Der DAX befindet sich am Freitag in einem starken Abwärtstrudel. Darum fällt der deutsche Leitindex jetzt deutlich, und das wird heute noch entscheidend für den Kursverlauf. Außerdem im Fokus der Anleger: die Aktien von Alzchem und IAG. 

Schwache Vorgaben von den Übersee-Börsen haben am Freitag den Druck auf den DAX aufrecht gehalten. Der deutsche Leitindex sank im frühen Handel um 0,69 Prozent auf 22.397 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 1,00 Prozent auf 28.273 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 verlor 0,9 Prozent.

Wieder entfachte Zollsorgen und eine weltweit trübe Börsenstimmung prägen das Bild. In Asien standen die Märkte am Morgen unter Druck und folgten den tags zuvor schwachen US-Aktienmärkten. US-Präsident Donald Trump hatte Zölle gegen China, Kanada und Mexiko in der kommenden Woche angekündigt.

Die US-Außenhandelspolitik gestalte sich zunehmend unberechenbarer und das mache den Investoren das Leben schwer, sagte Marktexperte Andreas Lipkow. Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners versuchte die Kursverluste hierzulande zu relativieren: "Dax & Co können sich der aktuellen Verkaufswelle zwar nicht entziehen. Im internationalen Vergleich sind die europäischen Märkte aber aktuell so etwas wie der Fels in der Brandung."

Am Nachmittag ziehen die Verbraucherpreise für Deutschland sowie in den USA der PCE-Preisindex für persönliche Konsumausgaben die Aufmerksamkeit auf sich, der das bevorzugte Preismaß der US-Notenbank Fed ist und daher an den Finanzmärkten stark beachtet wird. Eine deutliche Abkühlung des Preisdrucks zeichne sich nicht ab, hieß es von der Helaba. Mit einem Zinslockerungsschritt rechne man am Markt nicht vor der Jahresmitte und an dieser Einschätzung werde sich heute kaum etwas ändern. Bei der EZB rechnen Marktteilnehmer hingegen bereits in der kommenden Woche mit einer Zinssenkung.

Aktien von IAG im Fokus

Preissteigerungen, eine höhere Auslastung und geringere Kosten haben der British-Airways-Mutter IAG zu einem Sprung beim operativen Gewinn verholfen. Bereinigt um Sondereffekte sprang das Ergebnis aus dem Tagesgeschäft im vergangenen Jahr um fast 27 Prozent auf gut 4,4 Milliarden Euro hoch, wie die Konkurrentin der Lufthansa-Gruppe am Freitag in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt weniger erwartet.

Die International Airlines Group (IAG), zu der auch Iberia und Vueling zählen, begründete das starke Plus mit einer höheren Kapazität und gestiegenen Umsätzen: So stieg der Konzernerlös um neun Prozent auf 32,1 Milliarden Euro, getrieben von größeren durchschnittlichen Einnahmen pro Passagier vor allem auf Strecken nach Nordamerika und innerhalb Europas.

Auf die Anteilseigner entfällt 2024 ein Gewinn von gut 2,73 Milliarden Euro nach 2,66 Milliarden im Vorjahr. Den Aktionären will IAG insgesamt für das Gesamtjahr neun Cent je Aktie als Dividende zahlen. Innerhalb von zwölf Monaten sollen auch über Aktienrückkäufe bis zu eine Milliarde Euro an die Aktionäre zurückfließen. Für das neue Jahr zeigt sich Konzernchef Luis Gallego zuversichtlich, weiter vergleichsweise gute Renditen zu erzielen.

Aktien von Alzchem im Fokus

Der Spezialchemiekonzern Alzchem will nach einem Rekordjahr noch mehr erreichen. "Für das Geschäftsjahr 2025 planen wir eine Umsatzsteigerung auf circa 580 Millionen Euro und ein Ebitda-Wachstum auf circa 113 Millionen Euro", sagte Finanzchef Andreas Lösler laut Mitteilung vom Freitag. Dabei wolle der Konzern in Deutschland investieren und in den USA nach neuen Standorten suchen. Analysten haben beim Umsatz im Schnitt ein etwas höheres Ziel erwartet, beim operativen Ergebnis aber weniger.

Im vergangenen Jahr verdiente Alzchem im operativen Geschäft so viel wie nie zuvor. Dank höhermargiger Spezialchemie sprang das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um fast 30 Prozent auf 105,3 Millionen Euro, wie der SDax-Neuling im oberbayerischen Trostberg mitteilte. Der Umsatz stieg um 2,5 Prozent auf 554,2 Millionen Euro.

Unter dem Strich verdiente Alzchem 54,2 Millionen Euro nach 34,8 Millionen im Vorjahr. Seinen Anteilseignern will Alzchem 1,80 Euro je Aktie als Dividende auszahlen - das wären 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Enthält Material von dpa-AFX

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