Darum dreht sich heute alles beim DAX. Darum steigt der Leitindex jetzt auf ein neues Rekordhoch. Außerdem im Fokus: die Aktien von Thyssenkrupp, Talanx und Schott Pharma.

Neue Daten zur US-Inflation haben den DAX am Mittwoch in weitere Rekordhöhen bis nahe 18 900 Punkte getrieben. Zuletzt verbuchte der Leitindex einen Zuwachs von 0,83 Prozent auf 18 870,86 Punkte.

Die US-Verbraucherpreise im April fielen nicht ganz so hoch aus wie am Markt prognostiziert. Das nahm den Anlegern etwas die Sorge vor weiter hoch bleibenden Zinsen in den USA. Auch andere Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten wie die Einzelhandelsumsätze und der Empire State Index trugen dazu bei, dass sich diese Furcht etwas abschwächte. Investoren waren jüngst noch etwas verunsichert ob der Zinswende in den USA, weil sich die Teuerung hartnäckig hoch gezeigt hatte.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Mittwoch 0,74 Prozent auf 27 419,30 Zähler. Der EuroStoxx 50, das Leitbarometer der Eurozone, stand 0,3 Prozent höher.

DAX (WKN: 846900)

Aktien von Thyssenkrupp im Fokus

Aktien von Thyssenkrupp Nucera stehen am Mittwochmorgen nach dem Quartalsbericht kräftig unter Druck. Auf der Handelsplattform Tradegate verloren die Papiere des Elektrolysespezialisten im Vergleich zum Xetra-Schluss fast 6 Prozent und geben damit die Hälfte ihrer Erholung vom Rekordtief im April wieder ab.

Analyst Erwan Kerouredan von der Investmentbank TBC lobte zwar grundsätzlich gute Fortschritte, der Umsatzausblick von Thyssenkrupp Nucera liege aber unter den Markterwartungen.

Auch für die Aktien der Mutter Thyssenkrupp ging es vorbörslich abwärts. Die Essener senkten ihren Ausblick.

Thyssenkrupp (WKN: 750000)

Aktien von Schott Pharma im Fokus

Die Aktien von Schott Pharma stehen am Mittwoch nach gedämpften Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr stark unter Druck. Auf der Handelsplattform Tradegate sackten sie im vorbörslichen Geschäft um 12,6 Prozent auf 32,62 Euro ab im Vergleich mit dem Xetra-Schluss. Damit würden sie im Xetra-Handel auf den tiefsten Stand seit Ende Januar zurückfallen.

Der Pharmazulieferer warnte am Vorabend vor schwachen Verkäufen von Spritzen im kommenden Jahr.

Die Vorhersagbarkeit der weiteren Entwicklung sei nun sehr schlecht, monierte ein Börsianer. Barclays-Analyst Gaurav Jain kappte seine Schätzungen für das organische Wachstum 2025 von 18 auf 10 Prozent.

SCHOTT PHARMA AG & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N. (WKN: A3ENQ5)

Aktien von Talanx im Fokus

Gute Geschäfte mit der Industrie und im Ausland haben dem Versicherungskonzern Talanx (HDI) einen glänzenden Start ins Jahr beschert. Dennoch will der Vorstand sein Gewinnziel für 2024 vorerst nicht anheben. Einen solchen Schritt hält Finanzvorstand Jan Wicke erst für den Herbst für denkbar, wenn die Hurrikan-Saison im Nordatlantik und damit die Gefahr besonders großer Schäden vorüber ist. Nach einem Gewinn von 572 Millionen Euro im ersten Quartal zeigten sich er und Vorstandschef Jan Wicke am Mittwoch aber zuversichtlicher, das Gewinnziel von mehr als 1,7 Milliarden Euro in diesem Jahr "deutlich" zu übertreffen.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen: Obwohl Talanx den überraschend hohen Quartalsgewinn schon Ende April veröffentlicht hatte, legte die Aktie des Konzerns bis zur Mittagszeit um mehr als ein Prozent zu und gehörte damit zu den stärkeren Titeln im MDax, dem Index der mittelgroßen Werte.

"Im dritten Quartal ist die Hurrikan-Saison, da passieren die Großschäden", sagte Wicke in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Wenn man in der Branche seine Jahresprognose anpasse, dann eher erst nach dem dritten Quartal. Allerdings zeigte er sich optimistisch, dass der Konzern in diesem Jahr eine Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent erreicht. Auch 19 Prozent seien in Reichweite, sagte er. Im ersten Quartal lag die Rendite bei 21,2 Prozent.

Dass der Konzern in den ersten drei Monaten 35 Prozent mehr verdiente als ein Jahr zuvor, verdankte er vor allem der Industrieversicherung unter der Marke HDI und der Privat- und Firmenversicherung im Ausland. Das gesamte Erstversicherungsgeschäft steigerte seinen Gewinn um 45 Prozent, während der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück 24 Prozent mehr beisteuerte. Dem Talanx-Konzern gehört gut die Hälfte der Hannover-Rück-Aktien. Vom Gewinn des Rückversicherers geht unter dem Strich daher auch etwas mehr als die Hälfte in das Ergebnis von Talanx ein.

Trotz des guten Laufs der Erstversicherung steuerte die Hannover Rück mit 305 Millionen Euro noch gut die Hälfte zum Talanx-Gewinn bei. Die Industrieversicherung unter der Marke HDI lieferte 104 Millionen Euro ab, die Privat- und Firmenkundenversicherung im Ausland 120 Millionen Euro. Lediglich 43 Millionen kamen aus dem Privat- und Firmenkundengeschäft auf dem deutschen Heimatmarkt.

Der Versicherungsumsatz stieg um neun Prozent auf 11,65 Milliarden Euro. Dabei profitierte Talanx von einem starken Wachstum in Polen und Brasilien. In Brasilien ging zudem erstmals das übernommene Geschäft des Versicherers Liberty Mutual in die Zahlen ein.

Im gesamten Schaden- und Unfallgeschäft des Talanx-Konzerns blieb nun ein größerer Teil der Einnahmen als versicherungstechnischer Gewinn übrig als ein Jahr zuvor: Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 93,5 auf 90,9 Prozent

Talanx (WKN: TLX100)

Mit Material von dpa-afx

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