Commerzbank-Aktie: US-Vergleich wird für Geldhaus noch teurer
· Börse Online Redaktion
"Das sind keine guten Nachrichten", sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Weitere 400 Millionen Euro wären für die Commerzbank aber verkraftbar. Ob die Bank die Belastung noch in diesem Jahr verbucht, ist fraglich. Dass die Verhandlungen mit den Behörden vor dem Jahreswechsel abgeschlossen sein könnten, wie die "Financial Times" berichtet hatte, halten Insider für wenig wahrscheinlich. Doch auch eine Einigung Anfang 2015 könnte noch in die Zahlen für das laufende Jahr einfließen. In den ersten neun Monaten hat die Commerzbank netto 525 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Sie macht ein Geheimnis daraus, wie viel sie für den Rechtsstreit zurückgelegt hat. Im jüngsten Quartalsbericht war von einem "nicht unerheblichen Geldbetrag" die Rede, den ein Vergleich kosten könnte.
Zuletzt war schon die Rede davon gewesen, dass die Einigung kostspieliger würde als die 650 Millionen Dollar, die allein wegen der angeblichen Umgehung von US-Sanktionen gegen den Iran fällig geworden wären. Laut Finanzkreisen hatte die Bank im September kurz vor einer Einigung gestanden, für eine deutlich geringere Summe. Die USA verdächtigen die Commerzbank - neben vielen anderen Instituten -, gegen Wirtschafts-Sanktionen verstoßen zu haben, die sie gegen den Iran verhängt haben. Dann drängte der Staatsanwalt im New Yorker Stadtteil Manhattan darauf, auch den Vorwurf eines zu laxen Umgangs der Bank mit Geldwäsche-Regeln im Zuge des Betrugsskandals um den japanischen Olympus-Konzern mitzuverhandeln.
In den möglichen Vergleich sind vier Regulierungs- und Justizbehörden eingebunden - vom Justizministerium bis zur New Yorker Finanzaufsicht als zuständigem Regulierer des Instituts. Die Untersuchungen laufen schon seit 2010. Die Behörden wollten sich am Donnerstag nicht dazu äußern. Mit der Einigung könnte die Commerzbank ein Gerichtsverfahren umgehen.
Olympus ist einer der größten Bilanzskandale der Geschichte. 2011 hatte der japanische Kamera- und Medizintechnik-Konzern eingeräumt, mehr als zehn Jahre lang die Bücher frisiert zu haben, um massive Verluste mit Finanzanlagen zu verbergen. Die Commerzbank soll dabei Transaktionen im Wert von einigen hundert Millionen Dollar abgewickelt haben, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Die Commerzbank hatte schon 2012 eine Rüge von der New Yorker Notenbank erhalten, dass sie nicht genug gegen Geldwäsche unternommen habe.
Buchtipp: Magier der Märkte: Die nächste Generation
Die legendäre „Market Wizards“-Reihe kehrt zurück und richtet den Fokus auf eine neue Generation von Ausnahme-Tradern. Jack D. Schwager, die Legende in Sachen Trading-Interviews, entschlüsselt zusammen mit seinem Co-Autor George Coyle die Geheimnisse der Akteure, die in den komplexen Märkten der Gegenwart astronomische Renditen erzielen. Vom ehemaligen Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, der 5.000 Dollar in über 100 Millionen verwandelte, bis hin zu algorithmischen Strategen – dieses Buch zeigt, dass Erfolg an der Börse kein Zufall, sondern das Ergebnis von Methode und mentaler Stärke ist. Es liefert tiefe Einblicke in individuelle Handelsstrategien, hocheffizientes Risikomanagement und die unverzichtbare psychologische Disziplin. Genau das Richtige für alle, die das Handwerk des Tradings von den Besten der Welt lernen wollen.
Autoren: Schwager, Jack D.
Coyle, George F.
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 17.09.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-118-5