Nach einem überzeugenden ersten Quartal hat die DAX-Aktie Rückenwind bekommen. Der Fokus auf das margenstarke Hauptgeschäft und der geplante Verkauf einer Sparte sorgen für neue Kursfantasie.  

Continental wandelt sich vom breit aufgestellten Industriekonzern zum fokussierten Reifenhersteller. Aus dem bisherigen Unternehmensbereich Tires soll nach Abschluss der Umstrukturierung ein eigenständiges Reifenunternehmen mit rund 55.000 Beschäftigten und weltweit 16 Standorten für Forschung und Entwicklung entstehen.

Im Zuge dieses Umbaus hat der Konzern aus Hannover bereits 2025 seine Autozuliefersparte abgespalten und als Aumovio an die Börse gebracht. Für das laufende Jahr ist der Verkauf der Kunststofftechniksparte Contitech geplant. Vor allem Finanzinvestoren sollen Interesse signalisiert haben. Mit dem Erlös könnte der DAX-Konzern sowohl Schulden abbauen als auch Spielraum für Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe gewinnen. 

Profitables Reifengeschäft

Strategisch ist der Schritt schlüssig: Die Reifensparte ist mit Abstand die profitabelste Einheit des Konzerns. Im Bereich Tires erzielte Continental im ersten Quartal eine EBIT-Marge von 14,4 Prozent, Contitech kam dagegen nur auf 7,9 Prozent. Das Reifengeschäft profitiert insbesondere vom Trend zu höherwertigen Pkw-Reifen ab 18 Zoll, die vor allem bei SUVs und Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Bereits 2025 machten diese Ultra-High-Performance-Reifen bei Continental 62 Prozent des Umsatzes mit Pkw-Reifen aus. Für die kommenden Jahre rechnet der Konzern in diesem Segment mit einem durchschnittlichen Marktwachstum von rund acht Prozent pro Jahr.

Auch die Zahlen zum ersten Quartal stützen den eingeschlagenen Kurs. Zwar sank der Konzernumsatz von 4,9 auf 4,4 Milliarden Euro, gleichzeitig verbesserte Continental aber die Profitabilität deutlich. Das bereinigte EBIT legte um gut sechs Prozent auf 522 Millionen Euro zu, der Nettogewinn sprang von 200 Millionen Euro auf 586 Millionen Euro nach oben und hat sich damit nahezu verdreifacht. 

Analysten optimistisch

Auch von Analystenseite kommen nach den Quartalszahlen positive Signale. UBS betont die starke operative Entwicklung, überdurchschnittliche Kennzahlen im Reifengeschäft und eine im Branchenvergleich günstige Bewertung. Die Schweizer Bank bestätigte deswegen nach Bekanntgabe der Quartalszahlen ihre Kaufempfehlung für Continental und sieht mit einem Kursziel von 90 Euro weiteres Aufwärtspotenzial. Auch JP Morgan bleibt zuversichtlich, stuft die Aktie weiter mit Overweight ein und nennt ein Kursziel von 75 Euro. Die US-Bank hebt vor allem die starken Margen hervor und wertet den weiter vorankommenden Contitech-Verkauf als zusätzliche Stützen für die Investmentstory.

Nach der Schwächephase im Februar und März hat die Continental-Aktie zuletzt wieder klar nach oben gedreht. Die Empfehlung von Börse Online, die Kursschwäche Ende März als Kaufgelegenheit zu nutzen, hat sich damit ausgezahlt. Wer damals eingestiegen ist, liegt aktuell bereits rund 17 Prozent im Plus. In der aktuellen Digital-Ausgabe von Börse Online erfahren Sie, wie die Redaktion die weiteren Wachstumsperspektiven der Continental-Aktie einschätzt. 

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Continental (WKN: 543900)

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Häufig gestellte Fragen

Warum steigt die Continental-Aktie?

Continental hat im ersten Quartal vor allem bei Gewinn und Marge positiv überrascht. Dazu kommen Fantasie durch den Umbau zum fokussierten Reifenhersteller und der geplante Verkauf von Contitech.

Wieso ist der Contitech-Verkauf wichtig?

Continental würde durch diesen Schritt noch stärker zum reinen Reifenhersteller. Der Unternehmensbereich Tires ist die profitabelste Sparte des Konzerns. Außerdem könnte ein Verkauf Geld für Schuldentilgung, Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe bringen.

Was sagen Analysten zur Continental-Aktie?

UBS und JP Morgan bleiben nach den Zahlen positiv. Beide verweisen auf die robuste Entwicklung im Reifengeschäft, den laufenden Konzernumbau und sehen weiteres Potenzial in der Aktie.