Analystenentscheidungen bewegen den Markt. Das bekommt derzeit auch eine DAX-Aktie zu spüren. Auf Tradegate hat sie am Donnerstagmorgen bereits deutlich verloren.
Der Essener Energieversorger RWE konnte Ende April ein Mehrjahreshoch vermelden. Seitdem leidet der Kurs und musste am Donnerstagmorgen noch vor Handelsbeginn erneut einen Rückschlag einstecken. Dennoch sollten Anleger die Ruhe bewahren, oder?
Analystenentscheidung lässt RWE-Aktie weiter fallen
"Analyst Harry Wybard von Exane BNP Paribas hat seine Empfehlung für RWE aus Bewertungsgründen angepasst." Diese Nachricht ließ die Aktie auf Tradegate in den frühen Morgenstunden um mehr als ein Prozent fallen. Der Experte begründete seine Entscheidung mit der aktuellen Transformation des Unternehmens von einem integrierten Versorger hin zum günstigen Erneuerbare-Energien-Konzern und rechnet zudem mit einem geringen kurzfristigen Kurspotenzial. Derzeit ist RWE bereits fair bewertet mit Blick auf Geschäftsmix und Aussichten.
Wybard änderte das Rating von "Outperform" auf "Neutral" und passte das Kursziel von 45,70 Euro auf 59,70 Euro an. Die Empfehlung liegt nur etwas über dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch, der bei 56,62 Euro lag. Nach einer Rallye innerhalb weniger Monate sieht der Experte also begrenzte Chance für Anleger. Stand jetzt (21. Mai 2026, 09:16 Uhr) notiert die Aktie bei 56,08 Euro, wodurch das Papier 1,68 Prozent verlor. Einen Trend zum Abverkauf sollten Anleger allerdings nicht befürchten.
Dividende als Entscheidungshilfe
Die RWE konnte die Dividendenziele für dieses Jahr bestätigen. Anleger, die ihr passives Einkommen erweitern möchten, finden spannende Investment-Ideen im "Globale Dividenden-Stars"-Index von BÖRSE ONLINE.
Sollten Anleger jetzt verkaufen?
Die Aktie des DAX-Konzerns verhält sich trotz der vergangenen Verluste nicht ungewöhnlich. Während die Aktie früher als Witwen- und Waisenpapier galt, ist der Versorger mittlerweile ein globaler Player, der deutlich volatiler auf Zinsen und geopolitische Entscheidungen reagiert. Nach dem Hochstand im April folgte zuerst eine Gewinnmitnahme, die den Kurs bereits etwas korrigierte. Exane BNP Paribas stufte die Aktie zwar ab, doch das ist nur ein kleiner Rücksetzer und kein Trendbruch. Auch die Quartalszahlen lassen aufhorchen: Das Essener Unternehmen konnte nicht nur das bereinigte EBITDA um 25 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich steigern, sondern hat auch das Ergebnis pro Aktie auf 0,85 Euro erhöht. Gleichzeitig hat der Versorger das Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie bestätigt. Das Unternehmen bestätigte ebenfalls die Jahresziele.
Für die Aktie spricht darüber hinaus, dass weitere Analysten von J.P. Morgan, UBS oder RBC Capital Markets weiterhin eine Kaufempfehlung aussprechen. Mit einem Kursziel von 68 Euro bewertet die US-Großbank Goldman Sachs das Wertpapier und sieht somit das höchste Kurspotenzial. Auch das Geschäft rund um erneuerbare Energien wächst stetig. Dass sich RWE in diesem Sektor verstärkt aufstellt, ist nur verständlich, obwohl die Transformation hohe Ausgaben fordert. Auch das negative Ergebnis im Handelsgeschäft dämmt die Euphorie etwas. Der Plan des Versorgers geht jedoch (bisher) auf und Anleger sollten vorerst nicht überstürzt auf eine einzelne Abstufung reagieren.
Ausbruch im Zyklus
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Häufig gestellte Fragen
Warum gibt es bei der Aktie aktuell Druck?
Weil eine Analystenstufe und ein nur begrenztes kurzfristiges Kurspotenzial kurzfristig für Verkaufsdruck sorgen.
Ist die jüngste Schwäche ein Grund zur Sorge?
Nein, der Kursrückgang wirkt bisher eher wie ein normaler Rücksetzer nach der starken Rallye als wie ein Trendbruch.
Sollten Anleger jetzt verkaufen?
Nicht unbedingt, denn trotz der Abstufung bleiben Fundamentaldaten, Dividende und Analystenunterstützung weiterhin intakt.
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