Am Mittwoch kann der DAX überraschend deutlich im Kurs zulegen – diese Nachrichten sorgen jetzt für den Anstieg beim deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus der Börse: die Aktien von E.on und Stellantis.

Nach dem durchwachsenen Wochenstart sieht es für den DAX am Mittwoch deutlich besser aus. Wenige Minuten nach der Eröffnung stieg der deutsche Leitindex um 0,85 Prozent auf 22.602 Punkte. Das in der Vorwoche erreichte Rekordhoch steht bei 22.935 Punkten. Angeschoben wurde der Dax zur Wochenmitte von positiv aufgenommenen Geschäftszahlen, etwa von Fresenius, Eon und Munich Re.

Erneut nach oben ging es auch für den MDax der mittelgroßen Unternehmen mit einem Plus von 1,01 Prozent auf 28.371 Punkte. Das Eurozonen-Leitbarometer EuroStoxx 50 stand 0,7 Prozent höher.

Starke Vorgaben kamen am Mittwoch von der Börse in Hongkong, wo der Hang Seng deutlich anzog und Technologiewerte gefragt waren. Die US-Indizes hatten am Vorabend indes teils weiter geschwächelt.

Die Korrelationen, wonach alles im Sog der Wall Street steige oder falle, seien aufgebrochen, schrieb Jochen Stanzl, Analyst beim Broker CMC Markets. Anleger gingen derzeit weitaus selektiver vor. In Deutschland setzten sie auf die Zukunft und damit konkret auf eine Lockerung der Schuldenbremse, was eine neue wirtschaftliche Dynamik entfalten könnte, so der Experte.

DAX (WKN: 846900)

Aktien von Stellantis im Fokus

Der kriselnde Opel-Mutterkonzern Stellantis geht nach einem Gewinneinbruch nicht von einer deutlichen Besserung im neuen Jahr aus. Weil das Unternehmen vor allem auf dem wichtigen US-Markt in arge Schwierigkeiten geraten war, sackte der Gewinn im vergangenen Jahr um 70 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro ab, wie der Volkswagen-Rivale am Mittwoch in Amsterdam mitteilte.

Die um Sondereffekte bereinigte operative Gewinnmarge rutschte auf 5,5 Prozent ab, nach 12,8 Prozent im Vorjahr. Dieses Jahr peilt das Management um den Interimschef und Fiat-Erben John Elkann ebenfalls eine Marge lediglich im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Als Dividende schlägt das Unternehmen 68 Cent je Aktie vor, weniger als halb so viel wie ein Jahr zuvor mit 1,55 Euro.

Stellantis hatte im vergangenen Jahr hart zu kämpfen. Auf dem US-Markt, auf dem der Vielmarkenkonzern (unter anderem Peugeot, Citroen, Fiat, Opel, Chrysler, Jeep, Alfa Romeo) mit großen Pickups und SUVs üblicherweise den Löwenanteil des Gewinns erzielt, standen zu viele Autos auf den Höfen der Händler. Stellantis musste die Produktion drosseln und mehr Rabatte geben, um die Bestände zu senken. Das hatte schon im Verlauf des vergangenen Jahres für schwache Ergebnisse gesorgt. Die Aktie dümpelt derzeit um die Marke von 13 Euro. Im März 2024 war sie mehr als doppelt so viel wert.

Der Umsatz fiel 2024 um 17 Prozent auf 156,9 Milliarden Euro. Dieses Jahr sollen die Erlöse wieder zulegen, zehn neue Modelle bringt der Konzern auf den Markt. Auch die Kassenlage soll sich wieder bessern. So ist geplant, dass dem Konzern aus dem Fahrzeuggeschäft wieder finanzielle Mittel zufließen. Vergangenes Jahr flossen 6 Milliarden Euro ab.

"2024 war für das Unternehmen ein Jahr der starken Kontraste, in dem die Ergebnisse hinter unserem Potenzial zurückblieben, aber wir haben wichtige strategische Meilensteine erreicht", sagte Verwaltungsratschef Elkann mit Blick auf neue Plattformen, die anlaufende Batterieproduktion bei Gemeinschaftsunternehmen und neue Modelle.

Die schlechte Lage auf dem US-Markt hatte den lange dominierenden Ex-Chef Carlos Tavares vergangenes Jahr den Job gekostet. Er trat im Dezember vorzeitig ab. Die Suche nach einem Nachfolger sei auf gutem Weg, hieß es nun. Sie soll im ersten Halbjahr abgeschlossen werden.

Aktien von E.ON im Fokus

Die für die Energiewende nötigen Investitionen in Milliardenhöhe schieben den Energieversorger Eon weiter an. Bis 2028 sollen 43 Milliarden Euro investiert werden, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Essen mitteilte. Das ist eine Milliarde mehr, als bislang geplant war, die in den Ausbau der Netzinfrastruktur fließen soll.

Auch im Tagesgeschäft dürfte es in der Folge besser laufen: Den bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ber Ebitda) erwartet das Management 2028 nun bei über 11,3 Milliarden Euro statt bislang bei über 11 Milliarden. Analysten hatten 11,1 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Eon hatte bislang seine Investitionsziele traditionell zum Jahresbeginn jeweils um ein Jahr fortgeschrieben. Mit Verweis auf die noch offene Verzinsung der Netzinvestitionen in der Stromregulierungsperiode 2029 hält Konzernchef Leonhard Birnbaum nun aber an dem Zeitrahmen bis 2028 fest. Eon sei bereit, weiter zu investieren, sagte der Manager laut Mitteilung, "aber niemals um jeden Preis."

Enthält Material von dpa-AFX

Lesen Sie auch:

Feierstimmung bei Deutsche Telekom-Aktie – Doch sollten Anleger jetzt lieber verkaufen?

Oder:

Aktiencrash wird kommen: 5 Dinge, die Sie tun sollten, bevor es zu spät ist, verrät dieser Experte