Da staunt selbst der liebe Herrgott: Wer bisher dachte, dass Kirchen nur Geld sammeln, um sich in alten Gemäuern einzunisten, liegt weit daneben. Ein aktueller Bericht der US-Börsenaufsicht offenbart, dass die Church of Jesus Christ of Latter-day Saints einen milliardenschweren Investmentfonds betreibt – und damit auch für private Anleger eine klare Strategie vorgibt. 

Mitt Romney, Lindsey Stirling oder Stephenie Meyer - sie alle verbindet der Glaube. Sie alle sollen den Mormonen angehören. Und genau diese weltweit agierende Glaubensgemeinschaft haben jetzt ein heiliges Vermögen offenbart. Mit 18 Millionen Mitgliedern weltweit (ca. 40.000 davon in Deutschland) bildet die christliche Gruppierung zwar nur einen Bruchteil der Religionen ab, verwaltet jedoch einen Investmentfonds mit einem Aktienportfolio im Wert von 54 Milliarden US-Dollar.

Der Glaube versetzt Berge - oder 54 Milliarden US-Dollar

Dabei setzt das Vehikel jedoch nicht auf langweilige, sichere Anlagen - im Gegenteil. Die Fondsmanager zeigen deutliche Risikobereitschaft und belegen alle Top-Positionen mit Titeln des aktuellen KI-Booms. Im Ensign Peak Advisors, so der Name des Fonds, belegt Nvidia die Spitzenposition. Der durchschnittliche Kaufpreis der Position liegt bei rund 20 US-Dollar. Dadurch konnte der Fonds einen stattlichen Gewinn erzielen, den selbst Joseph Smith (Gründer der Mormonen) sich niemals hätte erträumen lassen.

Auf den folgenden Positionen folgen Tech-Giganten wie Microsoft, Apple oder Amazon - jeweils mit einem Plus im dreistelligen Bereich. Allerdings nutzt die Mormonenkirche nicht nur einfache Geldbeschaffungsmaßnahmen wie Spendenmarathons oder den klassischen Klingelbeutel, sondern bedient sich einer alten Praktik. Der sogenannte "Zehnte" sorgt dafür, dass die Kassen klingeln wie die Glocken von Jericho. Dadurch verpflichtet sich nämlich jedes Mitglied, zehn Prozent seines Gehalts an die Kirche abzutreten.

Auch die Kirche vertraut auf diese Positionen

Der aktuelle KI-Hype befördert Unternehmen in neue Gewinnhorizonte. Selbst die Mormonenkirche vertraut darauf. Einige der größten Profiteure finden Anleger im Tech-Giganten-Index von BÖRSE ONLINE.

Wer Wind sät, wird Sturm ernten

Bereits 2023 alarmierte das Vermögen die Behörden. Dabei deckte die US-Börsenaufsicht SEC auf, dass die Kirche ihr wahres Vermögen durch Scheinfirmen verschleierte. Daraus resultierte folgerichtig eine Strafe, die sich für die Mormonenkirche jedoch nicht mehr als ein leichter Fingerklopfer anfühlte. Gerade einmal fünf Millionen US-Dollar sollte sie bezahlen. Bei einem solchen Gesamtvermögen also nicht der Rede wert.

Aufgrund des "Zehnten" müssen sich die Manager auch keine Sorgen machen. Anleger ziehen in problematischen Marktphasen kein Geld aus dem Investmentfonds und auch ein kurzfristiger Renditedruck entfällt. Das Ergebnis zeigt die jüngste 13F-Meldung an die SEC vom 13. Mai. Die Kirche sitzt auf einem milliardenschweren Depot, das jede Krise problemlos überstehen kann.

So lernen Anleger von den Mormonen

Sicherlich können private Anleger kein riesiges Vermögen aufbauen, dies verschleiern und dennoch unbehelligt weiter investieren. Dennoch ist die Strategie der Mormonenkirche klar: Ran an den Speck. Vor allem die "Buy and-hold-forever“-Strategen unter den Anlegern sehen im Ensign Peak Advisors-Fonds ein perfektes Beispiel, wie so etwas funktionieren kann.

Dennoch sollte auch immer Bedacht beim Kauf von Aktien mitspielen. Während die Church of Jesus Christ of Latter-day Saints eine Überhitzung der KI-Blase sicherlich verkraften kann, gilt das nicht für private Anleger. Wer das Risiko nicht scheut, muss dennoch auf eine Diversifikation im Portfolio achten. Ob Jesus Christus die Praktiken der Mormonenkirche billigt, steht übrigens auf einem anderen Blatt. 

Investieren wie die Profis

Cathie Wood ist zwar keine Mormonin aber gläubige Christin. Im aktuellen Aktien-Report "Cathie Woods geheime Top-Aktien" analysiert BÖRSE ONLINE drei Titel, die die Star-Investorin in ihrem Portfolio hält.

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FAQ

Was zeigt der Bericht über die Mormonenkirche?

Er zeigt, dass die Kirche einen sehr großen Investmentfonds mit Milliardenvermögen verwaltet.

Welche Aktie nimmt im Portfolio die Spitzenposition ein?

Nvidia belegt die erste Position im Fonds.

Was ist die zentrale Lehre für private Anleger?

Private Anleger sollten auch bei starken Trends auf Diversifikation achten.

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