FRANKFURT (dpa-AFX) - Ohne die Aussicht auf ein absehbares Ende der Zinserhöhungen ergreifen die Anleger am Donnerstag vorerst die Flucht aus Aktien. Erwartungsgemäße Zinserhöhungen der EZB und der Bank of England gaben den Anlegern keinen Grund zur Zufriedenheit. Kritisch gesehen werden derzeit vor allem die Projektionen der US-Währungshüter, die weitere Zinsanhebungen statt einer erneuten Zinswende erwarten lassen.
Der Dax
Die europäischen Notenbanken, darunter auch die Schweizer und die Norweger, machten es der US-Fed gleich und erfüllten am Donnerstag mit ihren Zinserhöhungen die Erwartungen. Im Zentrum der Debatte stehen derzeit aber mehr die Projektionen in die Zukunft: Die EZB sorgte am Donnerstag für Aufsehen mit nach oben geschraubten Inflationserwartungen und einer andererseits für 2023 gekürzten Wachstumsprognose.
"Damit wird das so gefürchtete Stagflationsszenario ein gutes Stück wahrscheinlicher", schrieb Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Von Anlegern kritisch gesehen wurde auch die Aussage, dass die EZB ihre Anleihenbestände von März an schrittweise zurückfahren will. Laut Altmann wird es dann für die Märkte erst richtig ernst. "Indem die EZB die Rückzahlungsbeträge aus fälligen Anleihen nicht vollständig reinvestiert, wird sie dem Markt Liquidität entziehen", schrieb der Experte in einem ersten Kommentar.
Der sinkende Bedarf, Aktien ins Depot zu legen, zeigte sich auch auf Seiten der Einzelwerte. Positive Kursentwicklungen waren in den drei großen Indizes der Dax-Familie rar. Im Leitindex schlug sich die Deutsche Telekom
Auf den Verliererlisten standen Aktien, für die steigende Zinsen als Problem angesehen werden. Dazu zählt vor allem die Technologiebranche wie etwa Online-Werte, deren Wachstum höhere Finanzierungskosten bremsen können. Die Aktien der Modehändler Zalando
Das Schlusslicht im SDax wurde aber Ceconomy
Im Dax weit hinten zu finden waren die 4,3 Prozent schwächeren Papiere der Deutschen Post
Der Euro
Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 1,92 Prozent am Vortag auf 1,89 Prozent. Der Rentenindex Rex
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx