Der DAX zeigt sich am Mittwoch wieder positiv. Das bewegt den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: Iran, Aroundtown, Wacker Chemie, Lufthansa, IREN, Micron und Zscaler.

Der Dax dürfte nach seinem Rücksetzer vom Vortag am Mittwoch wieder etwas zulegen. Nach wie vor glauben die Anleger an eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg. Zuletzt habe sich allerdings einmal mehr gezeigt, dass "die Friedensglocke verfrüht geläutet wurde", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,4 Prozent auf 25.284 Punkte. Damit bleibt das Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten in Sichtweite. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Mittwochmorgen ähnlich fest erwartet.

In New York hatten die Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 am Dienstag dank der Friedenshoffnungen sowie des Dauerbrenners Künstliche Intelligenz (KI) neue Bestmarken aufgestellt, der Dow Jones Industrial <US2605661048> bereits am vergangenen Freitag. Die asiatischen Handelsplätze zeigten zuletzt einmal mehr ein durchwachsenes Bild. Die Ölpreise gaben nach ihrem Anstieg vom Dienstag wieder etwas nach.

Die Anleger suchten nach Orientierung, so Altmann weiter. Dass der Dienstag der Handelstag mit den zweitniedrigsten Umsätzen in diesem Jahr seit dem vorangegangenen Pfingstmontag gewesen sei, belege die hohe Verunsicherung am Markt. Nur auf Rückenwind aus New York sollten die Anleger dem Experten zufolge ebenfalls nicht setzen. Denn die dortigen Indizes seien nach den erneuten Rekorden "massiv überkauft", sodass "eine Korrektur technisch gesund wäre und niemanden überraschen sollte".

Am deutschen Aktienmarkt gerieten die Titel von Wacker Chemie und insbesondere Siltronic schon vorbörslich unter Druck. Der Spezialchemiekonzern nutzt den guten Lauf bei den Aktien seiner Beteiligung, um im Rahmen eines beschleunigten Auktionsverfahrens Anteile an dem Waferhersteller zu verkaufen. Händlern zufolge beträgt deren Umfang 7 Prozent des Grundkapitals; der Platzierungspreis soll bei 89,35 Euro liegen.

Der Gewerbeimmobilienspezialist Aroundtown verzeichnete im ersten Quartal wegen höherer Finanzierungskosten und Betriebsausgaben für seine Immobilien einen Gewinnrückgang. Dennoch bestätigte das Unternehmen die Jahresprognose. Das Gewinnziel hatte Aroundtown im April nach dem Ausbau seines Anteils an der Tochter Grand City Properties aufgestockt.

Die Verve Group konnte trotz erheblicher Belastungen durch Währungseffekte zu Jahresbeginn den Umsatz aus eigener Kraft steigern. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Spezialisten für digitale Werbung und Spieleentwicklung ging indes wegen höherer Kosten zurück.

Nachrichten aus Deutschland

Lufthansa

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Kursziel für die Aktie der Lufthansa von 7,30 auf 6,20 Euro gesenkt und die Papiere von "Equal-weight" auf "Underweight" abgestuft. Analyst Axel Stasse rät zu einem selektiven Vorgehen bei Europas Airlines in Zeiten sinkender Gewinnerwartungen. Bei der Lufthansa dürfe im zweiten Halbjahr nichts schiefgehen und es brauche Rückenwind von den Kerosinpreisen, um die Jahresziele zu erreichen.

Die Aktien des Konkurrenten Air France-KLM stufte Stasse dagegen bei einem auf 11,50 Euro erhöhtem Kursziel auf "Overweight" hoch. Ein Reset der Ergebnis- und Cashflowziele sowie die günstige Bewertung sorgten für ein vergleichsweise geringeres Risiko, so der Experte. Sein absoluter Branchenfavorit bleibt aber IAG, die Holding unter deren Dach British Airways und Iberia fliegen. Hier lobt er insbesondere die Kostendisziplin, robuste Cashflows und hohe Ausschüttungen an die Aktionäre.

Internationale Nachrichten

Zscaler bricht nach Quartalszahlen um 20 Prozent ein

Der Cybersicherheitskonzern Zscaler hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn über den Erwartungen geliefert, doch der Ausblick enttäuschte: Der Umsatz für das laufende Quartal wird leicht unter den Analystenerwartungen erwartet, und das Wachstumsziel für das Geschäftsjahr 2027 wurde auf 16 bis 17 Prozent gesenkt. Die Free-Cashflow-Marge soll aufgrund höherer Investitionsausgaben deutlich sinken. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel rund 20 Prozent, was viele Analysten angesichts der weiterhin hohen Bewertung als überfällige Korrektur werteten.

Europas Automarkt wächst – Benziner verlieren massiv

Die europäischen Pkw-Neuzulassungen stiegen im April 2026 zum dritten Mal in Folge, diesmal um 5,1 Prozent auf knapp eine Million Einheiten, getragen von stark steigender Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen. Tesla verzeichnete mit einem Plus von 46,5 Prozent den stärksten Anstieg unter den großen Herstellern und strebt zugleich die Zulassung seines Fahrassistenzsystems FSD in der EU an. Benziner hingegen verloren europaweit 17,7 Prozent – Frankreich verzeichnete mit minus 36,6 Prozent den stärksten Einbruch aller großen Märkte.

Micron überschreitet Billionen-Dollar-Marke – Halbleitersektor explodiert

Micron Technology ist nach einem Kurssprung von über 19 Prozent am Dienstag das zwölfte US-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar – UBS erhöhte das Kursziel auf 1.625 Dollar. Der Anstieg zog den gesamten Halbleitersektor mit: Der Philadelphia Semiconductor Index legte 5,5 Prozent zu, Western Digital erreichte neue Allzeithochs, und auch AMD, Marvell und Arm verzeichneten deutliche Gewinne. Bank of America-Analysten sehen keine Anzeichen spekulativer Überbewertung und verweisen auf die anhaltende strukturelle Nachfrage durch KI-Infrastruktur.

Taiwan geht erstmals gegen Nvidia-Chip-Schmuggel nach China vor

Taiwanesische Staatsanwälte haben drei Personen festgenommen, die Nvidia-KI-Chips über Japan nach China geschmuggelt haben sollen – ein Vorgang, der US-Exportgenehmigungen erfordert hätte. Die Verdächtigen sollen dabei Dokumente über Server des Herstellers Super Micro Computer gefälscht haben. Es handelt sich um Taiwans erste öffentliche Strafverfolgung im Zusammenhang mit der Umgehung von US-Chipexportkontrollen gegenüber China.

IREN schließt 1,6-Milliarden-Dollar-Deal mit Dell für KI-Rechenzentrum

Der KI-Cloud-Anbieter IREN hat einen Vertrag mit Dell Technologies über 1,6 Milliarden Dollar geschlossen, um Nvidias Blackwell-KI-Systeme in seinem texanischen Rechenzentrum zu installieren – der Rollout soll Anfang 2027 abgeschlossen sein. Im Rahmen eines bereits bestehenden 3,4-Milliarden-Dollar-Vertrags soll der annualisierte Umsatz dadurch von 3,7 auf 4,4 Milliarden Dollar steigen. Die Aktie legte am Tag der Ankündigung rund 5 Prozent zu.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufig gestellte Fragen

Warum erholt sich der DAX am Mittwoch trotz anhaltender Iran-Unsicherheit?

Der DAX zeigt sich nach dem Rücksetzer vom Dienstag wieder leicht erholt, da Anleger weiterhin auf eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg setzen. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners warnt jedoch, dass die Friedensglocke zuletzt erneut verfrüht geläutet wurde. Zudem seien die US-Indizes nach ihren jüngsten Rekorden technisch überkauft, sodass eine Korrektur jederzeit möglich sei.

Was bedeutet Microns Aufstieg in den Billionen-Dollar-Club für den Halbleitersektor?

Nach einem Kurssprung von über 19 Prozent ist Micron Technology das zwölfte US-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar. Der Anstieg zog den gesamten Sektor mit: Der Philadelphia Semiconductor Index legte 5,5 Prozent zu, auch AMD, Marvell und Arm verzeichneten deutliche Gewinne. Bank of America sieht keine spekulativen Übertreibungen und verweist auf die strukturell anhaltende Nachfrage durch KI-Infrastruktur als tragenden Faktor.

Warum brach die Zscaler-Aktie trotz guter Quartalszahlen um 20 Prozent ein?

Zscaler übertraf zwar beim Umsatz und Gewinn die Erwartungen, enttäuschte jedoch mit dem Ausblick: Das Wachstumsziel für das Geschäftsjahr 2027 wurde auf 16 bis 17 Prozent gesenkt, und die Free-Cashflow-Marge soll aufgrund höherer Investitionsausgaben deutlich zurückgehen. Viele Analysten werteten den Kurseinbruch angesichts der weiterhin hohen Bewertung als überfällige Korrektur.