklärung. Weiter hieß es, dass der Iran und die „Achse des Widerstands“ die vollständige Sperrung der Straße von Hormus und der Straße von Bab al Mandab am Horn von Afrika auf ihre Agenda gesetzt hätten.
Enthält Material von dpa-AFX
Leitindizes rutschen ab
Die Sorge vor weiteren Versorgungsengpässen ließ den Ölpreis sofort stark ansteigen. Der Preis für das Barrel der Sorte Brent stieg von unter 93 auf fast 96 Dollar. Gleichzeitig brachen die Aktienmärkte ein: Der DAX verlor binnen Minuten mehr als 300 Punkte und fiel um 0,6 Prozent von 25.300 auf 24,957 Punkte ab. Der EuroStoxx verlor 0,4 Prozent auf 6010 Punkte.
Weniger heftig fiel die Reaktion in den USA aus, wo der Dow Jones Index nach Eröffnung des Handels um 15:30 Uhr 0,2 Prozent abgab, während Nasdaq und S&P 500 gerade mal 0,05 Prozent ins Minus rutschten.
Angriffe jetzt auch am Horn von Afrika?
Europa trifft neben dem steigenden Ölpreis auch die Sorge, dass nun auch das Horn von Afrika Teil der Auseinandersetzung werden könnte. Es liegt außerhalb des Persischen Golfs in Somalia. Seit Jahren werden von dort aus vorbeifahrende Schiffe von Piraten angegriffen. Insbesondere Containerschiffe auf dem Weg zum Suez-Kanal wären gefährdet. Sollte der Iran diese Piraten nun unterstützen und die Angriffe womöglich ausweiten, könnten weitere Lieferketten zwischen Asien und Europa unterbrochen werden.
In Reaktion auf die Nachricht fiel der Euro zum US-Dollar auf ein Tagestief. An den Anleihemärkten zogen die Renditen an, sodass die Kurse dadurch zusätzlich unter Druck gerieten.
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Häufige Fragen zum Thema
Wer ist die „Achse des Widerstands“?
„Achse des Widerstands“ ist eine seit 2004 von pro-iranischen Medien und Journalisten verwendete Bezeichnung für ein primär antiwestlich und antiisraelisch ausgerichtetes lockeres Bündnis von islamistischen Kräften in arabischen Ländern. Es steht unter der inoffiziellen Führung der iranischen Regierung und wird von ihr gefördert. Die Achse umfasst Milizen in Syrien und im Irak, die Hisbollah im Libanon, die Huthi im Jemen, die Hamas im Gaza-Streifen sowie die Al-Ashtar-Brigaden im Bahrain.
Wo liegt das Horn von Afrika?
Als Horn von Afrika wird der östlichste Teil des afrikanischen Kontinents bezeichnet. Er ragt keilförmig in den Indischen Ozean und schließt an seiner Nordseite den Golf von Aden mit ein. Teile des Horns gehören den Staaten Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Eritrea. Seitdem 1988 in Somalia ein Bürgerkrieg begann, haben sich die an der Spitze des Horns gelegene autonome Region Puntland und das De-facto-Regime Somaliland abgespalten. Die Küstenregion dieser Landzunge wird Somali-Halbinsel genannt und gilt als Unterschlupf von Piraten.
Warum regaieren vor allem europäische Börsen so stark auf schlechte Nachrichten vom Persischen Golf?
Europa verfügt über weniger Rohstoffe und ist nicht nur bei Öl und Gas abhängig von Importen aus dem Mittleren Osten. Auch Lieferketten zwischen Asien und Europa werden durch den Konflikt zunehmend beeinträchtigt oder gar unterbrochen.
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