FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach seinem starken Jahresstart könnte der
Dax
Mit einem Anstieg bis auf ein Rekordhoch nahe 25.300 Punkten am Freitag hat der Dax im noch jungen Jahr bisher an seine starke Bilanz von 2025 angeknüpft. Der deutsche Leitindex arbeite also am sogenannten Januar-Effekt, schrieb Kapitalmarktexperte Martin Utschneider vom Broker RoboMarkets. Die Annahme, dass Aktienkurse im Januar überdurchschnittlich gut performen, sei allerdings kein Naturgesetz. Trotzdem habe der Dax einen kurzfristigen Aufwärtsmodus etabliert.
Zentraler Kurstreiber bleibt die Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft 2026. Jüngste Konjunkturdaten hätten die Anleger teilweise darin bestärkt, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten sei, stellte Marktbeobachter Andreas Lipkow fest. Die Rüstungsindustrie spiele dabei eine besonders wichtige Rolle im konjunkturellen Gesamtbild.
Am Donnerstag gibt das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung des deutschen Bruttoinlandsprodukts im Vorjahr bekannt. Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, rechnet mit dem mehr oder weniger dritten Stagnationsjahr für Deutschland in Folge. Dank der hohen Staatsinvestitionen in Infrastruktur und Rüstung sei im neuen Jahr "immerhin eine um rund ein Prozent höhere Wirtschaftsleistung realistisch", so Greil.
Geopolitische Konflikte könnten die Laune der Investoren aber jederzeit wieder trüben. Nach dem Angriff der USA auf Venezuela stehen die Energiemärkte besonders im Fokus. Die Aussicht auf niedrigere Ölpreise hatte zuletzt die damit verbundenen Risiken überstrahlt. Nun wandert laut Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl der Blick allerdings auch auf die Proteste im Iran, der trotz aller Sanktionen ein wichtiger Ölproduzent sei.
"Ergänzend sorgten jüngste Äußerungen aus Washington zur strategischen Bedeutung Grönlands für Irritationen bei europäischen Partnern", kommentierte Martin Zurek von der Weberbank. "Für die Kapitalmärkte bedeutet dies insgesamt, dass politische Entscheidungen weiterhin kurzfristig Einfluss auf Rohstoffpreise, Handelsströme und die Marktschwankung nehmen dürften."
Auch abseits dieser Konflikte schauen die Anleger in die USA: Am Dienstag stehen frische Verbraucherpreisdaten auf der Agenda, die nach dem bereits veröffentlichten Arbeitsmarktbericht ebenfalls Einfluss auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben dürften.
Die durchwachsenen Jobdaten spielten den Investoren vor dem Wochenende dabei noch tendenziell in die Karten. Sie erhöhten den Druck auf die Fed, die Zinsen schneller zu senken, um die Wirtschaft zu stützen, was auch günstigere Finanzierungskosten für Unternehmen mit sich bringen würde, erklärte Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades.
Obendrein geben die US-Banken den Startschuss für die Berichtssaison. Im Wochenverlauf legen JPMorgan
Hierzulande präsentiert außerdem Nahrungsmittelkonzern Südzucker
--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx