Algorithmen, Datenanalyse und zunehmend auch künstliche Intelligenz verändern die digitale Vermögensverwaltung. Doch welche Anbieter liefern wirklich gute Ergebnisse für Anleger? Ein neuer Test vergleicht die wichtigsten Robo-Advisor nach Performance, Kosten, Nutzerfreundlichkeit und Individualisierung – und kürt einen klaren Gesamtsieger. 

„Robo-Advisor des Jahres“ wird der digitale Vermögensmanager, der in einem gesonderten Test unseres Magazins „€uro“ die beste Leistung zeigt. Unser Partner SWI Finance prüft hierbei die Performance sowie die Kosten und untersucht, wie nutzerfreundlich das Angebot ist und wie gut es sich individualisieren lässt. Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwalter, die auch mithilfe von Algorithmen Portfolios automatisch vorschlagen und verwalten.

Auch bei diesen digitalen Vermögensverwaltern wird KI immer wichtiger. Haben Sie sich schon einmal über eine Finanzantwort von ChatGPT & Co geärgert, weil sie Halluzinationen enthielt? Genau hier setzt quirion.­AI an, die Finanz-KI des Berliner Robo-Advisors quirion. Auf Fragen der Redaktion lieferte sie präzise Antworten und stellte kluge Anschlussfragen. „Wir arbeiten kontinuierlich an der Qualitätssicherung des Contents“, sagt quirion-CEO Martin Daut. Wie verhindert man Halluzinationen? „Indem der Content stimmt. Wir wollen uns von anderen großen Sprachmodellen (LLM) abgrenzen. Die Qualität wird am Ende über neue Datenquellen kommen. Wir entwickeln zum Beispiel eine Schnittstelle für Steuerthemen und kooperieren mit Fachpartnern, um den Con­tent zu professionalisieren.“ Vor einem Jahr versprach Daut Fortschritte, und er hat Wort gehalten.

Konstante Spitzenleistungen

Das passt zum 2013 gegründeten digitalen Geldhaus, das €uro 2026 erneut als „Robo-Advisor des Jahres“ mit dem „Goldenen Bullen“ auszeichnet - nach 2025 und 2024 zum dritten Mal in Folge, was sehr selten ist. Die Konstanz gründet auf einer klaren Strategie: Vermögensverwaltung demokratisieren, einfach, effizient und sicher machen. Im Hintergrund arbeiten keine Algorithmen, sondern Menschen, die auf wissenschaftlicher Basis weltweit diversifizierte Portfolios aus günstigen, geprüften ETFs konstruieren.

Grundlage der Auszeichnung ist der Test des von €uro beauftragten Instituts SWI. Die 15 wichtigsten Robo-Advisor werden in vier Disziplinen bewertet. Mit 50 Prozent am stärksten gewichtet: die Performance über ein bis drei Jahre, gemessen an Wertentwicklung, Volatilität und maximalem Drawdown. 30 Prozent entfallen auf die Kosten für Einmalanlagen und Sparpläne inklusive Service-, Depot- und Produktgebühren. Je zehn Prozent zählen Individualisierbarkeit und Nutzerfreundlichkeit. Gesamtsieger wurde erneut quirion: Platz 1 bei der Performance, zudem kommen die Berliner „auch im Bereich Kosten auf den ersten Rang“, lobt das SWI. „Für die digitale Verwaltung werden 0,48 Prozent p. a. Servicegebühren erhoben, dazu kommen 0,17 Prozent Produktkosten.“ In der Nutzerfreundlichkeit war quirion ebenfalls Spitze.

Rendite ohne Stress

Für Anleger zählt das Ergebnis: Ein zu 100 Prozent global in Aktien investiertes Portfolio kam 2025 auf elf Prozent Rendite. Daut: „Der DAX hat zwar 22 Prozent erzielt, aber das ist ein ­anderes Spielfeld. Ein weltweit diversifiziertes Portfolio bietet eine stabi­lere Basis. Wir beobachten die Performance, aber unser Schwerpunkt liegt darauf, dass die Anleger ihre Ziele kontinuierlich erreichen und am Ball bleiben.“ Zur Erklärung: Die möglichen Aktienquoten steigen in Zehnerschritten bis 100 Prozent.

Für 2026 stehen weitere Projekte an. Bis Juni soll ein Auszahlplan kommen. Zudem bereitet sich quirion auf das neue Altersvorsorgedepot vor, das, wenn es Gesetz wird, „2027 das Produkt des Jahres werden wird“, wie der quirion-Chef erwartet — auch wenn es noch komplex ist. „Unsere Aufgabe ist es, das so aufzubereiten, dass es auch der Interessent versteht, der sich nicht lange damit beschäftigten will“, sagt Daut. „Hier kann KI helfen, daher bauen wir unseren Bot auch als Altersvorsorgeberater aus.“

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Bevestor und Minveo auf dem Siber- und dem Bronze-Rang

Platz 2: Den zweiten Platz sicherte sich in diesem Jahr bevestor, der Robo-Advisor der DekaBank aus der Sparkassen-Gruppe. „Die Auszeichnung bestätigt erneut die hohe Qualität unseres Angebots und unterstreicht, dass wir ein verlässlicher Partner für unsere Kunden sind“, sagt bevestor-Geschäftsführer Marco Lorenz. Stimmt: Im Test holen sich die Frankfurter Rang 4 bei der Performance, Platz 3 bei Kosten und Individualisierbarkeit sowie Position 2 bei der Nutzerfreundlichkeit. Lorenz unterstreicht: „Bevestor verzeichnet ein kontinuierliches Wachstum und hat sich erfolgreich im Markt etabliert.“

Platz 3: Ebenfalls mit guten Platzierungen in der Breite des Tests überzeugte der Münchner Robo-Advisor Minveo, der nur bei den Kosten an Punkten einbüßte. 2025 hatte Minveo ebenfalls den dritten Rang erreicht und 2023 den „Goldenen Bullen“ als „Robo-Advisor des Jahres“ gewonnen. Die Münchner setzen schon seit 2017 KI ein. Das Portfolio wird aus ETFs, Anleihen, Gold und Einzelaktien zusammengestellt. Die Auswahl der Einzelaktien erfolgt dynamisch über das KI-System.

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