Deutschlands führende Volkswirte blicken trotz geopolitischer Risiken optimistisch auf 2026 – doch beim Thema gemeinsame europäische Schulden ziehen sie eine klare rote Linie.

Die Stimmung unter Deutschlands Ökonomen bleibt überraschend robust. Nachdem das Ökonomen-Barometer im Januar kräftig nach oben geschnellt war, hält der Optimismus auch im Februar an – wenn auch gemäßigter. Die Prognose für die kommenden zwölf Monate legte um knapp drei Prozent auf 28,7 Punkte zu. „Wir sehen mehr Schwung im neuen Jahr", sagt DZ-Bank-Chefvolkswirtin Sonja Marten. Wegen positiver Industriedaten habe man die Wachstumsprognose für 2026 auf 1,2 Prozent angehoben.

Doch die Zuversicht hat Grenzen. Trumps Zollpolitik, die Dollar-Schwäche und geopolitische Eskalationsgefahren bleiben als Risiken präsent. Fast zwei Drittel der Volkswirte rechnen mit einer weiteren Talfahrt des Dollar. Friedrich Heinemann vom ZEW warnt vor einem „Overshooting" beim Euro: „Der EU stehen erhebliche Belastungsproben und eine mögliche politische Destabilisierung bevor."

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Für die deutsche Exportindustrie sehen die meisten Experten dennoch keine akute Gefahr. Harald Hagemann von der Uni Hohenheim nennt die Euro-Aufwertung sogar eine „gute Produktivitätspeitsche". Tim Krieger von der Uni Freiburg hält dagegen: „Die Probleme der deutschen Exportwirtschaft sind struktureller Natur."

Besonders kontrovers: das Thema Eurobonds. Obwohl sich Bundesbank-Chef Nagel kürzlich überraschend dafür ausgesprochen hatte, lehnen rund zwei Drittel der Volkswirte gemeinsame europäische Anleihen ab. Boris Augurzky vom RWI bringt die Skepsis auf den Punkt: „Gemeinsame Schulden erfordern gemeinsame Haftung. Das erfordert ähnliche Bonität."

Was die Ökonomen im Detail zu Dollar-Risiken, Eurobonds und den Wachstumsaussichten sagen, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Euro am Sonntag.

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