Nach dem jüngsten Rücksetzer hat sich der Preis des Edelmetalls stabilisiert. Der Krieg im Iran ist ein zusätzliches Argument zur Höhergewichtung. Spekulative Anleger wagen eine gehebelte Wette.
Das Grand Emperor Hotel in der Spielerstadt Macau war bekannt für seinen opulenten „goldenen“ Eingang. Die Gäste betraten die Lobby über Dutzende im Boden sichtbar eingelassener Goldbarren. Das Hotel nutzte eine anstehende Sanierung und machte Kasse. Für insgesamt 79 Kilogramm Gold erzielte das Hotel knapp 13 Millionen US-Dollar. Gut möglich, dass der Verkauf zu früh stattfand. Denn es spricht einiges dafür, dass der Goldpreis weiter steigt.
Ende Januar erreichte die Notiz mit fast 5.600 Dollar ein neues Rekordhoch. Anschließend erfolgte eine kräftige Korrektur. Flankiert von den Krisen weltweit, scheint Gold mittlerweile wieder in den alten Aufwärtstrend einzuschwenken.
Fundamental wird der Aufschwung unter anderem durch die hohe Nachfrage von Privatanlegern nach Münzen und Barren gestützt. Parallel dazu meldet der World Gold Council kräftige Zuflüsse in Gold-ETFs zum Jahresstart. Die Bestände der globalen Gold-ETFs, die mit physischem Gold hinterlegt sind, stiegen auf Allzeithoch.
Geopolitik als Kurstreiber
Nach wie vor gelten die geopolitischen Verwerfungen und Unsicherheiten als der Treiber für Gold. Mit der kriegerischen Auseinandersetzung im Iran und dem Nahen Osten ist ein weiterer Krisenherd hinzugekommen, der die Unsicherheit der Anleger erhöht. In dem zunehmend fragmentierten Weltbild sehen die Mehrheit der Analysten eine strukturelle Stütze für die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold.
Kaum ein Analyst bezweifelt, dass die Zentralbanken weiter ihre Goldbestände aufstocken. Lediglich eine Abschwächung beim Tempo wird erwartet. Die Gründe sind dieselben wie bereits im vergangenen Jahr: Diversifikation, De-Dollarisierung und der Aufbau eines Wertspeichers. Das gilt insbesondere für Zentralbanken im nicht westlichen Raum sowie im Umfeld der BRICS-Staaten. Zunehmend findet Gold auch Eingang in digitale Wertspeicher. Der Anbieter Tether hat einen mit Gold hinterlegten Coin aufgelegt. 2025 wurden 70 Tonnen Gold in Schweizer Lagern gebunkert. Digitales Gold wird etwa in Schwellenländern beliebter. Mit einer so wachsenden Nachfrage bügelt der Goldpreis Korrekturen immer wieder aus. Unter erhöhter Volatilität sehen die Analysten weiteres Potenzial für Gold. Die Kursziele reichen bis 6.300 Dollar zum Jahresende 2026.
Für Anleger, die gehebelt auf die Goldpreisentwicklung setzen wollen, hat BÖRSE ONLINE zwei Knock-out-Calls ausgewählt. Dabei gilt: je höher der Hebel, umso höher das Gewinnpotenzial, aber auch das Risiko, bei Rücksetzern überproportional zu verlieren. Anleger setzen individuelle Stoppkurse.
Dieser Artikel erschien zuerst im BÖRSE ONLINE-Heft. Weitere spannende Artikel finden Sie hier.