Am Freitag startet der DAX überraschend stark. Das steckt hinter dem Anstieg bei dem deutschen Leitindex und diese Unternehmensmeldungen stehen jetzt bei Anlegern im Fokus.
Bei guten Vorgaben aus Asien zeichnet sich im Dax am Freitag ein starker Start ab. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start 1,1 Prozent höher auf 24.880 Punkte. Im Hoch lag die Indikation sogar über 24.900 Punkten. Damit rücken die runde Marke von 25.000 Punkten und der knapp darüber verlaufende Korrekturtrend seit dem Rekord Mitte Januar wieder in greifbare Nähe.
An der Börse wird wieder einmal auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran gesetzt - und Frieden im Nahen Osten. "Allerdings liegen beide Länder bei der Frage nach dem angereicherten Uran weiterhin weit auseinander. Auch die vom Iran beabsichtigten Zölle für die Straße von Hormus könnten für komplizierte Diskussionen sorgen", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Er erinnerte aber daran, dass die Friedenshoffnungen der Anleger zuletzt immer wieder enttäuscht wurden. "Die letzten Male war das Einpreisen eines Friedens zwischen den USA und dem Iran jedes Mal verfrüht." Entsprechende Vorsicht zeigten relativ geringe Handelsumsätze wie am Vortag. "Mit der Hoffnung auf Frieden ist auch die Hoffnung auf ein zumindest etwas schnelleres Abebben der aktuellen Inflationswelle verbunden", so Altmann - und damit Entspannung bei den Zinsen.
Nachrichten aus Deutschland
Lanxess
Die US-Bank JPMorgan hat Lanxess bei unverändertem Kursziel von 18 Euro von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft. "Der Branchen-Blues kehrt wohl zurück", schrieb Chetan Udeshi am Donnerstag nach seiner Analyse des europäischen Chemiesektors. Die Länge des Nahost-Kriegs bleibe zwar schwer einzuschätzen. Jüngste Daten hätten aber bereits gezeigt, dass der kurzfristige Rückenwind durch seine Verwerfungen schwächer ausfallen dürfte als gedacht und wohl auch bereits abflache. Die Anleger dürften also das zweite Quartal nicht allzu hoch hängen, denn ein schwaches zweites Halbjahr und auch 2027 rücke die strukturellen Probleme der Branche wieder in den Fokus: Immense Überkapazitäten und immer stärkere Konkurrenz bei Spezialprodukten aus China und dem Rest Asiens.
BASF
Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für BASF von 36 auf 40 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Underweight" belassen. "Der Branchen-Blues kehrt wohl zurück", schrieb Chetan Udeshi am Donnerstag nach seiner Analyse des europäischen Chemiesektors. Die Länge des Nahost-Kriegs bleibe zwar schwer einzuschätzen. Jüngste Daten hätten aber bereits gezeigt, dass der kurzfristige Rückenwind durch seine Verwerfungen schwächer ausfallen dürfte als gedacht und wohl auch bereits abflache. Die Anleger dürften also das zweite Quartal nicht allzu hoch hängen, denn ein schwaches zweites Halbjahr und auch 2027 rücke die strukturellen Probleme der Branche wieder in den Fokus: Immense Überkapazitäten und immer stärkere Konkurrenz bei Spezialprodukten aus China und dem Rest Asiens. Den Aktien von BASF drückte Udeshi bereits mit Blick auf den Bericht über das zweite Quartal im Juli den Stempel "Negative Catalyst Watch" auf.
K+S
Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für K+S mit einem Kursziel von 13,70 Euro auf "Neutral" belassen. "Der Branchen-Blues kehrt wohl zurück", schrieb Chetan Udeshi am Donnerstag nach seiner Analyse des europäischen Chemiesektors. Die Länge des Nahost-Kriegs bleibe zwar schwer einzuschätzen. Jüngste Daten hätten aber bereits gezeigt, dass der kurzfristige Rückenwind durch seine Verwerfungen schwächer ausfallen dürfte als gedacht und wohl auch bereits abflache. Mit Blick auf K+S rechnet er mit mittelfristig weitgehend ausgeglichenem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Kalimarkt.
Internationale Nachrichten
SpaceX plant gigantische Solarfabrik nahe Austin
SpaceX plant laut Baugenehmigungsunterlagen den Bau einer Solarzellenfertigungsanlage mit einer Kapazität von 10 Gigawatt in Bastrop, Texas – nahe Austin. Das Projekt fügt sich in Elon Musks erklärtes Ziel ein, sowohl SpaceX als auch Tesla innerhalb von drei Jahren auf jeweils 100 Gigawatt jährliche Solarfertigungskapazität in den USA zu bringen, um den Energiebedarf von KI-Rechenzentren zu decken. Zum Vergleich: Die gesamten jährlichen Solarinstallationen in den USA lagen zuletzt bei rund 50 Gigawatt – das geplante Vorhaben wäre damit allein schon ein Verdopplung des bisherigen nationalen Niveaus.
Meta und Broadcom gründen KI-Chip-Forschungszentrum an der UCLA
Meta, Broadcom, Applied Materials, GlobalFoundries und Synopsys investieren gemeinsam 125 Millionen Dollar in ein neues Halbleiter-Forschungszentrum an der UCLA Samueli School of Engineering. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt soll Forschung in energieeffizienten KI-Chips vorantreiben, die Ausbildung von Fachkräften stärken und die technologische Führungsrolle der USA im Halbleiterbereich sichern. Es ist die erste Kooperation dieser Art zwischen der UCLA und einem so breiten Konsortium aus der Chip-Industrie.
Birkenstock kündigt Aktienrückkäufe an – Kurs springt fast 20 Prozent
Nach einem historischen Kurstief von rund 31 Dollar hat der Sandalen-Hersteller Birkenstock ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 250 Millionen Dollar angekündigt, woraufhin die in New York gelisteten Aktien um knapp 20 Prozent auf rund 40 Dollar kletterten. CEO Oliver Reichert begründete den Schritt damit, dass der Kursrückgang die fundamentale Stärke des Unternehmens nicht widerspiegle und der Rückkauf daher die attraktivste Verwendung der vorhandenen Liquiditätsreserven darstelle. Das Unternehmen signalisiert damit Zuversicht in die eigene Geschäftsentwicklung trotz des schwierigen Marktumfelds.
Spotify kooperiert mit Live Nation – Aktie springt fast 15 Prozent
Spotify hat eine Partnerschaft mit dem Ticketvermarkter Live Nation angekündigt, die Abonnenten exklusiven Vorkaufsrechte für Konzerttickets ihrer Lieblingskünstler einräumt – noch bevor diese in den regulären Vorverkauf gehen. Die Kooperation soll Ticket-Wiederverkäufern das Abgreifen begehrter Karten erschweren und gleichzeitig einen starken Anreiz schaffen, Spotify-Abonnent zu bleiben. Die Ankündigung ließ die Aktie um knapp 15 Prozent auf 497 Dollar steigen, womit eine Kurslücke aus Ende April geschlossen wurde – trotzdem steht seit Jahresbeginn noch ein Minus von über 14 Prozent zu Buche.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum fällt der DAX?
Der DAX steigt am Freitag, nachdem wachsende Hoffnung um ein Ende des Iran-Krieges aufkommt.
Was plant SpaceX gerade?
SpaceX plant laut Baugenehmigungsunterlagen den Bau einer Solarzellenfertigungsanlage mit einer Kapazität von 10 Gigawatt in Bastrop, Texas – nahe Austin. Das Projekt fügt sich in Elon Musks erklärtes Ziel ein, sowohl SpaceX als auch Tesla innerhalb von drei Jahren auf jeweils 100 Gigawatt jährliche Solarfertigungskapazität in den USA zu bringen, um den Energiebedarf von KI-Rechenzentren zu decken.
Warum fällt die Aktie von Lanxess?
Neben dem Ex-Dividendentag belastet die Aktie eine negative Studie der Investmentbank J.P. Morgan.