Alibaba glänzt mit kräftigem Gewinnsprung, starkem Cloud-Wachstum und KI-Dynamik – Anleger schicken die Aktie zweistellig nach oben.

Der chinesische Technologieriese Alibaba hat im ersten Fiskalquartal 2025 gezeigt, dass er in einem schwierigen Marktumfeld weiter Akzente setzen kann. Während die Umsätze leicht hinter den Erwartungen zurückblieben, überzeugte der Gewinnanstieg auf ganzer Linie. 

Die Aktie des E-Commerce- und Cloud-Spezialisten schoss an der Wall Street zeitweise zweistellig in die Höhe – getragen von der Fantasie rund um Künstliche Intelligenz und die wachsende Bedeutung des Cloud-Geschäfts.

Umsatz solide, Gewinn überrascht

Alibaba meldete für das zum Juni abgeschlossene Quartal einen Umsatz von 247,7 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 34,6 Milliarden Dollar) – ein Plus von zwei Prozent im Jahresvergleich. Bereinigt um veräußerte Randgeschäfte hätte das Wachstum allerdings rund zehn Prozent betragen.

Der Nettogewinn sprang um satte 78 Prozent auf 43,1 Milliarden Yuan (umgerechnet 6,034 Milliarden Dollar). Dieser Sprung war vor allem Bewertungsgewinnen aus Beteiligungen und dem Verkauf des Türkei-Geschäfts Trendyol geschuldet, zeigt aber auch, wie stark Alibaba trotz Investitionen in neue Geschäftsfelder profitabel bleibt.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITA) lag hingegen mit 38,8 Milliarden Yuan um 14 Prozent niedriger als im Vorjahr – ein Resultat der massiven Investitionen in neue Modelle wie den Schnelllieferdienst „Instant Commerce“ und in Technologie.

Cloud-Sparte als Wachstumsmotor

Der wahre Glanzpunkt des Berichts lag im Cloud-Bereich. Die Cloud Intelligence Group steigerte den Umsatz um beeindruckende 26 % auf 33,4 Milliarden Yuan und wuchs damit deutlich schneller als der Markt. Besonders stark präsentierten sich die KI-basierten Angebote: Bereits im achten Quartal in Folge erzielten sie ein dreistelliges Umsatzwachstum.

CEO Eddie Wu betonte, dass Alibaba weiter massiv in eigene KI-Modelle und Chips investiert. Diese sollen nicht nur die Cloud-Sparte stärken, sondern auch neue Geschäftsmodelle ermöglichen – ähnlich wie bei Microsoft oder Google, die ihre Cloud- und KI-Dienste eng verzahnen.

E-Commerce im Umbau

Das klassische E-Commerce-Geschäft, nach wie vor Alibabas größter Umsatztreiber, zeigte solide, aber differenzierte Entwicklungen. Die Umsätze in China stiegen um 10 %, angetrieben durch höhere Ausgaben für Werbung und Services auf den Plattformen. Gleichzeitig belasten Investitionen in den hart umkämpften Markt der Schnelllieferungen die Profitabilität.

Mit „Taobao Instant Commerce“ will Alibaba künftig noch stärker in die Logistik investieren, um Bestellungen innerhalb einer Stunde auszuliefern. Das Unternehmen plant, mit diesem Segment innerhalb von drei Jahren ein jährliches Transaktionsvolumen von einer Billion Yuan zu erreichen. Anleger zeigen sich bisher gelassen: Sie sehen die Ausgaben als Investition in die Zukunft – ähnlich wie die frühen Cloud-Investitionen, die sich nun auszahlen.

Euphorische Marktreaktion - Alibaba besser als alle Mag7-Aktien

An der Wall Street wurde der Quartalsbericht euphorisch aufgenommen. Die Aktie legte in New York um bis zu zwölf Prozent zu und setzte ihre starke Jahresperformance fort – seit Jahresbeginn liegt das Papier in den USA rund 40 Prozent im Plus und hat damit die alle Mag 7-Aktien abgehängt. Analysten werten das Zusammenspiel aus robustem E-Commerce, starkem Cloud-Geschäft und konsequenter KI-Strategie als klares Signal für nachhaltiges Wachstum.

Für die kommenden Quartale plant das Management, das Cloud-Wachstum über dem Marktdurchschnitt zu halten und gleichzeitig die Margen langfristig zu verbessern. Die Investitionen in künstliche Intelligenz, Logistik und internationale Expansion sollen die nächste Wachstumswelle vorbereiten.

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Und: Wer vor 10 Jahren 10.000 Dollar investierte, hätte so viel mit Nvidia, Bitcoin & Co. verdient

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Alibaba Group (WKN: A117ME)

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