Zum Wochenstart befinden sich die Aktienmärkte, genauso wie die Edelmetalle auf einer deutlichen Talfahrt. Das steckt hinter dem Abverkauf und das müssen Anleger jetzt unbedingt wissen.
Der Blick ins Depot dürfte vielen Anlegern zum Wochenauftakt nicht besonders gefallen. Die Aktienmärkte befinden sich ebenso wie die Edelmetalle massiv unter Druck.
Mit der Furcht vor einer weiteren Eskalation des Iran-Krieges signalisierte der DAX eine Stunde vor Handelsbeginn ein Minus von zwei Prozent auf 21.937 Punkte. Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wird 1,6 Prozent tiefer erwartet.
Die Edelmetallpreise gaben derweil um ca. 7 Prozent nach. Von einem Safe-Haven kann aktuell nicht gesprochen werden.
Was Anleger jetzt wissen müssen
In der Nacht zu Sonntag hatte der US-Präsident der iranischen Führung mit der Zerstörung von Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Teheran drohte ihrerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge.
"Wenn die Ölarterie sich verengt, atmet das ganze System durch einen Strohhalm", kommentierte Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management. Es gehe inzwischen weniger um Einzelereignisse als um die schiere Länge des Konflikts. Die Instabilität baue sich langsam auf. Besorgniserregend sei der gemeinsame Rutsch von Aktien, Anleihen und sogar des Goldpreises, so Innes weiter. Es finde also keine Rotation des Geldes statt, sondern es werde schlicht abgezogen. Zu allem Überfluss steige der Druck auf die Notenbanken, zu reagieren.
"Die Lage ist so unsicher wie noch nie seit dem Beginn dieses Krieges", ergänzte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Niemand weiß, wie weit die USA und Israel wirklich zu gehen bereit sind. Und niemand kann absehen, wie verheerend Gegenschläge des Iran ausfallen können. Die Panik, die lange Zeit nicht vorhanden war, frisst sich jetzt in die Märkte und in die Kurse."
Die Ölpreise reagierten ebenfalls sichtbar auf die drohende Eskalation im Nahen Osten. So stieg der Preis für ein Fass (149 Liter) Rohöl der für Europa maßgeblichen Nordsee-Sorte Brent deutlich, blieb zunächst aber unter seinem Hoch seit 2022 bei fast 120 US-Dollar.
Was sollten Anleger in dieser Situation tun?
Die Aktienmärkte geraten also angesichts der wachsenden Anspannung weiter unter Druck. Da die weiteren Auswirkungen des Iran-Krieges aktuell nicht klar sind, müssen sich Anleger im Zweifel auf weitere Volatilität und fallende Kurse einstellen.
Dennoch ist es keine gute Idee, in dieser Situation das Handtuch zu werfen und zu verkaufen. Die geopolitischen Konflikte der Vergangenheit haben gezeigt, dass eine Erholung plötzlich eintreten und ausgestiegene Investoren auf dem falschen Fuß erwischen kann. Daher gilt es nun, Ruhe zu bewahren und trocken gehaltenes Pulver für Nachkäufe bei qualitativ hochwertigen Aktien zu verwenden.
Gleichzeitig erscheint eine Flucht in Gold und Silber oder Bitcoin angesichts der aktuellen Kursperformance nicht die beste Idee. Alle Assets erfüllen aktuell nicht den Status des Safe-Haven, sondern weisen eine hohe Korrelation mit den Aktienmärkten auf.
Enthält Material von dpa-AFX