Zum Wochenauftakt schwächelt der DAX abermals und fällt vorbörslich um ein Prozent. Im Fokus stehen vor allem Donald Trump und der Iran-Krieg. Außerdem gibt es eine Reihe spannender Unternehmensmeldungen.

Zum Wochenauftakt zeigt sich der deutsche Leitindex schwach und verliert vor dem handelsbeginn rund 0,8 Prozent. Aktuell bewegt sich der DAX um 23.700 Punkte und droht damit unter seine 200-Tage-Linie zu rutschen. Ein charttechnisches Verkaufssignal. Ursache dafür ist in erster Linie der Iran-Krieg in dem weiterhin kein Ende absehbar scheint. 

"Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. "DIE ZEIT DRÄNGT!"

Entsprechend stark zeigen sich aktuell die Ölpreise. 

Deutsche Aktien im Fokus

Siemens Energy

Am stärksten schwächeln am Montag vorbörslich die Aktien von Siemens Energy. Hier geht es für die Papiere weiter in der Korrektur in Richtung der 50-Tage-Linie. Wesentliche Nachrichten gibt es aber nicht.

Hochtief

Ebenfalls schwach zeigt sich am Montag Hochtief als größter MDAX‑Verlierer. Die Aktien setzen ihren Korrekturtrend nach dem letzten Allzeithoch fort.

Sartorius

Die Aktien von Sartorius können derweil profitieren. Berichten des WSJ zufolge ist der aktivistische Investor Elliot nach Sartorius auch bei Bio-Rad Laboratories eingestiegen. Diese halten eine strategische Positionierung bei dem DAX-Konzern.

Thyssenkrupp

Der Industriekonzern Thyssenkrupp setzt den Sanierungskurs in seinem Automotive-Geschäft fort und will in den USA einen Standort schließen. Betroffen ist das Chassis-Geschäft in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana, das bis zum 31. März 2027 geschlossen werden soll, wie der Konzern am Montag in Essen mitteilte. Derzeit beschäftigt Thyssenkrupp dort 230 Mitarbeiter. Das Chassis-Geschäft soll an den Produktionsstandort Hamilton verlagert werden.

Thyssenkrupp Automotive Technology befindet sich derzeit im Umbau. Ziel ist es, die weltweite Aufstellung des Segments stärker auf profitables Wachstum, höhere operative Leistungsfähigkeit und klarere Strukturen auszurichten. Thyssenkrupp will die Sparte in den nächsten Jahren kapitalmarktfähig machen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern wegen der schwierigen Marktbedingungen in der Autoindustrie ein Kostensenkungsprogramm aufgelegt. Dazu gehörte auch der Abbau von Arbeitsplätzen.

Internationale Nachrichten

Ryanair erwartet stagnierende Sommerpreise

Europas größte Airline nach Passagierzahlen meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nachsteuergewinn von 2,26 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Analystenerwartungen. Für den Hauptreisemonat Juli bis September rechnet das Unternehmen nun aber mit stagnierenden Ticketpreisen – statt der zuvor erwarteten leichten Steigerung – da wirtschaftliche Unsicherheit durch hohe Ölpreise und Inflationssorgen die Buchungsbereitschaft dämpft. Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 verzichtet Ryanair vorerst auf eine konkrete Gewinnprognose.

Globaler Anleihenmarkt unter Druck

Steigende Energiepreise infolge des andauernden Nahost-Krieges heizen die Inflationserwartungen weltweit an und lösen einen breiten Ausverkauf an den Anleihemärkten aus – die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit Februar 2025, während japanische Staatsanleihen Rekordrenditen erreichten. Rohöl der Sorte Brent notiert bei rund 111 US-Dollar pro Barrel, nachdem Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Konflikts nach einem Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Stocken gerieten. Marktdaten zufolge preisen Anleger inzwischen eine mehr als 50-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank Fed noch vor Jahresende die Zinsen erhöht.

Chinas Wirtschaft bricht im April deutlich ein

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verzeichnete im April einen starken Abschwung: Das Einzelhandelswachstum fiel auf nahezu null, die Industrieproduktion wuchs nur halb so stark wie erwartet, und die Investitionen in Anlagen drehten sogar ins Minus. Als Hauptursache gilt der geopolitische Druck durch den Iran-Krieg, der Konsumausgaben und Lieferketten belastet. Besonders der Immobilienmarkt bleibt ein Sorgenkind – Neubauwohnungspreise sanken in 70 Großstädten bereits den 34. Monat in Folge.

FTC leitet Kartelluntersuchung gegen Arm Holdings ein

Die US-amerikanische Handelsaufsicht FTC untersucht laut Bloomberg-Bericht, ob der britische Chip-Lizenzgigant Arm Holdings seine marktbeherrschende Stellung bei Prozessorlizenzen nutzt, um Konkurrenten zu benachteiligen, während das Unternehmen gleichzeitig verstärkt eigene Chips entwickelt. Besonders im Fokus steht das Verhältnis zu Qualcomm, das seit der Übernahme des Startups Nuvia im Jahr 2021 durch einen jahrelangen Rechtsstreit über Lizenzrechte belastet ist. Die Arm-Aktie gab nach Bekanntwerden der Untersuchung nach, notiert aber noch immer fast doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn.

Termine

TERMINE UNTERNEHMEN

07:00 IRL: Ryanair, Jahreszahlen

16:00 SWE: Tele2 AB, Hauptversammlung

TERMINE KONJUNKTUR

03:30 CHN: Einzelhandelsumsatz 4/26

04:00 CHN: Industrieproduktion 4/26

09:00 CHE: BIP Q1/26 (1. Veröffentlichung)

16:00 USA: NAHB-Index 5/26

SONSTIGE TERMINE

09:00 DEU: Hybrides Internationales Forschungsforum für Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank (EZB) veranstalten gemeinsam mit dem Euro Area Business Cycle Network (EABCN) und das Federal Reserve Board 14. Internationale Forschungsforum für Geldpolitik.

09:00 DEU: Online-Pk Klima-Allianz Deutschland e.V. zum Gebäudemodernisierungsgesetz

12:00 DEU: Round Table zu «Wie Deutschlands Infrastruktur-Wende gelingt»

u.a. mit DIW-Chef Marcel Fratzscher. Veranstalter ist die Anwaltskanzlei Gleiss Lutz.

13:00 DEU: Internationales WDR Europaforum auf re:publica «Hard?Times, Soft Power?-?Europas?Rolle?in?der Weltunordnung» mit Ex-Kanzlerin Angela Merkel

DEU: Zweite Runde der Tarifverhandlungen für etwa 9.000 Beschäftigte der Postbank, Frankfurt/M.

BEL: Treffen der EU-Minister für Entwicklungshilfe, Brüssel

FRA: Finanzminister-Treffen der G7 in Frankreich geplant, Paris

FRA: Plenarsitzung des Europäischen Parlaments, Straßburg

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links

Warum fällt der DAX am Montag?

Der DAX fällt am Montag, nachdem am Wochenende die Eskalation rund um den Iran-Krieg durch Trump ein neues Level erreicht hat und die Ölpreise steigen.

Wie sind die Quartalszahlen von Ryanair ausgefallen?

Europas größte Airline nach Passagierzahlen meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nachsteuergewinn von 2,26 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Analystenerwartungen. Für den Hauptreisemonat Juli bis September rechnet das Unternehmen nun aber mit stagnierenden Ticketpreisen – statt der zuvor erwarteten leichten Steigerung – da wirtschaftliche Unsicherheit durch hohe Ölpreise und Inflationssorgen die Buchungsbereitschaft dämpft.

Warum steigen die Aktien von Sartorius?

Berichten des WSJ zufolge ist der aktivistische Investor Elliot nach Sartorius auch bei Bio-Rad Laboratories eingestiegen. Diese halten eine strategische Positionierung bei dem DAX-Konzern.