Während viele Anleger vor allem auf Dividenden achten, ziehen andere Unternehmen im Hintergrund Milliarden an eigenen Aktien ein. Diese drei Titel stechen dabei besonders heraus.
Der eigene Anteil am Kuchen wird immer größer – ohne dass man dafür auch nur ein einziges neues Stück kaufen muss. Genau das passiert bei Aktienrückkäufen: Wenn ein Unternehmen eigene Aktien am Markt zurückkauft, steigt für die verbleibenden Aktionäre der Anteil am Unternehmen. Das steigert den Gewinn je Aktie und gibt dem Aktienkurs Rückenwind. Für langfristige Anleger kann das zudem steuerlich attraktiver sein als eine Dividende, da keine sofortige Steuer auf eine Ausschüttung anfällt. In diesem Artikel stellen wir daher drei spannende Unternehmen vor, die in großem Umfang eigene Aktien zurückkaufen.
General Motors – 12,4 Prozent Rückkaufquote
Der 117 Jahre alte Auto- und Nutzfahrzeughersteller konnte seine Aktienzahl in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als zwölf Prozent reduzieren. Seit Ende 2023 setzt General Motors auf massive Aktienrückkäufe, die problemlos vom Free Cashflow gedeckt werden können – dieser ist rund dreimal so hoch wie das Rückkaufvolumen. Das spricht dafür, dass GM die Rückkäufe auch in Zukunft aufrechterhalten kann.
Aktuell sind noch Rückkäufe im Umfang von 5,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Damit könnten mehr als acht Prozent der ausstehenden Aktien eingezogen werden. Die hohen Rückkäufe zeigen, dass das Management die Aktie mit einem Forward-KGV von 5,8 offenbar als unterbewertet einstuft. Auch das KBV ist mit 1,05 sehr niedrig und liegt nahe an der psychologisch wichtigen Schwelle von 1,0.
Grund für den Optimismus könnten die beiden Megatrends autonomes Fahren und Elektrifizierung sein, in denen sich General Motors langfristig gut positioniert sieht. Das Buchungsvolumen für Super Cruise – das Fahrerassistenzsystem für freihändiges Fahren auf bestimmten Straßen – stieg 2026 um 39 Prozent auf 7,5 Milliarden US-Dollar. Außerdem möchte GM seine Batterietechnologie auch außerhalb von Autos nutzen, weil Stromspeicher für Haushalte und Unternehmen immer wichtiger werden – etwa um Solarstrom zwischenzuspeichern. Das ist auch mit Blick auf den stark steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren interessant. Wettbewerber wie Ford zeigen bereits, dass Autobauer zunehmend in den Markt für stationäre Batteriespeicher vordringen.
American International Group – 11,6 Prozent Rückkaufquote
Dieser Versicherungskonzern führt bereits seit Mitte 2022 umfangreiche Aktienrückkäufe durch, auch wenn das Volumen seit 2025 rückläufig ist. Aktuell sind noch Rückkäufe in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar offen. Damit können knapp acht Prozent der ausstehenden Aktien eingezogen werden.
Die Deckung durch den Cashflow ist allerdings nicht ganz so komfortabel wie bei GM: Nur rund 85 Prozent der Rückkäufe werden durch den Free Cashflow abgedeckt. Dafür erscheint die Bewertung attraktiv. Das Forward-KGV liegt mit 9,5 rund 15 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Positiv ist zudem, dass das der Konzern neben den Aktienrückkäufen auch eine Dividendenrendite von rund 2,5 Prozent bietet.
DaVita Inc. – 14,3 Prozent Rückkaufquote
Zuletzt das Unternehmen, das die Rückkauf-DNA am stärksten in sich trägt. DaVita betreibt Dialysezentren und verdient Geld mit der regelmäßigen Behandlung von Patienten mit chronischem Nierenversagen. Seit vielen Jahren gibt das Unternehmen – mit einer kleinen Unterbrechung im Jahr 2023 – rund 95 Prozent des Free Cashflows für Aktienrückkäufe aus.
Das Geschäft mit der Behandlung einer chronischen Krankheit sorgt für wiederkehrende und gut planbare Umsätze. Zudem führt der demografische Wandel zu einem steigenden Bedarf an Dialysebehandlungen, da chronische Nierenerkrankungen bei älteren Menschen deutlich häufiger auftreten.
Aktuell wächst der Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Rückkäufe können daher gut durch das operative Geschäft finanziert und mit der Zeit sogar erhöht werden. Derzeit steht noch ein Rückkaufvolumen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar aus, was etwa 11,4 Prozent der ausstehenden Aktien entspricht. Das Forward-KGV liegt mit 13,5 in etwa auf Höhe des mehrjährigen Durchschnitts.
Hier die Übersicht der genannten Aktien:
Wer hingegen lieber auf klassische Dividendenaktien setzen möchte, findet im Globale Dividenden-Stars Index von BÖRSE ONLINE eine Auswahl internationaler Unternehmen mit attraktiven und verlässlichen Ausschüttungen.
Häufig gestellte Fragen:
Was sind Aktienrückkäufe?
Bei Aktienrückkäufen kauft ein Unternehmen eigene Aktien am Markt zurück. Dadurch sinkt die Zahl der ausstehenden Aktien, sodass sich Gewinn und Unternehmenswert auf weniger Anteilsscheine verteilen.
Sind Aktienrückkäufe besser als Dividenden?
Nicht automatisch. Dividenden bringen Anlegern direkte Ausschüttungen, während Aktienrückkäufe indirekt über einen höheren Anteil am Unternehmen wirken. Für langfristige Anleger können Rückkäufe steuerlich attraktiver sein.
Warum kaufen Unternehmen eigene Aktien zurück?
Unternehmen kaufen eigene Aktien häufig zurück, wenn sie überschüssigen Cashflow haben und die eigene Aktie für attraktiv bewertet halten. Dadurch können sie den Gewinn je Aktie erhöhen und den Aktienkurs stützen.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.