Bayer bekommt für Kerendia in Europa Rückenwind. Eine neue Zulassung, frische Analystenhilfe und der Blick auf wichtige Termine dürften die weitere Entwicklung der Bayer-Aktie prägen.
Bei Bayer rückt die Pharmasparte wieder stärker in den Vordergrund. Kerendia hat in der EU eine neue Indikation erhalten, Barclays bleibt optimistisch. Für Anleger zählt jetzt, ob aus guten Meldungen auch ein belastbarer Aufwärtstrend entsteht.
Kerendia öffnet Bayer einen größeren Markt
Bayer hat für Kerendia ("Finerenon") in der EU die Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären Auswurfleistung von mindestens 40 Prozent erhalten. Bislang durfte Bayer das Mittel in Europa nur bei chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes einsetzen. Damit erweitert der Konzern den adressierbaren Markt spürbar. In Europa leben rund 15 Millionen Menschen mit Herzinsuffizienz, etwa die Hälfte davon mit einer Auswurfleistung von 40 Prozent oder mehr. Für diese Gruppe gibt es bislang nur wenige zugelassene leitliniengerechte Optionen.
Finerenon: Hoffnungsträger für den DAX-Konzern und viele Patienten
Die Entscheidung stützt sich auf die Phase-III-Studie FINEARTS-HF mit rund 6.000 Patienten. Finerenon senkte darin den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und Herzinsuffizienz-Ereignissen signifikant gegenüber Placebos. Bayer hebt zudem hervor, dass Kerendia als erster Wirkstoff am Mineralokortikoid-Rezeptor in dieser Patientengruppe in einer Phase-III-Studie statistisch signifikante und klinisch relevante kardiovaskuläre Vorteile gezeigt hat. Weltweit betrifft das Problem Herzinsuffizienz mehr als 64 Millionen Menschen. Die Kosten in der EU liegen laut Unternehmen bei rund 29 Milliarden Euro pro Jahr.
Schon heute zählt Kerendia zu den wichtigsten Wachstumstreibern im Pharmageschäft von Bayer: Im vierten Quartal 2025 legte der Umsatz mit dem Medikament nominal um knapp 93 Prozent auf 264 Millionen Euro zu.
Barclays setzt auf starke Bayer-Zahlen – aber der Rechtsstreit bleibt
Zusätzlichen Rückenwind lieferte Barclays mit ihrer neuesten Studie zur Bayer-Aktie vom 29. März 2026:
Die britische Investmentbank bleibt bei „Overweight“ und nennt 48 Euro als Kursziel. Analyst Charles Pitman-King rechnet zum Quartalsbericht am 12. Mai 2026 mit einem starken operativen Ergebnis und traut Bayer zu, die Jahresziele zu bestätigen. Ebenfalls bullisch zeigte sich kurz zuvor bereits die UBS, die am 26. März 2026 zum Kauf der Bayer-Aktie riet und sogar ein Kursziel von 52 Euro ausgerufen hat.
Gleichzeitig bleibt der Konzern an einer anderen Front unter Druck: Am 27. April 2026 rückt die mündliche Verhandlung des obersten US-Gerichts im Durnell-Fall zu den Glyphosat-Klagen in den Fokus. Genau hier liegt weiter der entscheidende Bremsfaktor. Operativ sendet Bayer aus der Pharmasparte wieder die richtigen Signale. Am Kapitalmarkt dürfte nun zählen, ob auf die guten Nachrichten aus dem Labor und von den Zulassungsbehörden auch mehr Vertrauen in die gesamte Equity-Story folgt.
Fazit
Für die Bayer-Aktie (ISIN: DE000BAY0017) hat sich zuletzt das fundamentale Bild in der Tat deutlich aufgehellt. Entsprechend hat die Aktie ihren Abwärtstrend beendet und es hat sich nun ein Aufwärtstrend ausgebildet. Bis auf das Kursniveau von rund 45 Euro dürfte die Aktie nun Luft haben – dort wartet dann ein Widerstand, an dem der Titel zuletzt gescheitert ist.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Stabile Werte Index» glücklicher.
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Häufige Fragen zur Bayer-Aktie:
Gehört Bayer zu den zuverlässigen Dividendenzahlern im DAX?
Ja, Bayer schüttet seit Jahren den Aktionären eine Dividende aus, aber Achtung: Seit 2023 ist die Dividende mit knapp 0,5 Prozent nur noch symbolischer Natur, insbesondere im Vergleich zu den Jahren davor, als sie in der Regel zwischen drei und fünf Prozent betragen hat.
Verfügt Bayer noch über weitere Pharmakandidaten, die kurz vor der Marktreife / Zulassung stehen?
Aktuell weist die Bayer-Pipeline 10 Präparate auf, die sich in der sogenannten "Phase III", also der letzten Studienphase vor einer etwaigen Marktzulassung, befinden. Es gibt somit derzeit eine relativ gut bestückte Pipeline.
In welchen Medizinfeldern verfügt Bayer über weitere klinische Forschungsprojekte?
Neben der Kardiologie betreibt Bayer vor allem auch noch Forschung in den Bereichen Nephrologie (also Nierenerkrankungen), Neurologie (also Nervenleiden), Immunologie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.