Top-Fondsverwalter, starker Track Record – doch im Q1 2026 bewies Flossbach von Storch mit einigen Verkäufen ein unglückliches Händchen. Wie die neuen 13F-Filings zeigen, wurden einige Tech-Titel just vor der Kursrally reduziert. Dafür lagen die Kölner bei einem richtig großen Wert goldrichtig.

Der Vermögensverwalter Flossbach von Storch (FvS) gehört seit Jahren zur Crème de la crème der deutschen Vermögensverwalter. Und das völlig zurecht, wie zahlreiche Auszeichnungen zeigen. Die Performance ist seit Jahren top. Doch im ersten Quartal 2026 bekamen die Experten angesichts des Tech-Booms offenbar kalte Füße und bauten gleich bei mehreren Titeln größere Positionen ab. Das zeigen die neuen 13F-Filings, die FvS vergangene Woche bei der US-Wertpapieraufsicht einreichte.

Welche Aktien Flossbach von Storch aus dem Portfolio warf und auf welche die Kölner stattdessen setzen.

Diese Aktienpositionen hat Flossbach von Storch im 1. Quartal 2026 abgebaut

Alphabet: Die Vermögensverwalter verkauften 967.416 Class-A-Shares. Es ist zu erwarten, dass dieser Verkauf erst gegen Ende März erfolgte, als die Kurse der Tech-Aktien weltweit vorübergehend abschmierten. Mit 273,50 Dollar erreichte der Kurs der Alphabet-A-Shares am 30. März 2026 sein Jahrestief. Seitdem ist die A-Aktie aber um 46 Prozent(!) auf 399,50 Dollar gestiegen. Das abgegebene Aktienpaket wäre – Stand heute – 121,8 Millionen Dollar mehr wert. Ärgerlich.

Amazon: Auch 543.157 Amazon-Aktien wurden im Q1 verkauft, acht Prozent des Bestands bei FvS.. Deren Kurs schloss am 30. März bei 200,95 Dollar. Am Freitag (8. Mai 2026) stand die Aktie fast 36 Prozent höher bei 272,68 Dollar. Das wären bezogen auf das verkaufte Paket 39 Millionen Dollar mehr für die Fonds-Investoren gewesen.

Alphabet (A) (WKN: A14Y6F)

Diese Aktien hat Flossbach von Storch im 1. Quartal 2026 aufgestockt

Was aber haben die Kölner Vermögensverwalter gekauft? Zum Beispiel Aktien aus dem Gesundheitssektor. Da sind sie nicht die einzigen, wie die neuen 13F-Filings zeigen, auch Ken Fisher hat auffällig stark in diesem Bereich nachgekauft. Doch das Timing von FvS war auch hier diesmal nicht gut.

Abbott Laboratories: Die Aktienposition an dem Medizintechnik- und Diagnostik-Spezialisten wurde um 1,4 Millionen Stücke auf nun 7,858 Millionen Aktien um 22 Prozent erhöht. Blöd nur, dass Abbott seit Ende März noch einmal um 17 Prozent von 101,8 Dollar auf nun noch 84,32 Dollar abgesackt ist. Damit ist das gesamte Aktienpaket nun 137,3 Millionen Dollar weniger wert, allein der zugekaufte Anteil wäre heute 24,5 Millionen Dollar günstiger zu haben.

Wie das 13F-File zeigt, hat FvS offenbar sogar schon früher, bei höheren Abbott-Kursen gekauft. Denn die Gesamtposition weist trotz der erfolgten Aufstockung um 22 Prozent im Filing zum Quartalsende ein Minus von 2,25 Millionen Dollar auf.

Das Königs-Investment

Microsoft: Der Softwareriese liegt seit Jahresbeginn 14 Prozent hinten – die schwächste Performance unter allen Magnificent-Seven-Aktien. Flossbach von Storch sah die Chance offenbar gekommen, sein Microsoft-Paket jetzt um zwölf Prozent oder 386.479 Aktien aufzustocken. Offenbar zu früh im Quartal, denn die Gesamtposition hat laut dem 13F-Dokument trotzdem in nur einem Quartal 14 Prozent an Wert verloren.

Mittelfristig könnte sich der Einstieg dennoch lohnen: Ende März markierte die Microsoft-Aktie bei 356,28 Dollar ihr Jahrestief – und ist seitdem um 16 Prozent gestiegen auf 415,12 Dollar. Die Gesamtposition von 3,524 Millionen Microsoft-Aktien ist damit jetzt schon 207 Millionen Dollar mehr wert als Ende März.

Es geht ja!

Die 13F-Berichte

Welche Aktien Flossbach von Storch noch ausgetauscht hat, erfahren Sie im neuen 13F-Report, den wir am 15. Mai 2026 veröffentlichen. Es gibt ihn nicht am Kiosk!

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