Die Branchenriesen liefern Rekorde – doch die spannendere Story spielt in der zweiten Reihe. Dort treffen Wachstumsmärkte, solide Puffer und Dividenden auf teils deutliche Bewertungsabschläge. Ein Rückversicherer von den Bermudas zeigt, warum das Thema 2026 heiß bleibt.

Die großen Versicherer liefern Rekorde – keine Frage. Doch der spannendere Blick geht in die zweite Reihe. Denn dort finden Anleger Titel, die Wachstum und Dividende kombinieren – und an der Börse teils noch nicht voll „entdeckt“ sind.

Ein zentraler Treiber bleibt Osteuropa (CEE): Dort ist die Versicherungsdurchdringung weiterhin deutlich niedriger als im Westen. Im Schnitt liegen die Prämienvolumina bei rund 2,2 Prozent des BIP, während westeuropäische Länder auf sechs bis 9,5 Prozent kommen. Heißt: Wenn der wirtschaftliche Aufholprozess weiterläuft, ist das für Versicherer ein struktureller Rückenwind mit langem Atem.

Gleichzeitig wird es in der Rückversicherung rauer – ausgerechnet, obwohl die Branche operativ oft gut verdient. Hintergrund: Es ist viel Kapital im System. Howden erwartet für 2025 mindestens 500 Milliarden Dollar Kapital, etwa das 1,1 Fache des Prämienvolumens. Mehr Kapital bedeutet in der Regel mehr Wettbewerb, Druck auf Preise und Konditionen – ein klassischer „weicher Markt“. Umso wichtiger sind Disziplin im Underwriting und saubere Risikoselektion.

Ein Beispiel, das in diesem Umfeld auffällt, ist Conduit Holdings. Der Rückversicherer von den Bermudas ist erst seit 2020 börsennotiert – liefert aber Zahlen, die Investoren aufhorchen lassen. Für 2025 meldete Conduit einen Nettogewinn von knapp 117 Millionen Dollar und lag damit deutlich über den Erwartungen von 84,8 Millionen. Auch die operative Qualität stimmt: Die Schaden Kosten Quote lag bei 89,1 Prozent – und damit klar in einem Bereich, in dem das Versicherungsgeschäft Geld verdient. Zusätzlich überzeugte Conduit mit seinem Investmentgeschäft: Das Ergebnis aus Kapitalanlagen lag bei 119,5 Millionen Dollar (Konsens: 113 Millionen) , das Anlagevermögen stieg 2025 von 1,8 auf 2,2 Milliarden Dollar.

Aus Bewertungssicht wird es besonders interessant: Aus Sicht der Berenberg Bank wird die Aktie mit rund 20 Prozent Abschlag auf den Nettovermögenswert gehandelt (NAV 6,04 Euro je Aktie) und als Titel mit hoher Dividendenrendite eingeordnet. Wer handeln will, sollte wegen teils geringerer Umsätze in Deutschland mit Limitorders arbeiten.

Conduit ist allerdings eines von mehreren interessanten Unternehmen. Welche weiteren Werte aus der zweiten Reihe aktuell besonders spannend sind – inklusive Kennzahlen, Bewertung und konkreter Einordnung – lesen Sie in der neuen Ausgabe von BÖRSE ONLINE.

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