Die Aktie hat eine beachtliche Trendwende gezeigt. Das weckt Hoffnung auf mehr. Das nächste Kaufsignal steht bevor.

Infobox + Chart Brenntag

An der Börse findet kontinuierlich ein Abstimmungsprozess statt. Es gibt Anleger, die versprechen sich Kursgewinne, es gibt solche, die halten die Kurse für zu hoch. Überwiegt das Lager der Bullen, geht es nach oben, überwiegen hingegen die Pessimisten, fallen die Notierungen. Besonders spannend sind die Umbruchphasen. Bei wenigen Aktien erfolgte in den vergangenen Wochen der Wechsel so schnell wie bei den Anteilscheinen von Brenntag. Von Mitte Februar bis Mitte März verlor die Notiz ein Viertel an Wert, markierte ein 52-Wochen-Tief. Doch die Trendwende kam schnell, die Delle wurde in einem Monat ausgebügelt.

DAX-Aktie mit Trendwende

Offensichtlich hat sich nach einem finalen Ausverkauf das Lager der bullishen Anleger deutlich vergrößert. Und das könnte mit Blick auf die weitere Entwicklung ein ermutigendes Signal sein, weil sich das Bärenlager geleert hat.

Brenntag ist ein Distributor von chemischen Produkten. Das Unternehmen lagert und transportiert, verarbeitet aber auch weiter. Der Markt ist fragmentiert. Der Konzern ist unter den unabhängigen Händlern mit einem Marktanteil von rund fünf Prozent weltweit führend. Chemikalien sind in vielen Fällen zyklisch, schwanken mit der Wirtschaft. Das bekommt auch Brenntag zu spüren. Allerdings ist der Fixkosten- und Rohstoffanteil am Geschäft geringer, sodass ein kompletter Absturz nicht vorkommt. So sank der Umsatz 2025 um 6,6 Prozent, der Rohertrag hingegen ging nur um 4,8 Prozent zurück.

Infobox Optionsschein

Das Unternehmen hat eine Zweiteilung des Geschäfts in Basischemikalien und Spezialitäten. Erstere sollen höhere Deckungsbeiträge bringen, Letzteres schneller wachsen. Die vor Jahren einmal angeregte Aufspaltung ist im Moment kein Thema mehr. Der neue Firmenchef Jens Birgersson drängt vor allem darauf, die Kosten zu senken. Bis 2027 soll die Kostenbasis um 300 Millionen Euro verbessert werden. Das ist bei einem Betriebsergebnis um 1,3 Milliarden Euro eine beachtenswerte Größe. Und vor allem diese klassische Turnaround-Konstellation dürfte das Thema bei der Aktie in den kommenden Quartalen sein. Dreht nämlich die Branche nach oben, hat Brenntag nun dank tieferer Kosten einen höheren Hebel für den Gewinn. Diese zyklische Trendwende wird ergänzt durch kontinuierliche Firmenkäufe, mit denen Brenntag sein Produktportfolio und die regionale Präsenz ausbaut. Durch die schwache Branchenverfassung bieten sich verstärkt Gelegenheiten, das Wachstum durch preiswerte Zukäufe zu beschleunigen. Mit einem Marktanteil von fünf Prozent in der Distribution gibt es viel Luft nach oben.

Fazit

Die Aktie hat nach dem kurzfristigen Ausverkauf ein starkes Signal gesetzt. Auch operativ ist die Trendwende auf den Weg gebracht. Das Jahreshoch bei 63 Euro ist nun in Reichweite. Wir ziehen den Stoppkurs nach. Wer viel Mut hat, setzt auf das spekulative Hebelpapier.

Übrigens: Dieser Artikel erschien zuerst im BÖRSE ONLINE-Heft. Hier finden Sie weitere spannende Analysen.

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