(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich sind am Freitag nach Geschäftszahlen und Ausblick unter Druck geraten. Letztlich sackten sie um 5,5 Prozent ab auf 26,70 Euro. Damit summieren sich die Kursverluste seit Jahresbeginn auf etwa ein Viertel. Zeitweise notierten sie mit 25,74 Euro sogar auf dem niedrigsten Niveau seit fast einem Jahr. Das Chartbild bleibt damit äußerst trüb.

Bei den Anlegern kamen vor allem die Jahresziele des im MDax notierten Konzerns nicht gut an, auch wenn sie ein Marktteilnehmer als konservativ wie üblich einstufte. Der Umsatz dürfte im schlechtesten Fall etwas unter dem Vorjahresniveau liegen, maßgeblich wegen des weiterhin schwachen wirtschaftlichen Umfelds. Das operative Ergebnis (Ebit) soll sich aber wieder kräftig erholen, nachdem im Vorjahr unter anderem Sondereffekte wegen der Veräußerung einer russischen Tochtergesellschaft belastet hatten.

Die Zielspanne für das operative Ergebnis liege im Mittelwert zwar etwas über den durchschnittlichen Marktschätzungen, schrieb Philippe Lorrain vom US-Analysehaus Bernstein Research. Die Prognosen für Umsatz und Auftragseingang hätten den Konsens allerdings verfehlt. Dies sei im Kontext der Lage im Nahen Osten zu sehen. Außerdem habe Jungheinrich schon im vergangenen Jahr die Erwartungen beim Auftragseingang nicht erfüllt.

Auch Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bezeichnete die Neubestellungen im vierten Quartal als Enttäuschung, sie deuteten damit auf eine anhaltend schwache Entwicklung in Europa hin. Insgesamt habe der Gabelstapler-Hersteller aber ordentlich abgeschnitten und angesichts der geopolitischen Unsicherheiten klinge auch der Ausblick robust. Jungheinrich nannte als Voraussetzung für die neuen Jahresziele, dass sich die geopolitischen Rahmenbedingungen nicht verändern und die Lieferketten stabil bleiben.

Die Aktien von Jungheinrich befinden sich bereits seit den Tagen vor Beginn des Iran-Kriegs auf Abwärtskurs. Nach mehrmaligem erfolglosen Test der Charthürde um 38 Euro hatten sie bis zum Montag fast ein Drittel verloren, bevor sie sich zuletzt etwas fingen. Nach ihrem neuerlichen Rückschlag notieren die Papiere am Freitag aber wieder 30 Prozent unter ihrem Ende Januar erreichten Jahreshoch bei 38,16 Euro.

Nur moderat in Mitleidenschaft gezogen wurden am Freitag die Aktien von Kion , die um 0,7 Prozent fielen. Zwischenzeitlich näherten sie sich mit Kursverlusten von bis zu 3,2 Prozent ihrem am Montag erreichten Tief seit vergangenem Juni./niw/tih/jha/

Quelle: dpa-Afx