Gold und Silber haben ihr diesjähriges Rekordhoch bislang um ungefähr 20 bzw. mehr als 40 Prozent unterschritten - bei dem nachfolgenden Metall beläuft sich der Abstand auf weniger als fünf Prozent.

Deutlich robuster präsentiert sich 2026 dagegen Kupfer, welches seit dem Jahresultimo einen Gewinn von über 11 Prozent erzielt hat. Das Industriemetall befindet sich weiterhin in Reichweite des bisherigen Höchststands und beweist damit ein hohes Maß an relativer Stärke. Für Anleger stellt sich daher die Frage, warum sich Kupfer derzeit gut entwickelt und wie dessen weitere Perspektiven aussehen.

Energiewende sorgt für strukturelle Nachfrage

Ein wesentlicher Grund für die Widerstandsfähigkeit des Kupferpreises ist die enorm robuste Nachfrage. Kupfer gilt als unverzichtbarer Rohstoff für die Elektrifizierung der Weltwirtschaft. Ob Stromnetze, Elektroautos, Rechenzentren, Windkraftanlagen oder Solarkraftwerke – überall wird das rötliche Metall in großen Mengen benötigt.

Vor allem der Ausbau der Strominfrastruktur verschlingt enorme Kupfermengen. Experten gehen davon aus, dass die weltweite Nachfrage in den kommenden Jahren deutlich stärker steigen wird als das Angebot. Neue Minenprojekte benötigen oft mehr als zehn Jahre bis zur Produktionsaufnahme. Dadurch drohen strukturelle Angebotsengpässe.

Zusätzliche Unterstützung erhält der Kupferpreis durch die Entwicklung der Lagerbestände. An der Shanghai Futures Exchange sind die Kupfervorräte zuletzt auf den niedrigsten Stand des laufenden Jahres gefallen. Dies wird von Marktbeobachtern als Hinweis auf eine weiterhin hohe Nachfrage aus China gewertet.

Ohnehin bleibt China mit Abstand der wichtigste Verbraucher des Industriemetalls. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen sorgen Investitionen in Stromnetze, Infrastruktur und Zukunftstechnologien weiterhin für einen hohen Kupferbedarf. Auch die starke Nachfrage nach Komponenten für Künstliche Intelligenz und moderne Rechenzentren wirkt unterstützend. Kupfer wird in Kabeln, Stromschienen, Kühlsystemen und zahlreichen elektronischen Bauteilen benötigt.

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Zollpolitik verschärft das Angebot

Hinzu kommt die Handelspolitik der USA. Die Diskussion über mögliche Importzölle auf Kupfer hat in den vergangenen Monaten zu umfangreichen Lieferungen in die Vereinigten Staaten geführt. Dadurch wurden verfügbare Mengen aus anderen Regionen abgezogen. Diese Entwicklung hat das globale Angebot zusätzlich verknappt und den Preis gestützt.

Kurzfristig bleibt Kupfer zwar anfällig für Zinssorgen und Konjunkturängste. Höhere Zinsen könnten das Wirtschaftswachstum bremsen und damit auch die Nachfrage nach Industriemetallen dämpfen. Dennoch scheint die langfristige Perspektive weiterhin positiv.

Die Stimmung unter vielen Rohstoffexperten ist nach wie vor konstruktiv. Besonders optimistisch äußerten sich zuletzt die Analysten von Jefferies. Sie haben ihr bislang bullisches Szenario inzwischen zum Basisszenario erklärt. Nach ihrer Einschätzung könnte Kupfer in den Jahren 2030 und 2031 durchschnittlich rund acht Dollar je Pfund (aktuell: 6,40 Dollar) erreichen.

WisdomTree Copper-COPA (WKN: A0KRKR)

Mit einem ETC auf steigende Kupferpreise setzen

Privatanleger, die von einem steigenden Kupferpreis profitieren möchten, können diese Erwartung über börsengehandelte Papiere wie den WisdomTree Copper ETC umsetzen. Das Produkt bildet die Entwicklung von Kupfer-Futures synthetisch nach und erhebt eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,54 Prozent pro Jahr. Da keine physische Lagerung von Kupfer erfolgt, basiert die Wertentwicklung auf Terminmarkt-Kontrakten.

Anleger sollten allerdings beachten, dass Futures-basierte Rohstoffprodukte zusätzlichen Einflüssen unterliegen. Muss der Anbieter auslaufende Kontrakte regelmäßig gegen länger laufende Futures austauschen, können sogenannte Rollverluste entstehen. Genau dieser Effekt machte sich in den vergangenen zwölf Monaten auch bei diesem ETC bemerkbar. Während der Kupferpreis selbst eine höhere Wertentwicklung erzielte, fiel die Performance des WisdomTree Copper ETC rund acht Prozentpunkte schwächer aus. Ursache waren die beim Rollen der Futures angefallenen Kosten.

Fazit: Trotz dieses Nachteils bietet der ETC einen vergleichsweise einfachen Zugang zum Kupfermarkt. Wer an die langfristigen Wachstumstrends rund um Elektrifizierung, Energiewende und Künstliche Intelligenz glaubt, findet in Kupfer einen Rohstoff, der derzeit deutlich mehr relative Stärke zeigt als diverse andere Metalle.

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